Regio Klinikum Wedel: Einladung zu Information und Austausch

Geschäftsführung und Betriebsrat stehen Rede und Antwort zur geplanten Schließung

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Regioklinikum Wedel
Das Regioklinikum Wedel gehört zur Sana-Gruppe.
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Dänischer Schützenhof
So fing 1928 alles an - der dänische Schützenhof wurde zum Krankenhaus ausgebaut
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Grimme und Delegation
Der damalige Landrat Wolfgang Grimme (rechts) wollte bei der Privatisierung vorausschauend handeln.
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Förderlauf Start
Einst gab Bürgermeister Schmidt die Startschüsse bei Förderläufen fürs Krankenhaus - alle Unterstützung vergeblich?
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Hubschrauber-Landeplatz
Sogar ein rteurer Hubschrauber-Landeplatz war an der Klinik angelegt worden - mit kräftiger finanzieller Unterstützung aus…
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Ärzte Norddeutsches Prostatazentrum
Große Pläne: Klinmiker und niedergelassene Ärzte gaben ihr Bestes für den Ausbau zum "Norddeutschen Prostatazentrum" -
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Die Regio Kliniken laden Interessierte zu Informationen und Austausch zur Verlagerung der am Regio Klinikum Wedel ansässigen Abteilungen an
die Klinikstandorte Elmshorn und Pinneberg ein.

Fragen beantworten und Informationen geben werden Geschäftsführer Gundolf Thurm, Betriebsratsvorsitzende Herta Laages, Pflegedirektorin Nicole Molzen sowie ein ärztlicher Vertreter. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Der Termin ist Freitag, 21. Februar. Los geht es um 17 Uhr im Foyer des Regio Klinikum Wedel an der Holmer Straße.

In der Stadt ist vielerorts die Simmung gedrückt, dass die Ende der 20er Jahre aus dem ehemaligen Schützenhof des Dänischen Schützenvereins zum Krankenhaus umgebaute Immobilie geschlossen werden soll. 

Aber auch bei der Errichtung hatte es schon Schwierigkeiten gegeben. Stadtarchivarin Anke Rannegger schrieb: "Lange Vorplanungen und erheblichen Widerstand unter Gewerbetreibenden gab es für den Bürgermeister Friedrich Eggers zu überwinden, um das Krankenhaus einrichten zu können. Ursprünglich für eine Belegung mit 60 Betten gebaut, wurde am Gebäude, welches 1971 in den Besitz des Kreises Pinneberg kam und seitdem Klinikum Wedel hieß, diverse Male an- und umgebaut."

Das Krankenhaus Wedel besaß einst einen Ruf wie Donnerhall. Der Leitende Chefarzt Dr. Hummel galt in den 70er und frühen 80er Jahren als Koryphäe auf dem Gebiet der künstlichen Hüftgelenke - Patienten aus der ganzen Republik ließen sich hier operieren.

Im Jahre 2007 gab es eine Zäsur, die das Krankenhaus noch weiter von er Stadt entfernte. Mit zwei Federstrichen wurde Wedel sein Krankenhaus endgültig los. Unter dem aufmerksamen Blick von Notar Axel Mallick unterzeichneten Bürgermeister Niels Schmidt und der damalige Landrat Wolfgang Grimme eine Abmachung, die eine Rückübertragung des rund 90.000 Quadratmeter großen Geländes an der Holmer Straße an die Kommune ausschloss. Neuer Eigentümer wurden die Regio Kliniken gGmbH, die sämtliche ehemaligen Kreiskrankenhäuser betrieb. Auf einen Wert von einer Million Euro wurde die Immobilie im Vertrag festgeschrieben, die die Stadt Wedel gegen die Garantie eintauschte, zehn Jahre im Aufsichtsrat der Kliniken vertreten zu sein.

War die Hergabe eine Millionen-Immobilie für immer gegen einen  Aufsichtsratsposten auf Zeit  ein schlechtes Geschäft? "Keinesfalls!" sagte Bürgermeister Niels Schmidt damals klipp und klar. Denn dadurch - so die Annahme damals - sei die Krankenhaus-Versorgung in Wedel langfristig gesichert. Der Ansatz: Der Verzicht auf eine Rückübertragung habe für die Stadt zudem wesentliche Vorteile. "Denn hätten wir das Haus zurückverlangt, hätten wir dem Kreis die Millionen-Invstitionen ersetzen müssen, die der nach Vertragsschluss 1971 getätigt hatte. Außerdem wären wir verpflichtet gewesen, das Personal zu übernehmen. Das alles hätte die Stadt überfordert", so Schmidt seinerzeit.

Damals war das Haus nach Angaben des Unternehmens ausgelastet gewesen. Viele Ideen für neue Angebot waren hinzugekommen, viel wurde in Umbauten investiert, unter anderem in eine edle Privatstation oder ein Prostatazentrum.

Doch die gewaltigen Umbrüche im Gesundheitssystem machten alle Entwicklungen schwierig. Überall im Land schlossen seitem kommunale Hospitäler oder wurden privatisiert. Hinzu kamen bei gegründeten Medizinischen Versorgungszentren kräftige Verluste.

Später war es zu Vorfällen um den Ex-Landrat Grimme und einen Geschäftsführer gekommen, die sogar strafrechtlich relevant waren.

Ruhiger wurde es nach Grimmes Abgang aus dem Kreis Pinneberg.die Regiokliniken, später die Sana-Gruppe aber insbesondere die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versuchten sich mit Qualität und Freundlichkeit gegen denn wirtschaftlichen Trend zu stemmen - letzendlich wohl vergeblich. (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH.15,2,2020)  

 

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