So werben Wedel und die Marsch um Tagesgäste

Drei Einrichtungen aus dem Kreis Pinneberg sind gemeinsam auf der Messe Reisen Hamburg vertreten. Der Stand ist klein, die Resonanz groß

in Wedel Marketing

Hamburg/Wedel.  Einen weiten Weg muss gehen, wer auf der Messe Reisen Hamburg den gemeinsamen Stand von Wedel Marketing, Haseldorfer Elbmarschenhaus und Regionalpark Wedeler Au besuchen will. Der befindet sich vom Haupteingang aus gesehen in der äußersten Ecke. Doch trotz der auf den ersten Blick ungünstigen Lage ist die Bedeutung für die Aussteller groß. "Hier können wir die Aufmerksamkeit auf uns ziehen", sagt Norbert Jaedicke, Vorsitzender des Vereins Tourismus in Marsch und Geest (TiMG).

Der Stand von Holstein Tourismus – in dem Verein wurde die Tourismusarbeit der Kreise Steinburg, Pinneberg und Dithmarschen gebündelt — ist 35 Quadratmeter groß. Zum Vergleich: VisitDenmark hat den mit 207 Quadratmetern größten Stand gemietet. Die drei Akteure aus dem Kreis Pinneberg müssen sich den Stand mit anderen Anbietern teilen. 90 Zentimeter breit ist ihr Tresen, an dem Gespräche mit den Besuchern geführt werden können. Links und rechts befinden sich kleine Ständer mit Prospekten. Von Vorteil ist die Lage am Mittelgang, sagt Jaedicke, sodass viele Besucher vorbeischlendern können.

"Zu uns kommt vor allem die Generation Ü50", sagt Gönna Hamann von Holstein Tourismus. Am Wochenende kämen noch Familien mit Kindern hinzu. Besonders beliebt ist Informationsmaterial über Fahrradtouren, Ausflugstipps, Wanderwege, Freizeitaktivitäten und gastronomische Betriebe. "Die Tagestouristen dominieren", so Hamann weiter.

Je näher die Ziele an der Stadt liegen, desto interessanter sind sie für die Besucher, weiß Jaedicke zu berichten. Bei den Gesprächen müssen die Mitarbeiter erst einmal Basisarbeit leisten, stellt der zertifizierte Natur- und Landschaftsführer fest: "Die Menschen kennen unsere Region gar nicht."

Unter den vielen bunten Prospekten, die auf der Reisemesse zu bekommen sind, wirken die schwarz-weißen Blätter mit Fahrradrouten aus dem Elbmarschenhaus geradezu antiquiert. Sie fänden jedoch reißenden Absatz, versichert Jaedicke.

Zu den Besuchern bei Elbmarschenhaus, Wedel Stadtmarketing und Regionalpark Wedeler Au gehören Susanne und Hans-Hellmut Hoppe. "Wir suchen Anregungen für Radtouren", sagt Hans-Hellmut Hoppe. Bei gutem Wetter sind sie an den Wochenenden unterwegs. Bis Wedel könnten sie von Hamburg aus gut mit der S-Bahn fahren und von dort weiter mit dem Rad, wissen sie bereits. Beiden nutzen das Rad auch im Urlaub. Mit dem Wohnmobil ging es schon auf Campingplätze im Odertal oder in der Schorfheide. Von dort unternimmt das agile Ehepaar Tagestouren per Fahrrad.

Nach der Reise-Messe des vergangenen Jahres stand die Gemeinschaftsaktion auf der Kippe. Mehrere Organisationen hatten sich mit Blick auf die Finanzen zurückgezogen. "Eine Messe ist teuer", sagt Jaedicke. Mehr konnten die drei Akteure aus dem Kreis Pinneberg aber nicht bezahlen. Durch eine veränderte Aufteilung der Kosten – Holstein Tourismus erhöhte seinen Anteil – konnte der Stand gerettet werden. Unter den Abgesprungenen befindet sich auch eine Käserei. Der kräftige Duft der Milchprodukte lockte die Besucher an den Stand. "Ich hoffe, wir finden für 2017 wieder einen Aussteller mit einer ähnlichen Außenwirkung", sagt Gönna Hamann.

Um die Ecke vom Holstein Tourismus-Counter hat sich die Reederei Cassen Eils niedergelassen. Mit einem Modell der "MS Helgoland" wird für einen Törn auf die Hochseeinsel geworben. Das Motorschiff wird mit Gas betrieben, ist damit deutlich umweltfreundlicher als der Antrieb mit Schiffsdiesel. Besonders interessiert die Besucher, dass das Schiff ganzjährig in den Hafen einlaufe und barrierefrei sei, berichtet Daniel Tödter. Mittels eines gläsernen Aufzugs könnten selbst Rollstuhlfahrer alle Decks erreichen.

 

Thomas Pöhlsen

Hamburger Abendblatt

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