Schneider: Logistik und Produktion ziehen nach Pforzheim

Verwaltung des Versandunternehmens bleibt in Wedel

in Wirtschaft & Branchen, Top-News

Graue Wolken über dem Versender Schneider: Die Produktion zieht nach Pforzheim.
1/2
Graue Wolken über dem Versender Schneider: Die Produktion zieht nach Pforzheim.
Ein Bild aus besseren Tagen: Riesig war das Produktangebot, das Schneider über seine Kataloge versandte.
2/2
Ein Bild aus besseren Tagen: Riesig war das Produktangebot, das Schneider über seine Kataloge versandte.

Traurige Nachricht vom Versandunternehmen Schneider GmbH & Co. KG: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden  durch die Geschäftsführung darüber informiert, dass Teile des Betriebs zu Mitte 2020 nach Pforzheim an den Standort des Klingel-Mutterkonzerns K – Mail Order GmbH & Co. KG verlagert werden. Dabei handelt es sich um die Bereiche Logistik und Produktion mit der Druckerei. "Von der Teilverlegung sind gut 50 Mitarbeitende betroffen, einige haben bereits die Bereitschaft zu einem Umzug signalisiert. Das begrüßen wir sehr, da wertvolles Know-how für uns erhalten bliebe", teilte das Unternehmen.

Weiter hieß es: "In Pforzheim erhalten wir mithilfe der stabilen Eigentümerstruktur der K – Mail Order GmbH & Co. KG (KLiNGEL Gruppe) eine langfristige technisch und räumlich geeignete Lösung für die Unterbringung unserer Logistik und Produktion. Damit sichern wir auch die Wirtschaftlichkeit und den Erhalt unseres Betriebes" 

Von der Teilverlegung der Schneider GmbH & Co. KG ist die Verwaltung mit knapp 100 Mitarbeitenden nicht betroffen.

Diese Entwicklung ist eine weitere Zäsur in der Firma, die einst mit verschiedenen Töchtern rund 700 Personen Arbeit bot.

Die Schneider-Gruppe ist ein Ur-Wedeler Gewächs, das seine Wurzeln im Porzellan- und Haushaltswarengeschäft Schneider hatten. Heinrich "Heiner" Schneider hatte seit 1965 ohne größeres Aufsehen aus dem elterlichen Geschäft den größten europäischen Prämienversender geschmiedet. Millionen Deutsche, die Zeitschriften abonnierten, Buchclubs beitraten oder auch Bausparverträge unterschrieben, bekamen Werbeprämien aus Wedel. Herausragende Ereignisse waren die Errichtung der Betriebsgebäude am Schulauer Hafen im Jahre 1974, die Gründung von Tochterunternehmen in Österreich, der Schweiz und den Niederlanden (1988) sowie der Bau des mehr als 45000 Palettenplätze großen Lagers in Hamburg-Altenwerder.

Ergänzend zum Werbemittel- und Prämienversand stieg das Unternehmen in den 90er Jahren ins Fashion- und Lifestyle-Geschäft ein. Heiner Schneider zog sich 2002 aus der Geschäftsführung und später auch aus dem Aufsichtsrat zurück. Investment-Firmen stiegen ein, kauften und verkauften das Unternehmen, dessen Umsätze im dreistelligen Millionenbereich lagen. Nach einer Insolvenz im Jahre 2017 war die Klingel-Gruppe eingestiegen. (Jörg Frenzel/kommnuikateam GmbH, 13.1.2020)

Mit freundlicher Unterstützung von..