Zwischenstopp in der Rolandstadt

Wedel als Urlaubsort: Touristen bleiben meistens für einen Kurzaufenthalt / Nur Helgoland zählt mehr Übernachtungen

in Wedel Marketing

WEDEL Sommerzeit ist Urlaubszeit, und auch Wedel bietet für Touristen und Erholungssuchende zahlreiche Attraktionen. Knapp 20 000 Übernachtungen zählte das Statistische Landesamt Schleswig-Holstein in den ersten fünf Monaten dieses Jahres in der Rolandstadt. Damit steht Wedel an dritter Stelle im Kreis, nur Quickborn und Helgoland haben mehr. Wenn die über 14 000 jährlichen Übernachtungen der Gastlieger im Hamburger Yachthafen hinzugerechnet werden, hat die Rolandstadt in Sachen Tourismus im Kreis sogar die Silbermedaille verdient.

Die Anfragen steigen

Durchschnittlich verweilen die Urlauber laut Statistik zwei Tage in der Stadt an der Elbe. „Wir stellen fest, dass das Interesse immer größer wird, die Anfragen steigen“, sagt Martin Schumacher, stellvertretender Vorsitzender von Wedel Marketing. Anziehungspunkt Nummer eins sei die Elbe. Vor allem Radfahrer unternähmen auf dem Elberadweg, der in den vergangenen Jahren fünf Mal in Folge zum beliebtesten Radweg Deutschlands gewählt worden sei, Ausflüge in die Umgebung. Sandra Gürtler von der Wedel-Marketing-Geschäftsstelle im Rathaus ergänzt: „Zu uns kommen viele Radler, die eine Unterkunft in Wedel suchen.“

Viele Kurzurlauber kommen mit dem Wohnmobil nach Wedel. An der Schulauer Straße bietet ein Platz Stellflächen für bis zu 50 Fahrzeuge. Rosemarie (64) und Christian (67) März waren mit ihrem 31 Jahre alten Mercedes-Wohnmobil bereits zwei Mal dort zu Gast. „Wir sind hauptsächlich an der Nordseeküste unterwegs“, sagt das Ehepaar aus Fürth. In Wedel haben sie sich bereits das Willkomm-Höft angesehen und Informationsmaterial über Ausflugsmöglichkeiten besorgt. Bei schönem Wetter schwingen sie sich auf ihre Fahrräder und erkunden die Umgebung. „Wir mögen Wedel vor allem, weil man die Schiffe auf der Elbe so nah vorbeifahren sieht“, schwärmen die Bayern.

Skipper, die mit ihren Booten am Yachthafen an der Deichstraße festmachen wollen, müssen sich bei Hafenmeister Sven Nagel anmelden. „Wir haben im Sommer meistens Gastlieger aus anderen Häfen in der Nähe wie Glückstadt, Cuxhaven und Finkenwerder, die von Wedel aus auf der Elbe segeln wollen“, sagt Nagel. Gelegentlich kämen auch Segler aus Dänemark auf eine Stippvisite vorbei:  „Die wollen sich Hamburg ansehen.“ Dauergastlieger gebe es im Yachthafen so gut wie keine.
Helga und Heiner Merkens kommen mit ihrem zehn Meter langem Segelboot „Fortuna“ häufig von der anderen Seite der Elbe nach Wedel. „Wir fahren im Sommer immer verschiedene Häfen an“, erklärt das Ehepaar aus Abbenfleth bei Stade. In Wedel bummeln sie gemeinsam mit befreundeten Skippern gern einmal über den Wochenmarkt oder unternehmen auf ihren Klappfahrrädern, die sie stets mit an Bord haben, Touren entlang des Deichs.

Radweg-Bedeutung zu wenig gewürdigt

Die große Bedeutung des Radwegs habe die Stadt leider noch nicht zur Kenntnis genommen, bedauert Schumacher von Wedel Marketing. Er kritisiert unter anderem das Fehlen von Parkstationen für gepackte Fahrräder, von Erklärtafeln entlang der Elbe sowie von Unterständen für die Drahtesel. Zudem müsse mehr auf Sauberkeit auf den touristischen Wegen und am Strandbad geachtet werden.

Um Wedel für Touristen attraktiver zu gestalten, hat der Marketing-Macher eine Menge Ideen im Kopf, etwa die Schaffung eines zentralen Fahrradverleihs, die Bereitstellung von mehr Parkflächen in Elbnähe, die Erschließung des Öffentlichen Personennahverkehrs am westlichen Stadtrand, eine zentrale Tourismusinformation sowie eine Verkehrsberuhigung der Maritimen Meile in Spitzenzeiten. Schumacher: „Die Entwicklungsrichtung ist aber richtig, es soll in Wedel ja kein Riesentourismus entstehen.“

Wedel-Schulauer Tageblatt

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