Fünf Flügel bei Booten und Noten

in Wedel Marketing

WEDEL. Noch ist alles ruhig im Schuppen 1 der Bootshalle des Segel-Vereins Wedel-Schulau (SVWS). Und es braucht schon ein kleines bisschen Fantasie, um sich vorzustellen, dass in der eher nüchternen Halle, in der jetzt noch Segelboote lagern am Sonntag, 24. Juni, ab 16 Uhr mehr als 1000 Musikfreunde in einem rauschenden Musikfeuerwerk gleich vier Pianistinnen und einem Pianisten an fünf Steinway-Flügeln zujubeln.

Drei, die genug Fantasie für ein solches Wahnsinns-Projekt haben, und dieses mit Hilfe der Kulturstiftung der Stadtsparkasse Wedel wahr werden lassen, sind der Wedeler Pianist Mathias Christian Kosel, Daniel Frigoni von der Agentur Elbmenschen und Martin Schumacher von Wedel Marketing. 

"Pianos an der Elbe" heißt das Spektakel, für das Kosel mit Yukari Ito und Marie Inoue sowie den Zwillingsschwestern Karolin und Friederike Stegmann gleich zwei preisgekrönte Klavierduos in die Rolandstadt holt, um mit ihnen zusammen eigens für Wedel ein rasantes Klassikprogramm an zeitweise fünf Flügeln gleichzeitig zu erarbeiten. "Die Proben zusammen mit Yukari Ito und Marie Inoue laufen schon. Nach Ostern stoßen dann auch die Stegmann-Zwillinge dazu", berichtet Kosel, der zusammen mit den beiden Duos das Programm konzipiert und im Konzert den fünften Flügel besetzen wird. Das Ziel sei, ein zwar klassisches Programm mit ausgezeichneten Musikern nach Wedel zu bringen, die Stücke aber so zu präsentieren, dass auch Menschen, die bisher keinen Zugang zur klassischen Musik gefunden haben, ihr Vergnügen hätten. Wer sagt denn zum Beispiel, dass die Musiker am Ende des Stückes noch an dem Flügel spielen, müssen an dem sie zu Beginn des Werkes gesessen haben. Auch könnte durch Kosels Liebe zum maritimen Liedgut das ein oder andere Seemannslied Eingang in das Programm finden. 

Bis jetzt stehen unter anderem schon Werke von Brahms, Ravel, Liszt und Gershwin auf dem Programm. Auch der Sparkassen-Vorstandsvorsitzende Marc Cybulski freut sich auf einen abwechslungsreichen Abend: "Es ist eine schöne Gelegenheit, diese Musik einem anderen Publikum näher zu bringen."

Schon jetzt zeige sich, wie spannend nicht nur die Proben, sondern auch die Umsetzung in der Bootshalle werden dürften: "Niemand weiß, wie fünf Flügel in einer Bootshalle klingen", sagt Kosel. Aus diesem Grund sei das Konzert, bei aller Professionalität, auch ein Testballon. Ein ziemlich prall gefüllter allerdings. Auch Veranstalter Frigoni räumt lächelnd ein: "Das Ganze begann irgendwann auszuufern. Denn eigentlich haben wir nur überlegt, wie man die Möglichkeiten der Bootshalle vor dem Auftaktkonzert des Schleswig-Holstein-Musikfestivals einmal austesten kann."

So schauen die Veranstalter schon jetzt mit großer Spannung auf den 24. Juni: "Alle nach uns werden wissen, wie die Bootshalle als Event-Ort funktioniert." Sollte die Resonanz auf das Spektakel groß sein, gibt es Überlegungen, die Bootshalle als Veranstaltungsort zu etablieren: "Wenn das Konzert ein Erfolg wird, dann könnte man schon überlegen, vielleicht ein wiederkehrendes Klassikwochenende zu planen, in das dann auch örtliche Musiker und Kammerorchester und -chor eingebunden werden. Aber darüber denken wir erst am späten Abend des 24. Juni nach", schaut Martin Schumacher in die Zukunft.

Bis dahin gilt es für alle Beteiligten, für ein ausverkauftes Haus zu sorgen. Aber es sieht gut aus. Allein durch Mund-zu-Mund-Propaganda seien schon mehr als 300 der insgesamt 1200 Karten abgesetzt worden, verrät Veranstalter Daniel Frigoni.

Wedel-Schulauer Tageblatt

Mit freundlicher Unterstützung von..