Tipps zum Trickdiebstahl in Zeiten von Corona

Axel Giebler, Agenturinhaber der Provinzial Nord Brandkasse , erklärt die Maschen der Betrüger und gibt Hinweise, wie man Familienangehörige schützen kann.

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Ältere Personen werden besonders häufig Opfer von Trickbetrügern. Angehörige sollten sie auf die Gefahren hinweisen.
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Ältere Personen werden besonders häufig Opfer von Trickbetrügern. Angehörige sollten sie auf die Gefahren hinweisen.
Axel Giebler: "Betrüger machen sich die Corona-Pandemie zu Nutzen und entwickeln neue Maschen"
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Axel Giebler: "Betrüger machen sich die Corona-Pandemie zu Nutzen und entwickeln neue Maschen"

Die Corona-Krise bietet Trickbetrügern neue, perfide Möglichkeiten ihre Opfer auszutricksen. Schnell haben sie ihre Maschen an die aktuelle Situation angepasst und nutzen die Ängste vor allem älterer Mitbürgerinnen und Mitbürger aus. Allerdings fühlt sich fast jeder Dritte nicht ausreichend über Trickdiebstahl informiert. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov Deutschland im Auftrag der Provinzial Nord Brandkasse unter rund 2.000 Befragten.

Trickdiebstahl ist eine Form des Diebstahls, bei dem das Entwenden eines Gegenstandes oder einer Wertsache verschleiert erfolgt. „Die Täter geben sich als eine andere Person aus oder lenken das Opfer ab, um den Diebstahl ungehindert durchführen zu können“, weiß Axel Giebler, Wedeler Agenturinhaber der Provinzial Nord Brandkasse. Wie leicht es ist, Opfer von Trickdieben zu werden, ist vielen bekannt. Trotzdem sind nicht wenige Menschen in den entscheidenden Situationen unvorsichtig oder unaufmerksam, weil ihnen nicht bewusst ist, dass sie sich gerade in einer Betrugssituation befinden.

Zuhause sind meist ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger betroffen
Trickdiebstähle können unterschieden werden zwischen solchen, die im öffentlichen Raum stattfinden und solchen, die bei den Opfern zuhause erfolgen. Bei Letzteren täuschen die Täter meist eine falsche Identität vor, um ungehinderten Zugang zu Haus oder Wohnung und damit zu den Wertgegenständen des Opfers zu erlangen. Gerade ältere Personen sind häufig betroffen, weil diese die Täuschung in vielen Fällen nicht als solche erkennen und zudem oft alleine wohnen. Interessant ist deshalb, dass laut der YouGov-Umfrage im Auftrag der Provinzial Nord Brandkasse sich eher die jungen Leute Sorgen machen: So fürchtet fast jeder Fünfte (18%) im Alter zwischen 18 und 34 Jahren, einmal Opfer von Trickbetrügern zu werden.

„Die Betrüger machen sich die Corona-Pandemie zu Nutzen und entwickeln neue Maschen“, warnt Giebler von der Provinzial Nord Brandkasse. Das öffentliche Leben war durch die Ausgangsbeschränkungen lange Zeit stark zurückgefahren und ist es derzeit in vielen gesellschaftlichen Bereichen noch immer. Somit spielt sich ein Großteil des Tages in den eigenen vier Wänden ab. „Die Täter nutzen die Einsamkeit, Sorgen und Ängste alleinstehender, älterer Menschen aus, die durch deren Isoliertheit und Ungewissheit entstehen können“, sagt Axel Giebler.

Drei populäre Maschen in Zeiten der Krise
Diese Vorgehensweisen stehen bei Trickbetrügern derzeit besonders hoch im Kurs:

1. Der Corona-Enkeltrick
Die Betrüger rufen das meist ältere Opfer mit einer ausländischen Rufnummer an und geben vor, ein naher Verwandter – meist ein Enkel – zu sein. Dieser erzählt, dass er durch die Corona-Pandemie im Ausland sehr krank geworden sei und versucht, das Opfer dazu zu bringen, ihm eine große Summe Geld zu überweisen, damit er sich behandeln lassen kann. Alternativ soll das Geld an einen Boten übergeben werden.

2. Anruf oder Besuch vom Gesundheitsamt
Bei dieser Masche rufen vermeintliche Mitarbeiter des örtlichen Gesundheitsamts bei ihrem Opfer an und gaukeln ihm vor, dass das Corona-Virus in der Nachbarschaft ausgebrochen ist. Aus Sicherheitsgründen soll ein Corona-Schnelltest zum Preis von „nur“ mehreren Tausend Euro gemacht werden. Das Geld soll sofort überwiesen werden. Eine Abwandlung des Tricks ist, dass die Betrüger an der Tür des Opfers klingeln, dieses in ein Gespräch verwickeln und so versuchen, sich Zutritt zur Wohnung zu verschaffen.

3. Anruf von der Landesbank
Die Betrüger geben sich als Mitarbeiter der Landesbank aus und behaupten, den TAN-Generator ihres Opfers überprüfen zu müssen. Dies sei aufgrund der Corona-Pandemie nur per Telefon und nicht persönlich in einer Bankfiliale möglich. Das Opfer soll nun die EC-Karte in den Generator stecken und dann einen Startcode eingeben, den die Betrüger nennen. Auf diese Weise erhalten diese Zugang zum Online-Banking des Opfers.

Axel Gieblers Tipps für die Praxis:

  • Entlarven Sie zweifelhafte Anrufer, indem Sie Fragen stellen, die nur echte Verwandte beantworten können (Ereignisse, Erlebnisse, Geheimnisse)
  • Ihre Bankdaten sollten Sie niemals übers Telefon weitergeben! Ihre Bank würde Sie zu einem solchen Schritt niemals auffordern.
  • Fragen Sie Ihren Hausarzt oder das Gesundheitsamt, ob ein Test angeordnet wurde. Corona-Tests sind in der Regel viel günstiger und werden nicht ohne Ankündigung und auch nicht ohne Weiteres an der Haustür durchgeführt.
  • Lassen Sie keine fremden Menschen in Ihre Wohnung.
  • Wenn Ihnen die Situation verdächtig erscheint, sollten Sie sich sofort an die Polizei (110) wenden.
  • Bleiben Sie mit Ihren Verwandten und Bekannten – insbesondere älteren Personen – in Kontakt, um Isolierung und Einsamkeit entgegen zu wirken. Emotionale Tiefs bieten die größte Angriffsfläche für die Betrüger. (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH,3.8.2020)

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