Elmshorn und Wedel - zwei Städte im Duell

Beide Städte nehmen im August am bundesweiten Wettbewerb Stadtradeln teil, um etwas für den Klimaschutz zu tun. 540 Elmshorner beteiligten sich im vorigen Jahr.

in Wedel Marketing

Elmshorn/Wedel. Auf dem Rad macht Markus Pietrucha eine gute Figur. Elmshorns Klimaschutzmanager fordert alle Bürger der Stadt auf, es ihm gleich zu tun: Vom 19. August bis zum 8. September nimmt Elmshorn an dem Städtewettbewerb Stadtradeln teil. 2012 war die Krückaustadt erstmals dabei. Und das Beispiel macht Schule: In diesem Jahr ist mit Wedel eine zweite Kommune im Kreis Pinneberg beim bundesweiten Städtevergleichskampf aktiv.

540 Elmshorner beteiligten sich im vorigen Jahr an der Premiere der hiesigen Aktion. Aufgeteilt in 31 Teams legten sie an 21 Tagen mehr als 78.000 Kilometer auf dem Rad zurück und sparten dabei etwa elf Tonnen CO2 ein. Mit dieser Bilanz landete die Krückaustadt unter allen 168 teilnehmenden Städten auf dem respektablen 38. Platz. "Großstädten wie Dresden, München oder Essen mussten wir uns natürlich geschlagen geben", resümiert Pietrucha - und schickt eine Kampfansage in Richtung der Vorjahressieger: "Ich hoffe, dass wir dieses Jahr mit noch mehr Schwung an die Sache rangehen und mit noch mehr Teilnehmern die Marke von 2012 deutlich übertrumpfen."

Alle Elmshorner sind aufgerufen, gemeinsam für ein besseres Klima in die Pedale zu treten - egal ob beruflich oder privat. Dabei ist es auch egal, ob die Teilnehmer in Elmshorn wohnen oder nur dort arbeiten. Auch alle, die Schulen in der Stadt besuchen, aber außerhalb leben, sind zur Teilnahme aufgerufen. Diese ist kostenlos. Die Gebühr, die alle teilnehmenden Städte und Kommunen zahlen müssen, wird nicht auf die Teilnehmer umgelegt, sondern von Stadt und Stadtwerken übernommen.

"Unternehmen, Vereine, Schulklassen, Freunde oder Familienangehörige können ein Team für Elmshorn gründen und regelmäßig die gefahrenen Kilometer im Aktionszeitraum in den Online-Radelkalender eintragen", so der Klimaschutzmanager. Alle weiteren Informationen sind laut Pietrucha im Internet zu finden. Dort sei auch eine Übersicht über die bereits absolvierten Kilometer und die CO2-Einsparung der Elmshorner Teams abrufbar. "Es zählen auch die Kilometer, die von Elmshornern im Aktionszeitraum in anderen Städten und Ländern per Rad zurückgelegt werden, weil Klimaschutz nicht an einer Stadt- oder Landesgrenze endet", sagt Pietrucha.

Damit möglichst viele Elmshorner für den Klimaschutz radeln, gibt es dank Partnern wie der Fahrradgruppe Rückenwind, dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) Elmshorn sowie den Fahrradhandlungen der Stadt viele Aktionen. Die Bandbreite umfasst geführte Radtouren, einen Radaktionstag auf dem Hafenfest, einen Vortrags- und Diskussionsabend zum Thema Radfahren sowie eine große Abschlussfahrt am 8. September. Die dann längste Radtour der Stadt führt vom Eiscafé "Südpol" über die neue Klappbrücke bis zur Gaststätte Sibirien. Pietrucha freut sich besonders, dass in diesem Jahr auch die Volkshochschule und der Seniorenbeirat mitmachen wollen.

Auch werden "Stadtradler-Stars" gesucht - also Menschen, die während des Aktionszeitraums ihr Auto stehen lassen und komplett auf das Rad oder den ÖPNV umsteigen. Die engagiertesten Teilnehmer dieser Kategorie erhalten hochwertige Sachpreise.

Auch Wedeler können "Stadtradler-Stars" werden. Die Stadt an der Elbe beteiligt sich erstmals an dem bundesweiten Wettbewerb. Der Aktionszeitrum liegt dabei etwas hinter dem von Elmshorn. In der Rolandstadt geht es zwischen dem 24. August und dem 13. September um möglichst viele Kilometer. Organisiert wird das Ganze von Wedel Marketing in Zusammenwirken mit dem ADFC Wedel und dem Klimaschutzfonds der Stadt. Sie wollen Radtouren erarbeiten und eigene Teams bilden, denen sich möglichst viele Bürger der Stadt anschließen sollen. Wer mitmachen will, kann sich und sein Team im Internet anmelden, weitere Infos gibt es unter 04103/70 77 07.

Für Informationen steht natürlich auch Elmshorns Klimaschutzbeauftragter bereit. "Nachdem wir uns voriges Jahr erstmals beteiligt haben, kamen viele Vertreter anderer Kommunen auf mich zu und haben gefragt, welche Erfahrungen wir gemacht haben." Anfragen aus Schleswig-Holstein und aus Niedersachsen landeten auf seinem Schreibtisch. Und Pietrucha war offenbar sehr überzeugend. "Ich weiß, dass Neumünster und Winsen/Luhe sich jetzt deswegen beteiligen." Und eben Wedel. Das kreisinterne Duell möchte Pietrucha unbedingt gewinnen.

Hamburger Abendblatt/Pinneberger Zeitung

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