Höckner im bildreichen Rückspiegel

in Wedel Marketing

WEDEL. An diesem Abend stimmte einfach alles bei den "Freunden der geistigen Auseinandersetzung": Der laue Frühlingsabend war wie geschaffen, sich in sommerlicher Kleidung gut gelaunt auf den Weg zu einer rundum gelungenen Vernissage ins Rathaus zu begeben.

Die Künstlergilde Kreis Pinneberg hatte zusammen mit Marketing Wedel anlässlich der 800-Jahr-Feier in Wedel zu einer Ausstellung mit Original-Bildern von Rudolf Höckner und Werken von Künstlern mit neuen Betrachtungen seiner Gemälde eingeladen. 17 Kreative der Gilde zeigen in dieser mit über 80 Gemälden und Skulpturen sehr umfangreichen Ausstellung ihre Kunst im Betrachten und Interpretieren eines anderen Künstlers.

Und das war in diesem Falle kein Geringerer als Rudolf Höckner: Geboren 1864, Landschaftsmaler, Impressionist und - Wedeler. Dass Höckner später Ehrenbürger der Rolandstadt wurde und einige seiner Gemälde als Faksimile-Version in freier Natur auf dem Rudolf-Höckner-Rundweg noch immer die Betrachter in ihren Bann schlagen, machte diese Bürde für die Künstler der Gilde noch ein kleines bisschen schwerer zu schultern.

Begrüßt wurden sie und die Gäste nach einem Ständchen mit Volksweisen, gesungen von Katja Hannemann und ihrer Partnerin Julia Bernhardt am Akkordeon, von der Stadtpräsidentin Sabine Lüchau. Sie dankte allen Künstlern der Künstlergilde Pinneberg, in welcher auch fünf Wedeler Mitglied sind für ihre Beiträge zu dem Projekt. Die gesamte Planung hätte von Anfang an hervorragend geklappt, vom Beschaffen der Bilder von Höckners Erben, der Drucke (die Originale waren nur zur Vernissage zu sehen und werden erst wieder zur Wedeler Kulturnacht am 2. Juni aus dem Archiv geholt), über die gute Kooperation aller Beteiligten, bis hin zur Öffentlichkeitsarbeit. Die Kreativität in Wedel sei "gut und wichtig" und zeige in dieser Ausstellung durch die Beschäftigung mit Gegenwart und Vergangenheit ein weiters Mal die Stärken dieser Stadt.

Dann trat Laudator Augustin M. Noffke - studierter, praktizierender Künstler und Dozent - an das Rednerpult und überraschte die Gäste mit einer temperamentvollen Rede von geschliffener Rhetorik und großem Reichtum an bildreichen Worten. Er begrüßte die fast 200 Besucher im Ratssaal und erzählte - immer wieder auch mit einem Augenzwinkern - von dem"Glückserlebnis", welches sie alle gemeinsam durch diese Ausstellung mit Bildern dieses "genialen alten Impressionisten" Höckner erfahren durften.

Die Zwiesprache der Gildekünstler "öffneten mit ihren eigenen Interpretationen in den verschiedensten Stilen die Augen für die Heimat Wedel." Die Künstler, so Noffke, hätten in den vergangenen Jahren eine "enorme künstlerische Entwicklung" gemacht und würde mit ihren Werken einen "tief greifenden und nachhaltigen Eindruck für die Nachwelt hinterlassen."

Die Ausstellung ist noch bis zum 21. Juni auf drei Ebenen im Rathaus zu besichtigen. Die Originale werden dabei wieder am 2. Juni zur Wedeler Kulturnacht zu sehen sein.

Wedel-Schulauer Tageblatt

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