Maibaum: Heiratsantrag unterm Wedeler Roland

Javier Landeira überraschte Jacqueline Leka mit seinem Antrag vor Hunderten Zuschauern beim Maibaumaufstellen.

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„Te quieres casar conmigo?“ - Willst Du mich heiraten? – fragte Javier Landeira gestern seine Lebensgefährtin Jacqueline…
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Die Trachten- und Volkstanzgruppe des Heimatbunds Wedel weihte den Maibaum mit dem Bändertanz ein.
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Das Akkordeonorchester Viva la Musica sorgte für musikalische Untermalung.

Das Maibaumaufstellen in Wedel ist Tradition und hat seine Traditionen. Den Festumzug der Wedeler Kaufleute durch die Rolandstadt begleitet der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Haselau. Unter dem Roland spielt das Akkordeonorchester Viva la Musica. Die Trachten- und Volkstanzgruppe des Heimatbunds Wedel zeigt ihre Bändertänze, der Chor der Altstadtschule singt ebenso wie der Spitzerdorf-Schulauer Männergesangverein. So war es auch gestern. Doch einer stahl allen die Show.

Javier Landeira hatte sich im Leiterwagen der Freiwilligen Feuerwehr Wedel versteckt bis der Maibaum und seine Lebensgefährtin am Roland angekommen waren. Dann kam sein großer Auftritt. Verborgen unter Feuerwehrhelm und Einsatzkleidung übernahm er das Mikrofon. Hinter ihm hielten Freunde Tafeln hoch. „Te quieres casar conmigo?“, war auf diesen zulesen. Zu deutsch: Willst Du mich heiraten? Der Antrag galt seiner Lebensgefährtin Jacqueline Leka. Diese sagte unter Tränen „Ja“. „Eigentlich hatten wir abgesprochen, dass es keinen Antrag gibt“, sagte Landeira. Doch Freundin Tatiana Behl überzeugte ihn, dass das so nicht gehe. Sie hatte sich mit Jacqueline Leka zum Maibaumaufstellen verabredet und Montag spontan den Antrag eingestielt. „Alle Leute, die ich angerufen habe, haben sofort Unterstützung zugesagt: Daniel Frigoni, die Feuerwehr und sogar die Stadt. Dabei war es absolut spontan“, berichtete Behl. Selbst der zukünftige Bräutigam wurde kalt erwischt. „Ich habe vor zwei Tagen nicht gewusst, dass ich heute einen Heiratsantrag machen werde“, sagte Landeira. Warum hat er sich überzeugen lassen? Der Spanier muss nicht lange überlegen: „Ich wollte aber den Traum meiner zukünftigen Frau wahr werden lassen.“

 „Das war definitiv unser erster und vermutlich einziger Heiratsantrag beim Maibaumaufstellen, aber wer weiß, was nächstes Jahr passiert“, sagte Daniel Frigoni, Vorsitzender der Wedeler Kaufleute.

Das Aufstellen des Maibaums passierte fast still und heimlich, weil sich fast alle Augen auf das zukünftige Brautpaar richteten. Diese verschwand als der Baum stand zum Umtrunk. „Auch das haben wir natürlich vorbereitet“, berichtete Behl.

„Das Maibaumaufstellen ist eine schöne Tradition, die die Wedeler Kaufleute wieder haben aufleben lassen“, sagte Bürgermeister Niels Schmidt. Doch haderte er mit dem Wetter: „Da läuft derzeit etwas schief. Wir haben schon das zweite Mal Petrus nicht auf unserer Seite. Normalerweise verbrenne ich mir immer die Stirn. Das passiert heute garantiert nicht.“ Doch Nieselregen, kühle Temperaturen und teils schneidender Wind schreckten die Wedeler nicht ab. Mehrere Hundert kamen zur Traditionsveranstaltung. „Trotz des Wetters war die Veranstaltung gut besucht. Wir sind sehr zufrieden“, bilanzierte Frigoni und richtete einen besonderen Dank an die Blauröcke: „Der Dank der Kaufleute gilt der Feuerwehr. Ohne sie bringen wir den Baum nicht hoch.“ (Bastian Fröhlig, 2.5.2019)

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