Zigeunerpolka im Herzen der Stadt

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WEDEL. Sie nennen sich "Büsumer Reetdänzer", "Dansdeel Owschlag", "Wöhrdener Kageln" oder schlicht "Trachtengruppe Krempermarsch". Gemeinsam haben sie: Alle pflegen die Tradition ihrer Heimat. Etwa 500 Kinder, Frauen und Männer aus 30 Vereinen trafen sich gestern Vormittag zum Landestrachtenfest in Wedel. Im Rahmen ihrer Feierlichkeiten zum 800-jährigen Bestehen hatte die Rolandstadt gemeinsam mit dem Landestrachtenverband Schleswig-Holstein ein Fest auf die Beine gestellt, das den ganzen Tag über mehrere hundert Menschen zum Areal am Marktplatz unter dem Roland lockte. Es war erst das zweite Mal, dass ein Landestrachtenfest im Kreis Pinneberg veranstaltet wurde. Vor drei Jahren waren die Tänzer in Uetersen zu Gast. 

Los ging es mit einem Freiluft-Gottesdienst. Pastorin Birgitt Lang von der Kirchengemeinde Wedel-Holm spannte in ihrer Andacht einen Bogen vom Tanz zum christlichen Glauben. Beim Singspiel "Der betende Gaukler" wurden etliche Trachtentänzer und auch die Besucher in den Gottesdienst einbezogen.

Anschließend startete vor der Rolandbühne ein Tanzprogramm einer Reihe von Formationen, darunter die Gruppe "Ueterst End" aus Uetersen sowie die niedersächsische "Volkstanzgruppe Saterland", die sich in typisch norddeutschen Trachten präsentierte. 

Tanja Friedrich und Ina Hinrichsen von der Nordseeinsel Föhr stellten sich in der Föhrer Festtagstracht vor, die Ende April vom Deutschen Trachtenverband zur "Tracht des Jahres" gekürt worden war.

Richtig voll wurde es rund um den Roland, als der große Umzug aller Trachtengruppen startete. Angeführt von Stadtpräsidentin Sabine Lüchau, dem Vorsitzenden des Wedeler Heimatbunds, Kurt Syska, sowie der Präsidentin des Schleswig-Holsteinischen Heimatbunds, Jutta Kürtz, marschierte der Tross über die Mühlenstraße und die Bahnhofstraße, anschließend weiter über den Rosengarten und am Bahnhof vorbei zurück zum Ausgangspunkt. Musikalisch begleitet wurde der Umzug von vier Spielmannszügen aus dem Kreis. 

In einer NDR-Talkrunde betonte Heimatbund-Präsidentin Kürtz: "Trachten sind gelebte Tradition, ein Stück Heimat und kulturelle Identität." Anders als bei zahlreichen Vereinen gebe es bei den meisten Trachtengruppen kaum Nachwuchssorgen: "Zu uns kommen viel mehr junge Menschen als früher".

"Zigeunerpolka", "Fischers Fritze" und "Föhringer Kontra" - so lauteten Titel der Tänze, die die Gruppen zum Abschluss beim Programm "Offenes Tanzen" aufführten. Höhepunkt war der gemeinsame Auftritt aller Tänzer vor der Rolandbühne.

Wedel-Schulauer Tageblatt

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