Fünf Flügel, fünf Pianisten, ein Kultur-Highlight

Enormer Ansturm auf Karten für „Pianos an der Elbe“ am 24. Juni in der Bootshalle

in Wedel Marketing

WEDEL Die Lust der Protagonisten ist groß. Wenn Klaviervirtuose Mathias Christian Kosel von seinem Pilotprojekt „fünf Pianos an der Elbe“ erzählt, vermittelt sich Begeisterung pur. Und auch seine vier jungen Kolleginnen, die preisgekrönten Pianistinnen Yukari Ito und Marie Inoue aus Japan sowie die ebenso preisgekrönten Zwillingsschwestern Karolin und Friederike Stegmann freuen sich – wenn auch zurückhaltender, dennoch deutlich sichtbar – auf den Auftritt in der Bootshalle des SVWS am 24. Juni in Wedel.

Zu Ehren der 800 Jahre alten Rolandstadt spielen die fünf Künstler im Rahmen der Festwoche auf fünf sternförmig angeordneten Steinway-Flügeln ein Programm, das von klassisch bis unterhaltsam reicht. „Eine ganz besondere Form von Kammermusik“, erklärt Kosel, der für die außergewöhnliche Premiere Brahms slawischen Tanz – „muss sein“ – und Ravels Boléro ebenso neu arrangiert hat wie die drei großen Rhapsodien, Rimski-Korsakows Hummelflug oder, ganz unterhaltsam (munter), Joplins Entertainer. Aber auch französische Klaviermusik und Werke japanischer Komponisten – Toshinao Satos „Dance Song“ – sind vorbereitet. Als Zugabe haben wir etwas ganz anderes, durchaus sehr Heiteres im Gepäck verrät der Pianist.

Beim Arrangieren sei es ihm wichtig gewesen, die individuellen Stimmen herauszuarbeiten, damit sie in einen Dialog miteinander treten können, verdeutlicht er. Es sollte bloß nicht „al fresco, wie ein einziges riesiges Klavier“ klingen, sondern zu einer spannenden Reise werden. Die Zuhörer sollten den ständigen Austausch untereinander verfolgen können: „Wir arbeiten uns zu.“ Die vier jungen Pianistinnen nicken. Auch sie sind nicht am lauter, schneller, weiter interessiert, sondern am szenischen Zusammenspiel. Deswegen stand die Teamfähigkeit ganz weit im Vordergrund, als Kogel übers Internet nach Mitstreiterinnen fürs Fünf-Flügel-Abenteuer suchte. „Instrumentalisten sind oft sehr mit sich selbst beschäftigt“, weiß der Initiator. Seine Nachwuchskünstlerinnen aber sind hochvirtuos dennoch Gemeinschaftsplayer – und bringen außerdem die dynamisch, frisch, weibliche Färbung mit ins Spiel.

Etwa 750 der 1100 Karten wurden bereits verkauft, weiß Veranstalter Daniel Frigoni: „Die teuren sind fast alle weg.“ „Vielleicht machen wir am Sonnabend ja eine öffentliche Generalprobe“, denkt Wedel-Marketing-Chef Martin Schumacher laut nach. Darüber würde sich auch Birgit Gremmelspacher freuen. Die Neuwedelerin ist Leiterin des Hamburger Steinway Hauses, das die fünf Charakterflügel zur Verfügung stellt.

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