Regenten, Reben, Rosen, Regen

Tausende Besucher trotzten dem schlechten Wetter bei den Festen am Wochenende im Kreis Pinneberg

in Wedel Marketing

Kreis Pinneberg. Die Feste des Wochenendes im Kreis Pinneberg gestalteten sich als Schlag ins (Regen-)Wasser. Jede Menge kühle Flüssigkeit von oben spülte insbesondere am Sonnabend und Sonntag in Wedel die Besucher weg von der bei Sonnenschein traumhaften Szenerie am Schulauer Hafen und war auch für die Motivation vieler Beteiligter bei der 777-Jahr-Feier in Uetersen und beim Weinfest in Pinneberg vor der historischen Kulisse der Landdrostei eine kalte Dusche.

Spielort Pinneberg : In der Kreisstadt hatten die Besucher am Donnerstag und Freitag noch viel Sonnenschein und Glück beim Weinfest. Doch am Sonnabend und Sonntag konnte sich Weingott Bacchus nicht mehr so klar durchsetzen. "Das Tolle ist, dass die Pinneberger auch bei Schietwetter zum Feiern kommen", sagte Ina Poulus. Sie hatte traditionell ihr Tennis-Team vom Hamburger Klub SV Blau-Weiß-Rot zum Sonntag auf den Festplatz vor der Drostei eingeladen. Den "Damen 30" und ihren Fans ging es trotz mancher Regentropfen gut, denn sie konnten den Aufstieg feiern. Zudem sind alle große Fans des Weins aus der Pfalz - "Deutschlands bestem Weinbaugebiet", schwärmt Daniela Vogt, Fan des Teams und gebürtige Pfälzerin.

Majestätisch ging es am Freitagabend vor der Drostei zu: Denn dort übergab Weinkönigin Nicole Nieber das Zepter an Jacqueline Pantke. Holger Gieseler übernahm für den Veranstalter, die Wirtschaftsgemeinschaft, die Zeremonie gemeinsam mit Kreispräsident Burkhard E. Tiemann und Bürgermeisterin Kristin Alheit. Gleichzeitig inthronisierte der Kreisschützenverband seinen neuen König: Christian Godron vom Halstenbeker Schützenverein. Er war vor drei Jahren noch zum Kreisritter ernannt worden.

Spielort Wedel : Nicht ganz so königlich ging es in der Rolandstadt zu, obwohl Bürgermeister Niels Schmidt beim Empfang zum Hafenfest am Freitagabend zwei aus dem Geschlecht derer von Wedel begrüßen konnte. Doch das Hafenfest bleibt ansonsten ganz bürgernah, aber leider nicht vom schlechten Wetter verschont: Die Vereinsmeile am Strandbaddamm ohnehin vom Geschehen auf der Wiese vorm Fährhaus ein wenig abgehängt, lichtete sich am Sonnabend bereits am frühen Nachmittag. Um so dickeres Lob haben engagierte Vereine wie Theater Wedel, DRK und Schachfreunde verdient, die in ihren Zelten tapfer gegen Wetter und schlechte Laune ankämpften. Traurig war das Geschehen auch an den Bühnen. Die Akteure von Tanzschulen bis Spitzerdorf-Schulauer Männergesangverein blieben zwar einigermaßen trocken, doch das Publikum blieb verschwindend gering. Das war besonders schade, weil viele Firmen sich große Mühe gegeben hatten, wie beispielsweise das Hotel Diamant, das einen Auftritt der "Alsterspatzen" gesponsert hatte. Zwar hatten nach einer Pause wieder einmal Schiffs-Oldtimer für Kurz-Törns in Schulau angelegt, doch abgesehen von der Elbe-Szenerie fehlte intensives Maritim-Flair - bei den wenigen Besuchern fielen die Allerwelts-Rummelplatz-Attraktionen noch mehr auf. Einmal mehr waren Wedeler Gastronomen die Ausnahme im Vergleich zu den Jahrmarktsbuden, die heute hier und morgen da zu finden sind.

Doch Lichtblicke gab es auch, wie beispielsweise auf der Kulturbühne bei den Bands "Selfish" und "Smirnoff", deren kernige Fans selbst im strömenden Regen tanzten oder die erst 13 Jahre alte Nachwuchssängerin Klara Schwabe, die gemeinsam mit ihrer Schwester Emma das Publikum bezauberte.

Spielort Uetersen : In der Rosenstadt nützten auch all die guten Wünsche der Bürgermeister aus den Nachbargemeinden nicht, um die Wolken über der 777-Jahr-Feier zu vertreiben. Vielleicht werden andere Ideen verwirklicht. "Ich wünsche mir die Fusion mit Uetersen", erklärte lächelnd der Tornescher Amtschef Roland Krügel.

Gab es am Sonnabend noch einige trockene Abschnitte setzte zum Abend hin Dauerregen ein. "Das ist so schade", sagte Bürgermeisterin Andrea Hansen. "Die Organisatoren haben ein Jahr an dieser großartigen Feier gearbeitet." Viele Uetersener kamen trotzdem. Mehr als 100 harrten im strömenden Regen beim Konzert von "Schmitz Katze" und anderen Bands aus.

Unverdrossen knüpften auch Jutta Lavorenz von der Interessengemeinschaft Handel und Gewerbe und viele Akteure aus Betrieben und Vereinen an einer gut 300 Meter langen Rosengirlande. Das Unternehmen Tantau hatte dafür 9000 Rosen spendiert. Der frühere Bürgervorsteher Adolf Bergmann und andere Akteure sorgten dafür, dass am Ende etwa zwei Drittel der Girlande für den guten Zweck versteigert wurden. In bis zu 20 Meter langen Stücken ging das hübsche Stück für gut 600 Euro weg. Der Erlös kommt zu gleichen Teilen der Uetersener Tafel und dem Verein Menschen helfen Menschen zugute - so stärkt Uetersen auch bei dieser Feier das soziale Leben in seiner Stadt.

Hamburger Abendblatt/Pinneberger Zeitung

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