Das Wochenende der Superpartys

Vier Großveranstaltungen im Kreis Pinneberg zum Ferienende - von Terminkoordination keine Spur

in Wedel Marketing

Kreis Pinneberg. Auf der Wiese neben dem Willkomm Höft in Wedel wird schwer gearbeitet. Dort bauen die Roadies die Bühnen für "stars@ndr2" auf. Zum Super-Musikspektakel werden am Sonnabend mehr als 20 000 Besucher erwartet. In der Pinneberger Fußgängerzone laufen die Vorbereitungen für das Summer Jazz Festival, das heute Abend startet. Auch in Uetersen, wo am Sonnabend das erste "Rock'n Rose-Festival" über die Bühne geht, und in Quickborn, wo die Stadtjugendpflege ins Freibad zu "Rock am Pool" einlädt, stecken die Veranstalter bis zur Halskrause in Party-Vorbereitungen.

Vier Großveranstaltungen - ein Wochenende. Hinzu kommt ein prominenter Gast, der am Sonnabendabend in der Wedeler Disco "Maxx" auftritt: Pietro Lombardi, Gewinner von Deutschland sucht den Superstar (DSDS), will mehrere 1000 Fans in die Großdiskothek locken.

Die Party-Häufung am letzten Ferienwochenende - muss das sein? Wäre eine Absprache nicht sinnvoll gewesen? Die jeweiligen Veranstalter zucken mit den Schultern. "Wir unterliegen externen Abhängigkeiten", sagt etwa Martin Schumacher von Wedel Marketing. Er holte "stars@ndr2" in die Rolandstadt - und sagt: "Wenn wir als Stadt so eine Chance haben, dann müssen wir zugreifen. Wir haben 1750 Konkurrenten, die alle diese Veranstaltung wollen. Da können wir nicht dem NDR sagen, kommt mal an einem anderen Wochenende."

Shooting-Star Natasha Bedingfield macht auf der Bühne gegen 18 Uhr den Anfang, danach kommen Mike and the Mechanics mit Genesis-Mitbegründer Mike Rutherford (gegen 20 Uhr) und den Abschluss bilden gegen 21.45 Uhr die finnischen Chartstürmer Sunrise Avenue. Eine Super-Programm - und noch dazu für die Zuschauer umsonst. "Da mussten für zugreifen", sagt Schumacher. Generell gelte für Wedel: "Wir ziehen viele Besucher aus Hamburg an. Daher achten wir insbesondere darauf, dass wir mit dortigen Großveranstaltungen nicht kollidieren."

Bereits voriges Jahr hatte Quickborns Stadtjugendpflegerin Birgit Hesse den Termin für "Rock am Pool" festgelegt. Die 1993 gestartete Veranstaltungsreihe findet am 13. August zwischen 12 und 21 Uhr zum 18. und letzten Mal statt. "Als wir anfingen, gab es kaum Open-Air-Konzerte für diese Zielgruppe. Inzwischen gibt es sehr viele. Wir werden da nicht mehr gebraucht", sagt Birgit Hesse. Sie habe immer versucht, Terminkollisionen mit anderen Festivals zu vermeiden. Beim letzten Rock am Pool treten neun junge Gruppen im Freibad auf - darunter Lost in Silence, Gods of hate und Random choice. Der Eintritt kostet 7,50 Euro. Anfangs kamen 1000 Besucher ins Freibad, zuletzt waren es 300.

Auf mehr Besucher hofft Bernd Möbius. Der Uetersener lässt das Ex-Woodrock-Festival unter dem Namen "Rock'n Rose" wiederaufleben. Zwölf Bands geben sich am 13. August zwischen 13 und 24 Uhr auf der Wiese des Museums Langes Tannen die Ehre - darunter Formationen wie Pfeffer oder She wants chaos. Der Eintritt ist frei. "Als ich den Termin festgelegt habe, wusste ich von Quickborn nichts. Auch der Termin des Pinneberger Jazzfestivals war mir nicht bekannt", sagt Möbius. Richtig "angefressen" sei er gewesen, als er von "stars@ndr2" hörte, bekennt Möbius. "Die Konkurrenz macht mir aber keine Angst."

Auch nicht das Summer Jazz Festival, das an vier Tagen Musik auf sechs Bühnen in der Kreisstadt bietet. "Das ist eine andere Musikrichtung."

Das sieht Günter Kleinschmidt auch so, Pinnebergs Summer-Jazz-Macher: "Sorgen macht mir mehr das Wetter. Unter 250 000 Bewohnern in der Region gibt es genügend Jazz-Fans. Wir lernen doch schon im Kindergarten, uns für eine Sache entscheiden zu müssen. Veranstaltungsüberschneidungen sind in den wenigen Wochen vor und nach den Ferien nie zu vermeiden."

"Was wir brauchen, ist ein Veranstaltungsplaner für den Kreis Pinneberg", sagt Uetersens Rock-Organisator Möbius. Eine Idee, die Kreis-Sprecher Marc Trampe sympathisch ist. "So eine Datenbank würde Sinn machen. Bleibt die Frage, wer sie pflegt." Trampe erinnert zudem daran, dass es auf der Homepage des Kreises unter der Rubrik Allgemeines bereits einen Event-Kalender gibt. "Alle Veranstalter haben dort die Möglichkeit, ihre Termine einzutragen", sagt Trampe.

Genutzt wird dies selten, wie eine Stichprobe ergibt. Unter dem 13. August sind zwar 16 Termine eingetragen. 15 davon betreffen Aktionen der Kurverwaltung Helgoland - und der letzte eine Party in einer Schenefelder Diskothek.

Hamburger Abendblatt/Pinneberger Zeitung

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