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Neues Blockheizkraftwerk am Hafen

Stadtwerke Wedel setzen auf hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung

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Projektleiterin Dr. Verena Schmitt freut sich, dass der Bau des BHKW kurz hinter der „Sonne“ des Planetenlehrpfades bald beginnen kann.
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Projektleiterin Dr. Verena Schmitt freut sich, dass der Bau des Blockheizkraftwerkes kurz hinter der „Sonne“ des Planetenlehrpfades bald beginnen kann.
Noch ein Entwurf – aber zum Ende 2022 soll der Strom aus der neuen Anlage bereits fließen.
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Noch ein Entwurf – aber zum Ende 2022 soll der Strom aus der neuen Anlage bereits fließen.

Um die Energiewende in Deutschland zu bewältigen, müssen die erforderlichen fossilen Brennstoffe so effizient und ressourcenschonend wie möglich eingesetzt werden. Blockheizkraftwerke (BHKW) sind hierbei die mit Abstand umweltfreundlichste Technik der Wahl. Denn außer Strom wird damit gleichzeitig Wärme zum Heizen hocheffizient erzeugt. Die Stadtwerke Wedel haben mit mehreren Anlagen dieser Art gute Erfahrungen gemacht – und wollen nun in Hafennähe ein weiteres BHKW errichten. Der Planungsausschuss gab grünes Licht für einen Neubau an der Deichstraße.

Zwei Megawatt elektrische Leistung werden durch einen Gasmotor erzeugt.  Als sogenanntes Flex-BHKW wird die Anlage nicht in Grundlast, sondern stromgeführt betrieben werden. Das BHKW wird so ausgelegt, dass es nur in den Zeiten betrieben werden muss, wenn der Strom im Stromnetz auch benötigt wird. „Es agiert somit als 'Gegenspieler' zu den fluktuierend einspeisenden erneuerbaren Energien aus Photovoltaik- und Windenergieanlagen“, erklärte Dr.-Ing. Verena Schmitt, die Projektleiterin der Stadtwerke.

Dr. Verena Schmitt nennt weitere Vorteile neben der gleichzeitigen, hocheffizienten Strom- und Wärmeproduktion. Die „KWK-Wärmedeckungsanteile“ im Fernwärmenetz betragen mehr als 90 Prozent, da große Wärmespeicher eingesetzt werden. Der Betrieb ist zudem zukunftssicher, da für die Wirtschaftlichkeit der BHKW-Anlage kein Grundlastbetrieb erforderlich ist. So bleibt diese Art der Wärme- und Stromproduktion auch bei einem weiteren Ausbau erneuerbarer Energien zur Sicherung der Netzstabilität technisch notwendig. Außerdem ist auch der Einsatz von Wasserstoff in der Anlage möglich. „Wir sind der festen Überzeugung, dass die Energiewende im Wärmebereich nicht ohne grüne Gase gelingen wird, sodass wir davon ausgehen, dass der Wasserstoffanteil im Gasnetz in den nächsten Jahren kontinuierlich gesteigert und damit der KWK-Anlagen-Betrieb mit regenerativen Brennstoffen ermöglicht wird“, so Dr. Schmitt. Die KWK-Anlage kann bereits in der jetzt geplanten Ausführung mit bis zu 20 Prozent Wasserstoff betrieben werden, eine Umrüstung auf 100 Prozent Wasserstoff wird möglich sein.

Und: Ergänzend zum Flex-BHKW kommt die Power to Heat-Anlage zum Einsatz und wandelt im Falle eines Stromüberschusses aus Wind- und Solarenergie den überschüssigen Strom in Wärme um. Ein weiterer wichtiger Pluspunkt liegt darin, dass die BHKW-Anlage „schwarzstartfähig“ ist. Das bedeutet, dass sie im Falle eines Blackouts oder anderen Notfalls ohne vorgelagertes Netz wieder hochgefahren kann, um neuralgische Abnehmer wie beispielsweise die Feuerwehr wieder mit Strom zu versorgen

Mit ihrem Vorhaben reagiert das kommunale Energieversorgungsunternehmen auf drei Anfragen zur Fernwärmeversorgung im Hafengebiet. Sowohl das neue Hotel am Hafen, die Neubauten von Mehrfamilienhäusern auf dem Gelände des ehemaligen „Haus Pamir“ der AEG in der Hafenstraße sowie die Wohnbebauung zwischen Hafenstraße und Schulauer Straße sollen nach den Wünschen ihrer Investoren nachhaltig versorgt werden. „Ein BHKW-Neubau ist erforderlich, denn die derzeitige  Erzeugungsanlage BHKW Bekstraße besitzt keine weiteren Kapazitäten, um sämtliche Neubauten anzuschließen“, so Dr. Schmitt. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung wurde der Deichstraßen-Standort ausgetüftelt.

Viel Mühe haben sich die Planer der Stadtwerke mit der Optik der Anlage gegeben. Reine Zweckbauten wie BHKW sind häufig nicht besonders schön anzuschauen. Freistehende Schornsteine vermitteln oftmals Industrie-Look – und das wäre im Freizeitbereich rund um den Hafen ein Störer. Deshalb wurden die Abzugsrohre ins Dach integriert. Dadurch entsteht der Effekt, dass das rund 20 Meter lange und circa zehn Meter breite Gebäude eher wie eine kleine Kirche wirkt. „Sahnehäubchen“: Eine Photovoltaik-Anlage soll ebenfalls integriert werden,

Die Stadtwerke investieren mit diesem Projekt kräftig in die möglichst ökologische Energieversorgung. Insgesamt wird das Vorhaben rund drei Millionen Euro kosten. Mit dem Bau soll Ende dieses Jahres begonnen werden. Wenn alles gut läuft, soll zum Jahreswechsel 2022/23 die erste Energie fließen. (Stadtwerke Wedel, 8.6.2021)

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