Kachel-Wandbild nach 30 Jahren wieder in der Sparkasse

„Blickfang“ der alten Kundenhalle repräsentiert ein Stück Zeitgeschichte

in Kaufleutegemeinschaft, Wirtschaft & Branchen

Passt noch nicht ganz: Dr. Carsten Dürkob (v.l.) und die Brüder Joachim und Michael Röhrig haben die ersten der 76 Wandkacheln ausgepackt und versuchsweise aneinander gehalten.
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Passt noch nicht ganz: Dr. Carsten Dürkob (v.l.) und die Brüder Joachim und Michael Röhrig haben die ersten der 76…
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So sah es damals aus: Das Wandbild aus Kacheln in der Geschäftsstelle der Sparkasse., So sah es damals aus: Das Wandbild aus…

Dass eine Flaschenpost nach 100 Jahren doch noch einen Empfänger findet, kommt hin und wieder vor. Ein solcher Gruß aus einer ganz anderen Zeit erregt dann viel Staunen. Ganz so lange hat es mit einem Kachel-Wandbild aus der alten Kundenhalle der Stadtsparkasse Wedel nicht gedauert und eine Rückkehr an den Ausgangspunkt war schon gar nicht vorge­sehen – aber nun hat sie sich ergeben und das Archiv der Stadtsparkasse ist um eine „Flaschenpost“ aus einer anderen Zeit reicher.

Wer in den 1970er und frühen 1980er Jahren regelmäßig die Stadtsparkasse an der Gorch-Fock-Straße besucht hat, wird sich nicht nur an das Aquarium erinnern – sondern auch an das Wandbild im hinteren Teil der Halle. Es zeigte eine Elblandschaft des Jahres 1876 mit historischen Seglern, geschaffen von Ulrich Olaf Deimel (1916-1984). Aufmerksame Wedeler kennen ein anderes seiner Werke: das Bild „Der Lauf der Elbe“ (1957) an den Giebelseiten der Wohnhäuser an der Johann-Diedrich-Möller-Straße.

Im Zuge eines Umbaus der Kundenhalle ist das Bild abgenommen worden. „Der frühere Vorstandsvorsitzende Hans Zimmerling und unser Vater waren ja gut befreundet“, erinnert sich Joachim Röhrig. Vater Horst Röhrig, vielen Wedelern noch gut bekannt als Gastgeber der „Hotel-Pension Wedel“ an der Pinneberger Straße, wollte das Bild vor der Vernichtung bewahren. So kam es, dass Zimmerling es ihm seinerzeit gern überlassen hat.

 „Ich glaube nicht, dass unser Vater von vornherein wusste, wie und wo er das Bild aufhängen würde“, meint Michael Röhrig, den es aus Wedel beruflich ins Rheinland verschlagen hat. „Ich erinnere mich, im Laufe des Jahres 2001 das Mörtelbett von den Kacheln mit einer Trennscheibe entfernt zu haben. Dabei zerbrach die Trennscheibe, flog knapp an meinem Kopf vorbei und blieb in der Isolation des Garagen­tores stecken“, erinnert sich Joachim Röhrig.

„Unser Vater hatte Sinn für alte Dinge und er freute sich, wenn er auf andere Menschen traf, die Altes ebenfalls zu schützen wussten“, sagt er. Und doch ist es all die Jahre nicht dazu gekommen, dass die Kacheln aus ihren Sperr­holz-Kisten hervorgeholt und neu zusammengesetzt werden konnten. Nach dem Tod von Horst Röhrig (im Oktober 2017) war es den Brüdern selbstverständlich, die Stadtsparkasse nach ihrem Interesse an dem Bild zu befragen. „Wir haben gern zugegriffen“, sagt Dr. Carsten Dürkob, in der Stadtsparkasse Wedel für Öffentlichkeitsarbeit zuständig, „denn das Bild dürfte insbesondere für unsere älteren Kunden einen hohen Identifikations- und Wiedererkennungswert haben.“

 Verbunden war die Rückgabe mit dem Wunsch der Brüder, die Stadtsparkasse möge eine Spende im Sinne ihres Vaters leisten. Wegen Horst Röhrigs Interesse an alten Dingen drängte sich das Stadtmuseum an der Küsterstraße als Spendenempfänger geradezu auf – zumal Horst Röhrig dem Stadtmuseum auch in der Vergangenheit bereits einige Sammlerstücke überlassen hatte. Museumsleiterin Sabine Weiss und Heimatbund-Vorsitzende Renate Steinbach überlegen derzeit, wie sie die unverhoffte Summe einsetzen.

In der Stadtsparkasse soll das etwa 3,50 Meter breite x 0,90 Meter hohe Bild schon bald zusammengesetzt und wenigstens zeitweilig auch gezeigt werden. „Und im Rahmen des 150-jährigen Bestehens der Stadtsparkasse Wedel 2026 soll es einen prominen­ten Platz bekommen“, betont Dürkob. (Stadtsparkasse Wedel, 13.10.2018)

 

 

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