Das beste Ergebnis der vergangenen zehn Jahre

Stadtsparkasse Wedel präsentiert ihr Ergebnis 2016 und setzt weiter auf Wachstum mit Augenmaß - erste "Strafzinsen" angepeilt

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Die Sparkassen-Vorstände Marc Cybulski (links) und Heiko Westphal setzen aufs Digitale - mit neuen Services wollen sie den Kunden noch mehr Möglichkeiten geben, Geld-Geschäfte übers Internet abzuwickeln.
Die Sparkassen-Vorstände Marc Cybulski (links) und Heiko Westphal setzen aufs Digitale - mit neuen Services wollen sie den…

"Der weiß gar nicht, wohin mit seinem Geld" - so beschreibt man oft flapsig extrem stinkreiche Leute. Aber der lockere Spruch ist in Zeiten der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) mit Strafzinsen fürs Geldparken längst nicht nur Frotzelei, sondern Wirklichkeit geworden und auch die Stadtsparkasse Wedel hat darunter zu leiden. "Es vagabundieren täglich Millionensummen durch Deutschland. Davor müssen wir uns schützen", sagt Marc Cybulski, Vorsitzender des Vorstands der Wedeler Stadtsparkasse. Denn ansonsten müsste ja sein Institut das Geld irgendwo gegen Gebühren irgendwo deponieren. So wird die Sparkasse auch ein "Verwahrentgelt" erheben - für Summen ab 500.000 Euro auf Tagesgeldkonten von Geschäftskunden lassen sich die Wedeler die derzeit 0,4 EZB-Prozent erstatten. Marc Cybulski: "Für unsere Privat­kunden gilt, dass wir solange es geht keine Negativzinsen einführen werden.“ Das ist nicht die einzige Reaktion der Kasse auf das "stetig schwieriger werdende Marktumfeld" wie bei der Vorstellung des Jahresberichtes 2016 deutlich wurde.

Wenn man auf die Zahlen schaut, kann man auf den ersten Blick von einem schwierigen Marktumfeld nicht so richtig etwa merken - oder aber das Spaka-Team hat einfach einen guten Job gemacht: Bilanzsumme 573,5 Millionen Euro - ein Plus von 22,5 Millionen, Stärkung des Eigenkapitals um 3,7 Millionen Euro dazu 20,6 Prozent Wachstum im Wertpapiergeschäft, 650.000 Euro Gewerbesteuer für die Stadt. Doch ein wesentlicher Punkt lässt aufmerken: Die Summe der Kredit-Neuzusagen verringerte sich im vergangenen Jahr um 17,3 Millionen Euro auf 80,4 Millionen Euro. Das bedeutet: Schuldner werden künftig mit dem "Abstottern" ihrer Kredite weniger Einnahmen bringen. Wenn alte Verträge auslaufen, schrumpfen die Einnahmen aus diesem Geschäftszweig. Ursache seien nach Angaben der Sparkasse "generell rückläufige Finanzierungen im Wohnungsbau". Trotzdem ist der Vorstand mit der Entwicklung im Kredit-Bereich zufrieden.

Um auch auf dem Finanzierungsgebiet wieder die Devise "Wachstum mit Augenmaß" zu erfüllen, wünschen sich Vorstandssprecher Cybulski und sein Vorstandskollege Heiko Westphal mal wieder die Ausweisung eines neuen Baugebietes, denn der Bedarf an Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern sei hoch. Zur aktuellen Diskussion um die Planungen Wedel-Nord wollte Marc Cybulski aber keine Stellung beziehen. "Das soll die Politik besprechen. Wir stellen nur immer wieder fest, dass junge Familien nach Wedel ziehen wollen, aber keine Eigenheime finden." Die Immobilienvermittlung der Institution boomt.

Weitere Konsequenz: Die Stadtsparkasse bereitet die Gründung einer Immobiliengesellschaft vor."Wir bekommen von Kunden häufiger mal Immobilien angeboten. Ältere Häuser auf teils größeren Grundstücken. Natürlich sind wir keine Experten fürs Bauen aber für Baufinanzierung. Gemeinsam mit Partnern können wir kleine Haus-Projekte entwickeln und vermarkten", so Marc Cybulski.

Das Thema "Digi­talisierung" steht für die kommenden Monate weit oben: „Wir müssen alle Kommunikationswege anbie­ten, die unsere Kunden von uns erwarten.“ So biete der 2016 völlig überarbeitete Internet-Auftritt den Teilnehmerinnen des Online-Banking viele neue Services auf hohem Sicherheitsniveau. Sie machten es den Kunden viel leich­ter, den Überblick zu behalten – beispielsweise mit der Langzeit-Ablage von wichti­gen Dokumenten wie Konto-Auszügen. Mit der Einführung von „Paydirekt“ steht nun auch ein moderner und zuverlässiger Zahlungsservice der Sparkassen zu Verfügung, und „Kwitt“, ein Angebot in der Sparkas­senApp, ermögliche die einfache und sichere Überweisung kleiner Beträge nur auf der Basis der Telefonnummer.

In nächster Zukunft sollen auch Abschlüsse über das Internet möglich werden. Im Vordergrund der Vorbereitungen stehen Prozesse rund um das Girokonto und den Handel mit Wertpapieren. Auch die Beratung zuhause werde in den kommenden Jahren Bedeutung gewinnen: „Hier investieren wir gerade in mobile Endgeräte. Wir denken, dass wir im nächsten Jahr einen ersten Probelauf starten können“, berichtet Cybulski.

Darüber vergisst die Stadtsparkasse aber auch die klassischen Aufgaben nicht. Fast 116.000 Euro Spenden sind im Jahr 2016 ausgeschüttet worden; unter den Emp­fängern waren die Schulvereine ebenso wie die großen sozialen Dienstleister und – als einmaliger Posten – der Förderverein Reepschlägerhaus, der eine aufwändige Sanierung zu finanzieren hatte, um das Haus für die Öffentlichkeit zu erhalten. Rechnet man die Ausschüt­tungen aus dem Zweckertrag und der Kulturstiftung hinzu, sind fast 144.000 Euro in gute Zwecke geflossen. (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH mit Material der Stadtsparkasse Wedel, 17.6. 2017)

 

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