Ein zufrieden stellendes Jahr

Stadtsparkasse berichtete über 2018 - und prophezeite "Niedrigzins-Zeitalter"

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Die Vorstände Marc Cybulski (links) und Heiko Westphal verzeichnen erfreuliche Ergebnisse in einem anspruchsvollen Umfeld.
Die Vorstände Marc Cybulski (links) und Heiko Westphal verzeichnen erfreuliche Ergebnisse in einem anspruchsvollen Umfeld.,…

Marc Cybulski hatte wieder einmal keine Angst vor großen Tieren. Diesmal legte sich der Vorstandssprecher der Stadtsparkasse Wedel mit niemand Geringerem an als Mario Draghi, dem Chef der mächtigen Europäischen Zentralbank. "Die Politik, die die EZB betreibt, ist absolut verfehlt. Sie nimmt in Kauf, dass die deutschen Sparer enteignet werden!", sagte Marc Cybulski im Rahmen der jährlichen Vorstellung der Unternehmensbilanz. Was ihn auf die Zinne bringt, ist die Politik des billigen Geldes durch die EZB, die bei Angeboten wie traditionellen Sparbüchern lediglich Verzinsungen ermöglicht, die unter der Inflationsrate liegen. Die Geldentwertung frisst auf diese Weise Vermögen. "Und wenn die nächste Krise kommt, hat die EZB nichts mehr im Köcher, um sie abzuwehren", setzte Cybulski noch eins drauf.

Die Konsequenz: Für die Kunden wird das Wertpapiergeschäft ausgebaut - Aktien und Fonds sollen den Sparerinnen und Sparern helfen. "Mit einem Nettoabsatz von 3,7 Millionen. Euro im Wertpapiergeschäft sind wir in Relation zur Betriebsgröße wieder die erfolgreichste Sparkasse in Schleswig-Holstein", so Vorstandsmitglied Heiko Westphal. „Dass man in Brüssel Geldhäuser mit einer Bilanz­summe unter fünf Milliarden Euro künftig als kleine Institute betrachten und die Regulatorik daran anpassen will, freut uns. Wir gehen davon aus, dass wir dann bald wieder deutlich mehr Zeit haben, das zu tun, was wir ohnehin viel lieber tun – nämlich uns gezielt und mit passenden Lösungen um unsere Kunden zu kümmern“, ergänzte Marc Cybulski. Bislang muss die Stadtsparkasse auch für "kleine" Kunden in der Beratung einen so immensen Aufwand betreiben wie Großbanken bei Kunden mit Millionenanlagen. Insgesamt verzeichnene die Stadtsparkasse eine Steigerung der Einlagen um 4,5 Prozent auf 430,4 Millionen Euro.

Positives berichteten die Vorstände aus dem Kreditgeschäft. „Unsere Gesamt-Darlehenszusagen konn­ten wir 2018 gegenüber dem Vorjahr deutlich ausweiten: von 78,6 auf 93,5 Mio. Euro.“ Der Großteil von 68,0 Mio. Euro entfalle dabei auf die Firmen- und Gewerbe­kunden sowie die Selbstständigen. „Die Steigerung gegenüber 2017 bei Gewerbe­kunden macht deutlich, dass die Wirtschaft inzwischen das Zusammenspiel von Niedrigzinsen und funktionierender Konjunktur für Investitionen gern zu nutzen bereit ist“, betont Cybulski.

Mit Sorge sehen Marc Cybulski und Heiko Westphal die Tatsache, dass es insbesondere junge Familien immer schwerer haben, trotz niedriger Zinsen in Wedel zu Eigentumswohungen und Häusern zu kommen. "Selbst für Doppelverdiener wird es mit einem Haus in Wedel schwierig. Das gilt auch für Mieten. Wir brauchen händeringend Wohnraum!" Eine Immobilienblase sieht der Vorstand für die Stadt allerdings nicht, jedoch die Wertsteigerungen werden wohl nicht mehr so stark ablaufen.

Insgesamt wuchs die Bilanbzsumme der Stadtsparkasse um 19,3 Millionen Euro auf jetzt 592,3 Millionen Euro. Die Kreditneuzusagen siegen um 14, 9 Millionen auf 93,5 Millionen Euro, davon 68,04 Millionen an Unternehmen. Das Gesamtvolumen der Kredite liegt bei 422,1 Millionen Euro und ist nach Angaben des Vorstandes mit mehr Eigenkapital abgesichert als gesetzlich vorgeschrieben.

812.000Eur Gewinn machte das Institut, eine Million Euro sind zuvor als Gewerbesteuerzahlungen, Zinsen für die Anleihe der Stadt und als Spenden- und Sponsoringmittel ins Gemeinwesen geflossen. (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH, 18.5.2019)

 

 

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