TRIOPTICS jetzt Teil der Jenoptik AG

Optik-Konzern aus Jena erwarb 75 Prozent der Anteile des Wedeler Technologieunternehmens - Bürgermeister Niels Schmidt: "Gut, dass der Käufer ein deutsches Unternehmen ist."

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Optik und deren Prüfgeräte sind die Spezialität von Trioptics
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Optik und deren Prüfgeräte sind die Spezialität von Trioptics
Firmengründer Eugen Dumitrescu informierte über die Veränderungen.
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Firmengründer Eugen Dumitrescu informierte über die Veränderungen.
Jenoptik-Vorstand Stefan Traeger erklärte, wie das Unternehmen weitergeführt werden soll.
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Jenoptik-Vorstand Stefan Traeger erklärte, wie das Unternehmen weitergeführt werden soll.
Simona Dumitrescu zeichnete den Weg des Familienunternehmens nach.
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Simona Dumitrescu zeichnete den Weg des Familienunternehmens nach.

Eine Ära geht zuende: Simona und Eugen Dumitrescu, Gründer und Inhaber des Wedeler Technologieunternehmens TRIOPTICS haben einen großen Schritt getan, das Unternehmen in neue Hände zu geben. Im Rahmen einer Betriebsversammlung teilten die beiden mit, dass die Jenoptik AG aus Jena zunächst 75 Prozent der Unternehmensanteile erworben hat. Jenoptik-Vorstand Stefan Traeger war höchstpersönlich nach Wedel gekommen, um die TRIOPTICS-Belegschaft willkommen zu heißen.

Jenoptik ist im S-Dax gelistet, ging aus dem ehemaligen DDR-Kombinat Carl Zeiss Jena hervor und hat seinen Sitz weiterhin dort. In Wedel gehört auch die Firma Vincorion dazu, die unter anderem Generatoren und Wehrtechnik baut. Jenoptik teilte mit: "Ein neues Mitglied in der globalen Jenoptik-Familie: Wir begrüßen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von TRIOPTICS! Das Unternehmen mit Hauptsitz in Wedel bei Hamburg ist ein führender Anbieter von Geräten für die Prüfung optischer Komponenten und Sensoren. Mit seinen innovativen Testlösungen ist TRIOPTICS nicht nur geografisch in attraktiven Wachstumsmärkten präsent, sondern setzt global Maßstäbe beim Messen und Testen von optischen Anwendungen mit höchster Präzision. Eine optimale Ergänzung zum Know-how und Portfolio des Jenoptik-Konzerns.

Mit der Akquisition von TRIOPTICS setzt Jenoptik konsequent den strategischen Kurs fort:

  • Stärkung der photonischen Kernkompetenzen / Fokus auf Optik und Photonik
  • Ausbau der Aktivitäten in Forschung & Entwicklung
  • Erweiterung der internationalen Präsenz
  • Beschleunigung des Wachstums
  • Verbesserung der Profitabilität und des Cashflows

Der Jenoptik-Konzern stärkt mit der Übernahme von TRIOPTICS seine Ausrichtung auf wachstumsstarke Zukunftsindustrien und bedient ein noch breiteres Anwendungsspektrum in der digitalen Welt. Dank der Verbindung der Kompetenzen in Optik, industrieller Bildverarbeitung und Messtechniken können beide Unternehmen künftig gemeinsam den technologischen Vorsprung und damit verbundene Marktanteile ausbauen. Im Blick haben wir vor allem die zukunftsgerichteten Märkte rund um Digitalisierung, Virtual und Augmented Reality, Consumer Electronics, Mobilität und autonomem Fahren –Anwendungen, die auf Präzisionsoptiken, optische Sensorik und zunehmend optimierte Bild- und Datenerfassung angewiesen sind."

TRIOPTICS mit weltweit mehr  Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist insbesondere dafür bekannt, dass es Prüfgeräte für die Linsen von Mobiltelefon-Kameras herstellt. Die hohe Qualität dieser Produkte hatte der Wedeler Firma, die 1991 mit zwei Mitarbeitern plus Simona Dumitrescu als Sekretärin begann und derzeit mehr als 400 Personen beschäftigt  einen kometenhaften Aufschwung beschert. Der  Umsatz liegt im höheren zweistelligen Millionenbereich, der Auftragsbestand derzeit bei 35 Millionen Euro.

In der Selbstdarstellung der Firma heißt es: "Unsere Mess- und Fertigungssysteme beschleunigen und verbessern weltweit die Entwicklung, Produktion und Qualitätskontrolle von Linsen, optischen Systemen und Kamerasystemen. Mit unserer breiten Wissensbasis, unserem umfassenden Produktspektrum und unserer internationalen Ausrichtung schaffen wir nachhaltigen Kundennutzen. Grundlage für unseren Erfolg und den kontinuierlichen Ausbau der Technologie- und Marktführerschaft sind die hohen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung. Für Industrie, Wissenschaft und Zukunftsmärkte bieten wir Lösungen nach Maß – vom einfachen Produkt bis zum Spezialsystem."

Gemeinsam wollen Jenoptik und TRIOPTICS künftig Märkte und Megatrends bedienen, die nicht nur den Kunden Wettbewerbsvorteile schaffen, sondern auch den gesellschaftlichen Fortschritt beflügeln: von der Digitalisierung bis zum Internet der Dinge, von Gesundheit und digitaler Medizin bis zu Umweltschutz und Nachhaltigkeit.

Eugen Dumitrescu informierte die Belegschaft über die Entwicklung. Er bleibe noch zwei Jahre an Bord, bevor er sich aus Altersgründen zurückzieht. Das Unternehmen bleibt am Standort Wedel, die Belegschaft bleibe erhalten und solle sogar noch weiter ausgebaut werden, das Management bleibe ebenfalls weitestgehend dasselbe. Seine Frau Simona fand persönliche Worte und gab zu, dass sie von diesem Schritt sehr bewegt sei. "Das Leben zeigt, dass nichts ewig ist."

Jenoptik-Vorstand Stefan Traeger warf gegenüber der Belegschaft die Frage auf: "Was heißt das für Sie?" und gab die Antwort gleich mit: "Weiter machen! Weiter für Wachstum, weiter für Erfolg sorgen!" Er versprach, TRIOPTICS zu unterstützen, das weiterhin als eigenständige Firma in der "Light and Optic Division" des Konzerns geführt werden solle.

Allgemein bekannt ist, dass TRIOPTICS für Wedel ein wichtiger Gewerbesteuerzahler ist. Bürgermeister Niels Schmidt kommentierte: "Gut, dass bei dem Verkauf ein deutsches Unternehmen aus der Branche zum Zuge gekommen ist." So eine Veränderung berge mit Sicherheit Chancen, aber wohl auch Risiken. (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH, 3.7.2020)

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