Verliert der Wedeler Ochsenmarkt seine lange Tradition?

Nur ein Händler bietet Rinder an. Kinder setzen auf Ponys

in Wedel Marketing

Wedel. Die Sonne ließ sich zwar nicht blicken, trotzdem besuchten viele Menschen schon am Freitagvormittag den Wedeler Ochsenmarkt. Ochsen sind bei der Veranstaltung allerdings mittlerweile schon fast eine Rarität. Otto Schlichting aus Himmelpforten ist der einzige Viehhändler auf dem Ochsenmarkt, der Rinder verkauft. Seit 40 Jahren kommt er mit seiner Familie nach Wedel, um die Tiere an den Mann zu bringen. Doch auch um 9.30 Uhr, vier Stunden nach dem Vierauftrieb, hatte er am Freitag noch keines seiner 26 Tiere verkauft. Keinen Handschlag gemacht, mit dem der Kaufvertrag normalerweise besiegelt wird.

"Es ist schade, dass keine Händler mehr kommen", sagt er. Er selbst komme vor allem, um die Tradition zu erhalten. Aber das Interesse werde weniger. "Der Markt wird immer mehr zu einer reinen Attraktion für die Besucher. Der Handel rückt in den Hintergrund", sagt Melanie Schlichting. Geschäfte könne man als Viehhändler beim Ochsenmarkt kaum noch machen.

Ochsen und Kühe interessieren Jonna Denker und Fiona Schuldt weniger. Die fünfjährigen Mädchen haben unter den Tieren ganz klare Favoriten: Pferde und Kaninchen. "Es ist aufregend, die Tiere zu füttern", sagt Fiona. Sie kommt mit ihrer Mutter jedes Jahr zum Ochsenmarkt. Jonna ist zum ersten Mal dabei. Aber sie weiß jetzt schon: "Ich möchte mal wieder kommen."

An diesem Sonnabend, 27. April, werden um 15 Uhr Fundsachen versteigert, um 20.30 Uhr treten die Folk Friends Wedel auf. Am Sonntag, 28. April, gibt es um 10 Uhr einen Frühschoppen mit Gerd Spiekermann, dem Spitzendorf-Schulauer Männergesangsverein und der Trachten- und Volkstanzgruppe Wedel.

Hamburger Abendblatt/Pinneberger Zeitung

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