Wedeler Chocolatiers an der Elfenbeinküste

Marion und Stephan Franz von „Schokofoto" inspizierten die für Bauern faire Produktion des „braunen Goldes"

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Marion (links) und Stephan Franz (rechts) checkten die faire Kakao-Produktion. Foto: pr
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Marion (links) und Stephan Franz (rechts) checkten die faire Kakao-Produktion. Foto: pr
Knochenjob: Stephan Franz half bei der Ente mit - und hat höchsten Respekt vor dem Fleiß der Kakaou-Bauern und -Bäuerinnen.
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Knochenjob: Stephan Franz half bei der Ente mit - und hat höchsten Respekt vor dem Fleiß der Kakao-Bauern und -Bäuerinnen.
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So sehen die Kakaobohnen frisch geerntet aus.

Immer wieder ist die Rede davon, dass die fleißigen Kakao-Bauern und -Bäuerinnen am wenigstens davon haben, wenn die westliche Welt dem süßen Genuss frönt. Für Marion und Stephan Franz vom Wedeler Unternehmen „Schokofoto" ist deshalb schon lange klar: „Nicht mit uns!" Sie setzen auf fair gehandelte Schokolade als Grundstoff, denn die Produzenten in der dritten Welt sollen guten Anteil daran haben, wenn Schleckermäuler der Versuchung unterliegen. Jetzt machten sich die beiden Wedeler Schoko-Spezialisten in die Elfenbeinküste auf, um sich vor Ort zu überzeugen, dass auf ihrem Grundstoff nicht nur „fair" drauf steht, sondern dass er auch fair produziert wird.

Gemeinsam mit 20 Kolleginnen und Kollegen aus ganz Europa hatten sie sich auf Einladung ihres Großhändlers auf den Weg gemacht. Wer nun annimmt, es handelt sich um eine Werbe-Tour, bei der der Händler einen Kurzurlaub verschenkt, um sich das Wohlwollen seiner Kundschaft zu sichern, der täuscht sich schwer. „Von allen Impfungen bis hin zu den Flügen haben wir alles selbst bezahlt", so Marion Franz. Allein um das Besuchsprogramm vor Ort, den Kontakte zu den Kakao-Bauern und  anderen Menschen in den Dörfern mussten sich die Gäste nicht kümmern.

„Es war überwältigend. Wir haben unheimlich viel gelernt. Es war ein Erlebnis, mit eigenen Augen zu sehen, wie die Kakao-Pflanzen wachsen und gedeihen, welche Mühen notwendig sind, bevor die Kapseln geerntet werden können", berichtete Marion Franz. Die Gruppe besuchte verschiedene Plantagen, half bei der Ernte bei 31 Grad Hitze in unebenem Gelände mit - ein Knochenjob. Im Anschluss wurden die unterschiedlichen Stufen der Weiterverarbeitung samt Fermentation erlebt. „Mit einfachsten Mitteln wird ein Top-Produkt hergestellt. Besonders interessant waren die vielen Qualitätskontrollen der Bohnen - alles per Hand."

Die einheitliche hohe Qualität ist einer der Pluspunkte, die die in Kooperativen organisierten Bauern bieten. Dafür zahlt das Nachhaltigkeitsprogramm „Cacao-Trace", zu dem staatlich reglementierten Farmgate-Preis, einen Qualitätsbonus von über zehn Prozent direkt an die Kakaobauern aus. Das ist der Anreiz für die Landwirtinnen und Landwirte, der Kooperative beizutreten. Aber es gibt auch einen weiteren. Von der aus den Kakaobohnen gefertigten Schokolade (Belgien) werden pro verkauftes Kilo Schokolade zehn Cent als sogenannter „Schokoladenbonus" über ein Jahr gesammelt. So kommen alleine für die Elfenbeinküste noch einmal über 300.000 Euro Schokoladenbonus zusammen.

Damit auch sichergestellt ist, dass die Gelder bei den Kakaobauern ankommen, überwacht die „Next Generation cacao Foundation" das Einsammeln und Verteilen der Gelder. Der Schokoladenbonus wird in Infrastrukturprojekte gesteckt, die von den über 4000 Mitgliedern gemeinsam beschlossen werden. So entstehen Schulen sowie Wasserbrunnen, und auch Krankenhäuser werden unterstützt.

Marion Franz zieht eine positive Bilanz der Reise: „Wir haben gesehen, wie nachhaltig gewirtschaftet wird und wie positiv die Bäuerinnen und Bauern das Konzept annehmen. Wir wurden herzlich aufgenommen mit Festessen und Feiern. Es war fantastisch." (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH, 9.7.2022)

 

Letzte Änderung: 14.07.2022

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