Streichkonzert in der Festwoche

Folgen der Steuerkrise: Wedel Marketing speckt beim Programm zum Stadtjubiläum ab/Erhoffte Kostenersparnis: bis zu 80 000 Euro

in Wedel Marketing

WEDEL. Die Steuermisere in Wedel - sie wird auch das Stadtjubiläum 800 Jahre Wedel treffen. Martin Schumacher, als Vize-Vorsitzender von Wedel-Marketing federführend unter anderem für die Organisation der zentralen Festwoche zuständig, hat nur wenige Tage nach Bekanntwerden des Millionen-Lochs im Haushalt jetzt eine Streichliste vorgelegt und die Planungen deutlich reduziert. Gravierendster Einschnitt: Das auf gut eine Woche vom 2. bis 10. Juni angelegte Bühnenspektakel an der Elbe wird auf die drei eigentlichen Hafenfest-Tage heruntergefahren. 

Das Streichkonzert - eine Notbremse, wie aus Schumachers Erläuterungen für die Mitglieder der "Projektgruppe 800" hervorgeht. "Wenn wir nicht jetzt endlich Verträge vergeben, Gruppen buchen und Hunderten von Mitwirkenden verbindliche Termine nennen, dann wird es nichts mehr mit Kulturnacht, Landestrachtenfest, Hafenfestwochenende und anderen Teilen der Festwoche", so der Vereins-Vize. Daher wolle Wedel Marketing nicht warten, bis im März festgelegt wird, mit welchen Etat-Kürzungen zu rechnen ist.

Wie berichtet entscheidet die Politik dann über Einsparungen in nahezu allen Bereichen. Die Festorganisatoren gehen also in Vorleistung - "in der Hoffnung, dass Politik und Verwaltung uns dann von weiteren Kürzungen ausnehmen", so Schumacher. Ein riskantes Herangehen, wie Schumacher zugibt. Alternative wäre allerdings, dass "wir unter noch nicht quantifizierbaren Kürzungen nicht weiter planen können und dann den Auftrag, die Festwoche zu organisieren, absagen müssten". 

Also gibt es ein neues Konzept für den "größten Brocken" - die Festwoche - mit ordentlich Sparpotenzial. Rund 60 000 bis 80 000 Euro weniger Ausgaben setzt Schumacher für das abgespeckte Programm an. Das sieht nach vorläufigen Überlegungen wie folgt aus: Das Landestrachtenfest am 2. und 3. Juni wird nicht an der Elbe, sondern in der Altstadt gefeiert. Damit werden Bühnen-Infrastruktur, Videoleinwand und Personal deutlich kürzer und erst eine Woche später benötigt. "Das spart erhebliche Summen", so Schumacher.

Klassikkonzert muss geopfert werden

Opfer dieser Neuplanung ist das klassische Konzert von Kammerchor und Kammerorchester am 3. Juni, das ersatzlos gestrichen werden soll. Ebenso entfallen die Thementage von Montag bis Mittwoch an der Elbe. Die werden jedoch teils ins eigentliche Hafenfest integriert. So werden der "bunte Tag für Jung und Alt" von DRK und Awo von Dienstag auf Freitag und der "junge Abend" von Mittwoch- ebenfalls auf Freitagabend gelegt. "Wir sind Wedel", die erweiterte frühere Vereinsmeile, soll lediglich auf den Sonntag, 10. Juni, konzentriert werden. 

Schumacher zum Sparprinzip des Organisatoren-Teams: "Wir haben gesagt, wir stellen Teile zur Disposition, um andere zu retten." Und um zu vermeiden, dass am Ende Pauschalkürzungen alle Veranstaltungspunkte treffen "und dann alles oder vieles schlechtmachen". Bereits am Dienstag, 10. Januar, soll es im Rahmen des Kulturstammtischs weitere Detailplanungen geben. Beginn: 20 Uhr im "Elbe 1".

Wedel-Schulauer Tageblatt

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