Ochsenmarkt in guter Tradition

in Wedel Marketing

von Inge Jacobshagen. WEDEL: Seit mehr als 500 Jahren gibt es den Ochsenmarkt in Wedel - eine stolze Tradition, die auch in diesem Jahr wieder gefeiert wird: Freitag, 23. April ist Viehandelstag. Wer den Auftrieb der Tiere hautnah miterleben möchte, muss früh aufstehen, denn es geht bereits um 5.30 Uhr los. "Es lohnt sich auf alle Fälle", betont Marktmeister Holger Franck, der das Spektakel für die Stadt organisiert, denn wo sonst könne man noch so etwas sehen. Auch wenn die Tiere nicht mehr wie früher angebunden, sondern in Weidegattern gehalten werden, der Verkauf vollzieht sich noch wie in damaliger Zeit nach altem Kaufmanns- und Wedeler Marktgebrauch: Gekauft wie besehen, heißt es, dann wird ordentlich um den Preis gefeilscht und ein Abschluss mit Handschlag besiegelt. Ab 7 Uhr lädt das beheizte Festzelt - der "Ochsenkrug" mit 500 Sitzplätzen - zu einem herzhaften Frühstück mit stimmungsvoller Musik ein. Stärkung für die anschließende Tour zu den Händlern, die traditionell alle - jeder einzeln - von Stadtpräsidentin Sabine Lüchau und Bürgermeister Niels Schmidt per Handschlag und mit vollem Zinnbecher herzlich begrüßt werden. Ab 9 Uhr gibt es den Ochsen am Spieß. "Wenn er denn durch ist", schränkt Franck ein, doch da das stattliche Tier dann schon rund zwölf Stunden schmore, klappe die Zeitplanung eigentlich immer recht gut. Zwei Tage vor dem Anschnitt durch Schmidt und Lüchau wird der Ochse bereits von Schülern der Berufsschule Elmshorn für den Grill vorbereitet, unter Anleitung von Landesinnungsmeister Peter Raabe, dessen prüfender Blick vorher das beste Tier direkt beim Bauern aussuchte. Wer allerdings sofort die acht Fahrgeschäfte ausprobieren will, die am Freitag schon ab 10 Uhr ihren Betrieb aufnehmen, wenn der Frühjahrsmarkt mit seinen insgesamt 35 Schaustellergeschäften eröffnet wird, sollte mit dem Verzehr seiner Ochsenbrötchenportion vielleicht bis nach der Fahrt warten. Um 10.30 Uhr sticht der Bürgermeister im Festzelt das Freibierfass an - ebenfalls eine alteingesessene Tradition auf dem Ochsenmarkt. Die Kleintierzüchter präsentieren Geflügel, aber auch Kaninchen und Bienen und geben Interessierten Auskunft über Aufzucht und Tierhaltung. Außerdem werden der Hegering Wedel des Jagdverbands, der NABU und der Bauernverband mit Informations- und Verkaufsständen vor Ort sein. Der Heimatbund Wedel zeigt sich in Trachten und stellt alte Handwerks- sowie Brauchtumssitten vor. Das große Feuerwerk gegen 21.30 Uhr beschließt den ereignisreichen Viehandels-Freitag. Doch auch am Sonnabend lohnt ein Besuch auf dem Festplatz an der Schulauer Straße. Dann versteigert die Stadt die vielen Fundsachen, die seit geraumer Zeit nicht abgeholt wurden. Ab 14 Uhr können sie angeschaut, ab 15 Uhr ersteigert werden. Das umfangreiche musikalische Rahmenprogramm, das den Ochsenmarkt begleitet und drei tolle Tage lang vom 23. bis 25. April das Festzelt zum swingen bringt (wir berichteten), liegt ab sofort überall als Flyer aus. Und mit dem Jahrmarkt, der von Donnerstag bis Sonntag von 14 bis 22 Uhr seine Tore öffnet, ist auch an die Kinder gedacht.

Wedel-Schulauer Tageblatt

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