Sowohl in seinem schriftstellerischen als auch in seinem gestalterischen Werk als Bildhauer maß der in Wedel geborene Barlach dem Thema "Krieg" verbunden mit der Mahnung vor Gewalt und Leid eine herausragende Bedeutung zu. Mehr Informationen über Ernst Barlach.
Bedeutende Persönlichkeiten in Wedel
Verschiedene Steckbriefe und Ausführungen zu Wedeler Persönlichkeiten, Kultur- und Kunstschaffenden, sowie zu bekannten Personen haben wir hier für Sie zusammengetragen. Diese Seite ist im permanenten Aufbau - von einigen Personen konnten noch keine weiteren Informationen ermittelt werden. Haben Sie weitere Infos, oder möchten Sie einen Steckbrief ergänzen, melden Sie sich gerne im Stadtarchiv Wedel.
Name: Ernst Barlach - richtig Ernst Heinrich Barlach
Titel:
Geschlecht: männlich
Beruf: Bildhauer, Schriftsteller und Zeichner
GND: 118506617
Geburtsdatum: 02.01.1870
Geburtsort: Wedel
Sterbedatum: 24.10.1938
Sterbeort: Rostock
Sonstiges: Ernst-Barlach-Geburtshaus
Nachlass: Ernst-Barlach-Stiftung
Links: -
Margret Bechler geb. Dreykorn war eine deutsche Offiziersfrau und Lehrerin. Sie war maßgeblich verantwortlich für die Verhaftung von Albert Jacob, der 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie verhaftet und erhielt für dieses Vergehen in der DDR eine langjährige Haftstrafe. Nach der Verbüßung der Freiheitstrafe siedelte sie in die Bundesrepublik über und wurde in Wedel Lehrerin an der Albert-Schweitzer-Schule. 1978 veröffentlichte sie ihre Lebenserinnerungen unter dem Titel Warten auf Antwort. Das Werk erlangte große mediale Aufmerksamkeit.
Name: Margret Bechler geb. Dreykorn
Titel:
Geschlecht: weiblich
Beruf: Lehrerin und Offiziersfrau
GND: 118842358
Geburtsdatum: 02.02.1914
Geburtsort: Altona
Sterbedatum: 07.06.2002
Sterbeort: Wedel
Sonstiges: -
Nachlass:
Links: -
Der Portrait- und Landschaftsmaler, Mitglied der bekannten Malerfamilie Becker, zog im Juni 1960 von Bad Eilsen nach Wedel in das Hochhaus Hans-Böckler-Platz 1. Hier in der Nähe der Familie seines Sohnes, des Maler und Grafikers Hans Hermann Bruno Becker lebte er die letzten Monate bis zu seinem Tod.
Name: Johannes Anton Josef Becker
Künstlername: Hans-Josef Becker-Leber
Geschlecht: männlich
Beruf: Portrait- und Landschaftsmaler
GND: -
Geburtsdatum: 13.01.1876
Geburtsort: Berlin
Sterbedatum: 20.11.1962
Sterbeort: Wedel
Sonstiges: -
Otto Friedrich Behnke pachtete 1949 von der Firma J.D. Möller das Schulauer Fährhaus und führte das Restaurant als Zweigbetrieb des Winterhuder Fährhauses. Dieses Lokal hatte er drei Jahr zuvor in Betrieb genommen und hatte wohl Größeres damit vor. Ab 1954 war Behnke Geschäftsinhaber der Firma Otto Friedrich Behnke, die weiterhin beide Restaurants betrieb. Nach seinem Tode führten die Söhne das Geschäft weiter.
Im Juli 1952 erhielt er von der Wasser- und Schiffahrtsdirektion Hamburg die Genehmigung, vor dem Schulauer Fährhaus eine Schiffsbegrüßungsanlage zu errichten und in Betrieb zu nehmen. Dass dieses zunächst zwischen 7 Uhr und 22 Uhr andauernde Abspielen von Nationalhymnen, des Hammonia-Liedes und des Liedes der norwegischen Matrosen aus dem fliegen Holländer von Richard Wagner die Anwohner nicht zu Begeisterungsstürmen hinreißt, war zu erwarten. Aber nach diversen Ordnungsverfügungen und Gerichtsterminen wurde 1958 die Mindestgröße der zu begrüßenden Schiffe auf 500 BRT festgelegt, eine Begrüßung der Seebäder- und Liniendienstschiffe verboten und der Zeitraum zwischen 8 Uhr und Sonnenuntergang, aber spätestens 20 Uhr festgelegt. Auch die Lautstärke der Anlage wurde auf 60 Phon begrenzt. Bis zum heutigen Tage gibt es weitere Einschränkungen für den Betreiber und weitere Beschwerden der Anwohner. Noch heute noch gibt es das Willkomm Höft im Schulauer Fährhaus, auch wenn das Gebäude mittlerweile andere Eigentümer hat und auch die Pächter andere sind. Die Idee aber lebt weiterhin.
Ein anderes Geschäft witterte Behnke 1963, als in Hamburg die Internationalen Gartenschau IGA stattfand. Die Firma Otto Friedrich Behnke GmbH charterte das 1934 vom Stapel gelaufene britische Passagierschiff „Orion“ für einige Monate, um es an den Hamburger Landungsbrücken als Hotelschiff für über 1.000 Gäste zur Verfügung zu stellen. Die Garantie für die Einnahmen übernahm übrigens die Stadt Hamburg.
Wer aber war Otto Friedrich Behnke, der diese Idee hatte? Über ihn gibt es noch viel in den Archiven zu entdecken! Begraben liegen er und seine Frau Elsa geb. Bartasek auf dem Friedhof in Nienstedten. Es gibt eine Akte im Staatsarchiv Hamburg die nahelegt, dass er in den Jahren 1927/1928 in einem Hamburger Gefängnis eingesessen hat. In dem Jahrbuch der Forschungsstelle für Zeitgeschichte von Hamburg des Jahres 2022 schreiben Daniel Gerster und Kerstin Thieler in dem Aufsatz Das Winterhuder Fährhaus nach 1945 folgendes: „1933 war Behnkes Arbeitgeber, der Henschel Film und Theater-Konzern, wegen seiner jüdischen Besitzer [Jeremias „James“ Hentschel] zur Geschäftsaufgabe gezwungen worden, die fehlende NSDAP-Mitgliedschaft hinderte Behnke fortan am Fortkommen im Filmgeschäft.“ Dafür scheint er sich 1940 als Schriftsteller durchgeschlagen zu haben. Und er ist, so legen es zwei Aktentitel im Staatsarchiv nahe, in den Jahren 1940 – 1941 in ein Devisenvergehen verstrickt gewesen und hat dafür einen Strafbefehl kassiert. Interessant ist es auch, dass sich unter den Effekten der Gestapo Hamburg eine Uhr von ihm befindet. Mittlerweile liegen die Dinge im Archiv des ITS in Arolsen. Warum er von der Gestapo verhört wurde und wieso ihm die Uhr abgenommen wurde, könnte ein Blick in die Wiedergutmachungsakte 1947 – 1958 oder die Korrespondenzakte klären, die sich ebenso im Staatsarchiv Hamburg befinden. Dem oben zitierten Aufsatz ist zu entnehmen „Nach Kriegsende gab er gegenüber den britischen Besatzungsbehörden an, mehrmals in einem Konzentrationslager inhaftiert gewesen zu sein. Auch der Nachruf im Hamburger Echo führte eine Inhaftierung im Jahr 1944 wegen eines vermutlich defätistischen Witzes auf, aus der Haft sei Behnke schwer gezeichnet zurückgekehrt. Weitere Informationen über seinen Werdegang in der NS-Zeit sind nicht bekannt.“ Sie möchten sich auf die Suche nach dem Quellen machen? Dann lassen Sie mich und andere gern daran teilhaben!
Name: Otto Friedrich Behnke
Titel:
Geschlecht: männlich
Beruf: Gastronom
GND:
Geburtsdatum: 13.08.1899
Geburtsort: Hamburg
Sterbedatum: 29.01.1964
Sterbeort: Hamburg
Sonstiges: -
Nachlass: Staatsarchiv Hamburg
Links: -
Der spätere Oberbürgermeister der Stadt Altona, Max Brauer wuchs als Kind in einer ärmlichen und vielköpfigen Familie in Ottensen aus. Er erlernte nach der Volksschule das Glasbläser-Handwerk und arbeitete für eine Glashütte in Damgarten in Mecklenburg. Dort bereits wurde er jung, im Jahr 1904 Mitglied der Gewerkschaft und gründete zudem die dortige Ortsgruppe der SPD. 1909 ging er nach Ottensen und fand dort eine Anstellung im örtlichen Konsum- Bau und Sparverein.
Im Februar 1911 nun meldete sich der 24jährige Verkäufer Max Brauer polizeilich in Wedel an und wohnte einige Monate bei dem Schneider Johannes Warnholz und dessen Familie im Tinsdaler Weg 9. Als seinen vorherigen Aufenthaltsort gab er Osternburg, ein heutiger Stadtteil von Oldenburg in Oldenburg an. Bis August 1911 war er dort wohnhaft, bis es ihn weiter nach Bahrenfeld zog. Warum er in Wedel weilte, ist bislang unbekannt. Vielleicht beaufsichtigte er die Verkaufsstelle 38, Niederlassung der PRODUKTION, die seit dem 20.07.1906 im Rosengarten 3 zu finden war? Vielleicht banden ihn auch verwandtschaftliche Beziehungen oder Parteifreunde nach Wedel?
Auch später noch, als Oberbürgermeister von Altona, kam er nach Wedel. Im Januar 1929 weihte er das Kraftwerk Schulau, das durch die Altonaer Elektrizitätswerke Unterelbe AG erbaut wurde, ein. Ein Jahr später die dazugehörigen Werkswohnungen in der Milichstraße. Als er am 26.02.1933 bei einer Kundgebung in Wedel Redner war, kamen rund 450 Personen auf den Marktplatz und hörten ihm zu. Keine Woche später geriet alles um ihn ins Wanken.
Der bekannte Sozialdemokrat Max Brauer gehörte zu den politischen Menschen, die von den Nationalsozialisten mit aller Macht verfolgt wurden. Daher flüchtete er im März 1933 zunächst nach Österreich und später durch verschiedene Länder bis er in den Vereinigen Staaten für zehn Jahre leben konnte. Nach dem Kriege kam er nach Hamburg zurück und wurde Erster Bürgermeister. Auch in Wedel kam er dann zu Besuch. Gemeinsam mit dem Bürgermeister Heinrich Gau begrüßte er anlässlich der Heimatwoche 1950 den Roland Wedel auf seinem neuen Platz.
Name: Max Julius Friedrich Brauer
Titel:
Geschlecht: männlich
Beruf: Politiker
GND: 118673378
Geburtsdatum: 03.09.1887
Geburtsort: Ottensen
Sterbedatum: 02.02.1973
Sterbeort: Hamburg
Sonstiges: -
Nachlass:
Links: -
Der Verleger Curt Brauns wohnte von August 1938 bis Ende 1949 in Wedel, ABC-Straße 16 und betrieb dort den Alsterverlag Curt Brauns. Der Verlag gab zahlreiche Bücher heraus. Zudem war Curt Brauns maßgeblich an der Herausgabe der Heimatbücher der Stadt Wedel 1939, 1950 und auch 1962 beteiligt. Nach dem Zweiten Weltkrieg betätigte er sich aktiv in der Kommunalpolitik und war vom September 1946 bis November 1949 für die SPD Mitglied der Stadtvertretung. In einer Selbstauskunft schreibt er, er wäre seit 1920 Mitglied der SAJ und seit 1928 Mitglied der KPD in Berlin gewesen. Die Publizistin Babette Gross bestätigte 1954, er hätte von 1930 - 1933 für die Arbeiter-Illustrierten-Zeitung, die Universum-Bücherei für Alle und für den Neuen Deutschen Verlag gearbeitet. Nach dem Krieg erhielt er bereits am 2.11.1945 die Lizenz B als Verleger. Interessant ist vielleicht auch, dass 1946 - 1947 der Publizist Hugo Sieker (1903-1979) mit seiner Familie in der Baracke von Curt Brauns wohnte. 1949 zieht der Verleger mit seiner Familie nach Frechen. Auch dort ist er kommunalpolitisch aktiv, wird Vorsitzender des Kultur- und Schulausschusses und ist von 1956-1961, 1969-1975 auch Kreistagsabgeordneter. 1976 erhielt er die Ehrennadel der Stadt Frechen, am 30.04.1975 auch das Bundesverdienstkreuz.
Name: Curt Hugo Brauns
Geschlecht: männlich
Beruf: Verleger und Kommunalpolitiker
GND: -
Geburtsdatum: 18.10.1907
Geburtsort: Hamburg
Sterbedatum: 26.07.1980
Sterbeort: Frechen
Sonstiges: -
Pauline Johanne Roszak ist am 08.01.1889 in eine Stader Arbeiterfamilie geboren. Sie heiratete 1909 den Maurer Otto Paul Bröker. Im Juli 1912 zog die junge Familie, die Tochter Marta war bereits 1911 geboren, nach Wedel. Zunächst wohnte die Familie Bröker in der Raffineriestraße 63 (heute Goethestraße), wechselte dann aber die Wohnung. 1913, der Sohn Willy wird geboren, wohnten sie in der Bismarckstraße 20 (heute Mozartstraße). Nur vier Jahre später, zog die Familie an den Rollberg. 1930 konnten sie ihr Eigenheim Voßhagen 67 beziehen.
1919 begann für das Ehepaar Paul und Pauline Bröker die politische Arbeit für die Stadt Wedel. Paul nahm am 23.02.1919 für die SPD einen Sitz in der Stadtvertretung wahr. Pauline wurde ebenfalls von der SPD als bürgerliches Mitglied in den Gesamtarmenverband und die Schuldeputation berufen. Ihre ausdauernde Mitarbeit in diesen Gremien ermöglichte ihr bei der darauffolgenden Stadtverordnetenwahl einen guten Listenplatz. Am 04.05.1924 wurde sie in die Stadtvertretung gewählt und am 12.12.1929 – sie stand auf Platz zwei der sozialdemokratischen Kandidatenliste - erneut im Amt bestätigt. Ihr Mann zog sich aus der Kommunalpolitik zurück, hatte aber weiterhin Parteiinterne Ämter. Pauline hingegen arbeitete bis zum Ende der Weimarer Republik in diversen Ausschüssen. Im Gesamtarmenverband, später Fürsorgekommission von1919 bis 1933, in der Schuldeputation von 1919 bis 1929 und in der Volksbibliothekskommission von 1924 bis 1933. Darüber hinaus war sie zeitweilig in der Museumskommission und im Verwaltungsausschuss für das Krankenhaus.
Ab mindestens 1923 war Pauline Bröker auch aktives Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft der Frauen der Elbgemeinden. Im Januar 1924 findet sie im Hamburger Echo Erwähnung, da sie in der Versammlung einen Beitrag leistet. Im Jahr 1927 hatte sie den Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft, deren Veranstaltungen recht vielfältig waren. So berichtete die Reichstagsabgeordnete Louise Schröder über ihre Arbeit, es gab Informationen zu gewerkschaftlichen Anliegen, aber es fanden auch fröhliche Spiele statt, damit „die dort anwesenden Kinder zu ihrem Recht kamen“.
Sie war auch überregional aktiv. So vertrat sie 1928 die Wedeler Sozialdemokraten auf der Frauenkonferenz des 4. Bezirks als Delegierte. Auf der Konferenz in Itzehoe sprach sie über die von ihr organisierten außerordentlich gut besuchten Frauenabende in Wedel. Für den Stimmbezirk 2 wurde sie im gleichen Jahr zur Delegierten in den außerordentlichen Bezirksparteitag in Kiel berufen.
Ein großes Anliegen war ihr die Arbeiterwohlfahrt. Seit mindestens 1926 war sie Vertreterin der Arbeitsgemeinschaft Elbgemeinden der Arbeiterwohlfahrt und versuchte, die Arbeiterwohlfahrt zu fördern.
1929 schlug die SPD sie als Kandidatin für den Kreistag vor. Nach der Wahl am 17.11.1929 zog Pauline Bröker als einzige Frau in den Kreistag ein. Während dieser Zeit war sie in der Wohlfahrtskommission und im Ausschuss für das Kreisjugendamt vertreten. Abrupt beendet wurde ihre politische Laufbahn mit einem Schreiben des Bürgermeisters Dr. Harald Ladwig vom 12.03.1933, der alle gewählten SPD-Abgeordneten auf Anordnung des Landrats gemäß § 1 der nationalsozialistischen “Verordnung zum Schutze von Volk und Staat” vom Amt entfernt. Genau an diesem Tage war Pauline Bröker wieder in den Kreistag gewählt worden. Über ihren Weg während der nationalsozialistischen Diktatur wissen wir nichts. Es ist anzunehmen, dass sie sich völlig aus der Politik zurückzog. Bemerkenswert ist noch, dass ausschließlich ihr Mann Paul von 1933 bis 1934 zur regelmäßigen Meldung auf das Polizeirevier musste, von Repressalien ihr gegenüber ist nichts aktenkundig.
Paul und Pauline Bröker lebten noch einige Jahre in ihrem 1930 in Eigenarbeit am Voßhagen 67 erbauten Haus, bis Pauline am 24.03.1943 54-jährig einer schweren Krankheit erlag. Ihr Mann Paul starb zwei Jahre später.
Beide scheinen aber den politischen Gestaltungswillen an ihre Kinder weitergegeben zu haben. Sowohl Mathilde Luise Marta Bröker später verh. Damkowski (1911 – 1982) und Willy Paul Otto Bröker (1913 – 1992) werden aktive Sozialdemokraten. Beide waren im Widerstand aktiv. Im Prozess am Volksgerichtshof wurde ihnen vorgeworfen, Protestschriften in der elterlichen Wohnung angefertigt und verbreiteten zu haben. Dafür wurden sie wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu Gefängnisstrafen verurteilt.
Beide sind nach dem Krieg weiterhin für die SPD politisch aktiv. Willy in Wedel und Marta in Hamburg.
Name: Pauline Bröker geb. Roszek
Titel:
Geschlecht: weiblich
Beruf: Politikerin
GND: -
Geburtsdatum: 08.01.1889
Geburtsort: Stade
Sterbedatum: 24.03.1943
Sterbeort: Wedel
Sonstiges: -
Nachlass:
Links: -
Der Sohn eines Wedeler Kapitäns wanderte bereits mit 16 Jahren 1879 nach New York aus. Hier gründetet er 1897 in Hoboken an der Washington Street ein erfolgreiches Unternehmen zur Herstellung und zum Verkauf von Möbeln und Bodenbelägen. Zudem war er eine einflussreiche Persönlichkeit in der Deutschen Gemeinde von Hoboken. So war er u.a. Diakon einer Deutschen Evangelischen Kirche, Präsident des Plattdeutschen Volksfest Verein von New York und Präsident des Reitervereins. Er hielt sein Leben lang eine enge Beziehung zu seiner Geburtsstadt. So organisiert er nach dem Ersten Weltkrieg für die notleidende Bevölkerung Wedels Lebensmittelspenden, die so genannten „Liebesgaben“. Sein letzter Besuch im Juni 1931 zeigt ihn mit seinem Bruder Emil Cordts und seiner Schwester Frau Grumber gemeinsam mit dem Bürgermeister Friedrich Eggers, dessen Frau Anna und dem Redakteur des New Yorker „Herold“ anlässlich eines offiziellen Besuches auf den Treppen des Villen-Restaurants in Schulau.
Name: Frank H. Cordts eigentlich Franz Hinrich Cordts
Titel:
Geschlecht: männlich
Beruf: Unternehmer
GND:
Geburtsdatum: 20.12.1863
Geburtsort: Schulau
Sterbedatum: 23.01.1932
Sterbeort: Montclair, Essex, New Jersey
Sonstiges: -
Nachlass:
Links: -
Der Sensationsdarsteller lebte seit 1966 in einem Einfamilienhaus an der Haubargtwiete in Wedel. "Der Mann mit dem roten Schal" war im Stadtbild von Wedel sehr präsent. Trotz seiner auswärtigen Auftritte und Aktivitäten fehlte er auf keinem Stadtfest und beteiligte sich aktiv mit Show-Einlagen an zahlreichen Eröffnungszeremonien für Straßen oder Gebäude. Dabei zeigte er sich obendrein sehr spendabel gegenüber vielen Einrichtungen der Stadt Wedel. Ein wenig Aufregung gab es, weil er zur Dekoration seines Gartens drei Grenzsteine der Herrschaft Pinneberg "entführte". Diese wurden nach seinem Tode wieder an ihren Ursprugsort gebracht.
Name: Arnim Dahl
Titel: -
Geschlecht: männlich
Beruf: Stuntman und Sensationsdarsteller
GND: 1061712214
Geburtsdatum: 12.03.1922
Geburtsort: Stettin
Sterbedatum: 03.08.1998
Sterbeort: Wedel
Sonstiges: -
Nachlass: Deutsches Filmmuseum Frankfurt
Links: -
Mathilde Luise Martha Bröker ist Tochter des Maurers Paul Otto Bröker und dessen Frau Pauline Johanne Bröker geb. Roszek - beide Eltern sind aktive Mitglieder der SPD. 1912 zieht sie mit ihren Eltern in die Raffineriestraße, die spätere Goethestraße in Wedel. Schulbesuch vom 11.04.1917 bis zur Konfirmation an Ostern 1925 an der Schule in der ABC-Straße. Für die Durchsetzung ihrer politischen Interessen wird sie Mitglied des Internationalen Sozialistischen Kampfbundes (ISK) und erhält ein Stipendium an der Philosophisch-Politischen Akademie in Melsungen. Aus dieser Akademie heraus wird sie um 1932 mit der Unterstützung eines Gutsbetriebes bei Meiningen in Thüringen betraut. Dort erledigte sie die Rechnungsführung, die sie anschließend an verschiedenen Plätzen zum Beruf machte. Nebenbei agierte sie für den ISK im Untergrund. Dabei wird sie in Bremen verhaftet und im Dezember 1938 wegen Vorbereitung zum Hochverrat am Volksgerichtshof 2. Senat in Berlin zu einem Jahr Haft verurteilt. Der Begründung nach hat sie mit Hilfe ihres Bruders Willy in der Wohnung ihrer Eltern Protestschriften entwickelt und verfasst. Ihrem Bruder Willy wird gemeinsam mit dem späteren Mann von Martha ebenfalls in der „Strafsache gegen Probst-Schmidt und andere wegen Vorbereitung zum Hochverrat“ in den Jahren 1938/1939 der Prozess gemacht. Beide werden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.
Nach der Haftentlassung ihres Verlobten, dem Bautechniker Herbert Otto Damkowski *02.01.1914 in Hamburg, traten sie Silvester 1940 im Wedeler Rathaus vor den Standesbeamten. Beide wohnten sie zu diesem Zeitpunkt in Rissen, Eckernkamp 35. Als Trauzeugen fungierten ihr Vater Paul Bröker, Voßhagen 67 und seine Mutter Johanna Antonie Damkowski geb. Wendeler. In den Erinnerungen von Martha Damkowski schreibt sie, es wäre eine fröhliche Hochzeit gewesen sei. Der Hochzeit folgten wenige gemeinsame Ehejahre. Herbert Damkowski erlangte eine Zeitlang eine Stellung bei dem Unternehmen Wayss & Freytag, wurde dann aber an die Front geschickt und verstarb am 06.09.1944 in Rumänien.
Martha Damkowski blieb ein Sohn. Sie trat in die SPD ein und wurde Frauensekretärin. 1946 bis 1953 war sie Mitglied der Hamburger Bürgerschaft und Verwaltungsleiterin der Frauenstrafanstalt Fuhlsbüttel von 1952 bis 1958. Sie verstarb 1982 in Hamburg.
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Name: Mathilde Luise Martha Damkowski geb. Bröker
Titel:
Geschlecht: weiblich
Beruf: Widerstandskämpferin und Sozialdemokratin
GND: 1113195126
Geburtsdatum: 16.03.1911
Geburtsort: Stade
Sterbedatum: 11.08.1982
Sterbeort: Hamburg
Sonstiges: -
Nachlass:
Links: -
Der Kunstmaler wohnte von 1912 bis 1915 in Wedel, Pinneberger Straße 4.
Name: Julius von Ehren
Titel:
Geschlecht: männlich
Beruf: Kunstmaler
GND: 118097695
Geburtsdatum: 23.08.1864
Geburtsort: Altona
Sterbedatum: 08.11.1944
Sterbeort: Hamburg
Sonstiges: -
Nachlass:
Links: -
Die 1923 in Hamburg als Tochter des Hamburger Malers Ernst Volbrecht und seiner Frau Dora geborene Inge studierte 1945 - 1949 Malerei an der Kunsthochschule Hamburg bei Prof. W. Grimm, K. Kaschak und bei Erich Hartmann, Vertreter der Hamburger Sezessionisten. Als Auszeichnung erhielt sie ein Stipendium der Hochschule. Nach Beendigung der Ausbildung arbeitete sie als freischaffende Künstlerin.
1951 wurde Wedel ihre Heimat. Sie trat 1955 in die Künstlergilde Pinneberg, 1964 in den Berufsverband Bildender Künstler Hamburg und 1976 in die GEDOK Hamburg ein.
Sie nahm an zahlreichen Gemeinschaftsausstellungen der Verbände in Schleswig-Holstein und Hamburg teil, hatte aber auch verschiedene Einzelausstellungen.
Die Künstlerin verstarb 2007.
Name: Inge Dora Betty Emma Feilcke-Volbrecht
Titel:
Geschlecht: weiblich
Beruf: Malerin
GND: -
Geburtsdatum: 06.12.1923
Geburtsort: Hamburg
Sterbedatum: 2007
Sterbeort: Rellingen
Sonstiges: -
Nachlass: -
Links: www.inge-feilcke-volbrecht.de
Maler, seit März 1945 in Wedel wohnend.
Name: Albert Ludwig Glaser
Titel:
Geschlecht: männlich
Beruf: Maler
GND: -
Geburtsdatum:27.08.1899
Geburtsort: Danzig
Sterbedatum: 10.03.1978
Sterbeort: Hamburg
Sonstiges: -
Nachlass: -
Links: -
Hela Gruel kam 1902 in Bremen zur Welt. Über ihre Herkunft und ihr Leben vor ihrer Ankunft in Wedel ist nur wenig bekannt. Sie selbst schreibt in Briefen, dass ihr Vater ein königlicher Kaufmann der Hansestadt Bremen gewesen sei und dass sie eine mehrjährige Gestapo-Haft erlitten hätte. Auch eine jüdische Herkunft deutete sie an. Bekannt ist, dass ihr Vater ein Speditionsgeschäft hatte und sie evangelisch getauft wurde. Eine umfangreiche Filmographie zeigt, dass sie vor dem Krieg durchgehend Filme drehte. Sie schloss mehrere Ehe, u.a. mit dem Schauspieler Heinz Wemper. Nach dem Krieg lebte sie eine Zeitlang auf dem Gebiet der ehemaligen DDR, zuletzt in Ost-Berlin. Auch dort drehte sie für die DEFA einige Filme. Im Januar 1958 kam sie als politischer Flüchtling nach Wedel. Zu dem Zeitpunkt war sie durch eine Wirbelsäulenverletzung und stark verminderter Sehkraft nahezu berufsunfähig. Dennoch sah man sie im „Stahlnetz“, im „Gasthaus an der Themse“, als Großmutter von „Arpad, der Zigeuner“ und auch in dem vom Wedeler Hansjörg Martin geschriebenen Film „Einer fehlt beim Kurkonzert“.
Name: Hela Gruel [Künstlername]
Hela Erdmann
Geschlecht: weiblich
Beruf: Schauspielerin, Synchronsprecherin
GND: 1054343152
Geburtsdatum: 04.08.1902
Geburtsort: Bremen
Sterbedatum: 23.10.1991
Sterbeort: Wedel
Sonstiges: -
Ingeborg Hansen kam am 17. Januar 1934 in Eckernförde zur Welt und starb am17. März 2016 in Wedel. Von 1955 bis 1960 studierte sie an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Während ihre Studienzeit wurde sie in den Fächern Kunst und Werkerziehung von Kurt Kranz, Karl Kluth und Otto Stelzer unterrichtet. Parallel dazu belegte sie an der Universität die Fächer Französisch und Philosophie. Danach konnte sie ein Jahr in Paris studieren.
Als im April 1965 das Johann-Rist-Gymnasium in Wedel den Schulbetrieb aufnahm, wurde sie dort Kunsterzieherin und Philosophielehrerin. Zu Beginn gehörten der Lehrerschaft sieben Lehrerinnen und 15 Lehrer an. Neben Ihre Tätigkeit als Lehrerin war sie weiterhin künstlerisch tätig. Ingeborg Hansen war eine Lehrkraft, die von ihren Schülern viel abverlangte. Aber auch von sich selbst, die in ihrer Kindheit an Kinderlähmung erkrankt war und dadurch zeitlebens unter Bewegungseinschränkungen und Schmerzen litt, verlangte sie viel. Sie war eine willensstarke Persönlichkeit, die im Gymnasium eine beachtliche Sammlung zeitgenössicher Kunst aufbaute und ihre Schüler förderte.
Außerdem engagierte sich besonders für die Kultur in Wedel und setzte sich aktiv für den Erhalt des historischen Reepschlägerhauses ein. Das Reepschlägerhaus wurde dank ihrer Expertise zum anerkannten Raum für Ausstellungen. Für ihr Engagement erhielt sie 1995 die Ehrennadel des Landes Schleswig-Holstein. 2007 ging sie nach über 40 Jahren Lehrtätigkeit in den Ruhestand.
Als Mitglied des Bundesverbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler Hamburg und Schleswig-Holstein nahm sie an den Landesschauen in den Jahren 1962, 1963 sowie 1970 bis 1972 teil.
Von ihren Werken der Jahre 1957-1993 gab es eine 1994 Einzelausstellung, die in Wedel im Rathaus und im Reepschlägerhaus, sowie im Plöner Schweninehaus und im Eckernförder Heimatmuseum gezeigt wurde. Zehn Jahre später wurde eine weitere Einzelausstellung im Reepschlägerhaus in Wedel gezeigt. Ein Jahr nach ihrem Tod initiierten einige ihrer Wegbegleiter eine Ausstellung zur Erinnerung an Ingeborg Hansen im Reepschlägerhaus in Wedel.
Name: Ingeborg Hansen
Geschlecht: weiblich
Beruf: Kunsterzieherin und Malerin
GND: 1122206496
Geburtsdatum: 17.01.1934
Geburtsort: Eckernförde
Sterbedatum: 17.03.2016
Sterbeort: Wedel
Sonstiges: -
Rita Hintze zog mit ihrem Mann Horst 1956 nach Wedel und bildete sich ab den 1980er Jahren künstlerisch fort. Ab 1983 nahm sie an Einzel- und Gruppenausstellungen teil. 1992 übernahm sie die Kreativwerkstatt am Rosengarten und gab ihr Wissen und ihre Begeisterung in zahlreichen Kunstkursen an Kinder und Erwachsene weiter. 1993 traten sie und ihr Mann der Künstlergilde Kreis Pinneberg e. V. bei, beide waren zudem engagierte Mitglieder im Kulturforum Wedel. 1997 erhielt Rita Hintze für ihren kreativen Einsatz den Kulturpreis der Sparkasse Wedel. Sie stellte mehrfach im Reepschlägerhaus und im Rathaus Wedel aus, 2014 gab es eine Retrospektive im Rathaus anlässlich ihres 80. Gebürtstags. Sie verstarb 2023.
Name: Rita Hintze
Geschlecht: weiblich
Beruf: Kauffrau und Malerin
GND: -
Geburtsdatum: 1934
Geburtsort: Altona
Sterbedatum: 14.09.2023
Sterbeort: Wedel
Sonstiges: -
Name: Rudolf Höckner
Titel: -
Geschlecht: männlich
Beruf: Kunstmaler
GND: 116924004
Geburtsdatum: 28.07.1864
Geburtsort: Wolkenstein (Erzgebirge)
Sterbedatum: 22.04.1942
Sterbeort: Bad Mergentheim
Sonstiges: -
Nachlass: Stadtarchiv Wedel
Links: -
Die Hamburger Finanzbehörde hat ein Forschungsprojekt über die Rolle der Hamburger Finanzverwaltung im Nationalsozialismus in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse nun über die Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen präsentiert wird.
Der in Wedel wohnende Auktionator Andreas Huck war auch einer der Profiteure des perfiden Finanzsystems des NS-Staates. Er versteigerte im Auftrag der Finanzbehörde Hamburg den Hausrat und weiteres Umzugsgut der deportierten Juden und führte die daraus entstandenen Erlöse an den Oberfinanzpräsidenten. Ein Anteil der Erlöse war sein Verdienst.
Der Rechtskonsulent Andreas Christian Heinrich Huck (* 24.10.1883 Hamburg + 08.04.1967 Altona) wohnte mit seiner Ehefrau Elfriede geb. Wolters ab 1927 in Wedel, zunächst als Mieter im Holsteinischen Haus, Rolandstraße 9. Als er zwei Jahre später durch den Kreis Pinneberger Landrat Niendorf die Bestallung zum beeidigten und öffentlich angestellten Auktionator für die Amtsgerichtbezirke Altona, Blankenese und Uetersen erhielt, wohnte er im Ansgariusweg. Dort erhielt er 1931 sogar einen Telefonanschluss. 1935 zog er erneut um und wohnte in der Mühlenstraße 5. Bevor er im Dezember 1963 die Stadt Wedel gen Hamburg verließ, wohnte er zur Miete Beim Hoophof 20.
Versteigerungen werden ein einträgliches Geschäft für Huck gewesen sein. Vermutlich hat er die ersten Jahre keinen separaten Geschäftssitz. Für 1942 gibt es Hinweise auf einen Geschäftssitz in der Großen Bergstraße 133. In Wedel führt er die Auktionen in der Regel in Gasthäusern durch, im Holsteinischen Haus oder im Wedeler Hof. Unter den Hammer kamen beispielsweise Wohneinrichtung von Verstorbenen oder auch eine Geschäftsauflösung. So wurde er in den 1940er Jahren auch tätig bei der Versteigerung des Vermögens von deportierten Juden. Einer seiner „Fälle“ war der von Jetta "Sara" Husmann aus der Bahnhofstraße 28.
Jetta Husmann geb. Kahn hatte 1928 den Woll- und Weisswarenhandel von ihrem verstorbenen Mann übernommen. Da sie jüdischen Glaubens war, hatte sie verschiedene Repressalien über sich ergehen lassen müssen. So erhielt sie bereits am 8. November 1938 durch das Finanzamt Elmshorn die Aufforderungen, die Judenvermögensabgabe zu zahlen. Kurz nachdem sie im Juli 1942 im Alter von 70 Jahren den Deportationsbefehl zum Abtransport in ein Lager bekam, setzte sie ihrem Leben am 17.07.1942 in Wedel ein Ende, indem sie sich erhängte. Zwei Monate später, am 22.09.1942 verfasste der vereidigten Auktionator Andreas Huck ein Schreiben an Frau Husmann, in dem er die zur Versteigerung anstehenden Gegenstände der Jetta „Sara“ Husmann anführte. Ob der Versteigerer Huck tatsächlich nicht wusste, dass er sein Schreiben in die Bahnhofstraße an eine Verstorbene richtete, die maximal 5 Gehminuten von seiner Wohnung Beim Hoophof entfernt wohnte?
Den Akten des Oberfinanzpräsidiums Hamburg, die sich heute im Staatsarchiv Hamburg befinden, kann entnommen werden, dass die Versteigerung ihrer Sachen am 28.09.1942 - höchstwahrscheinlich im Amtsgerichtsgebäude An der Drehbahn 36 in Hamburg - dem Hamburger Stadtsäckel 235 RM eingebrachte. Unter den Hammer kamen u.a. ihr Bett und der Kleiderschrank, aber auch Handschuhe, Strümpfe und ein Schirm.
Noch bis nach Kriegsende war Huck als Auktionator im Geschäft. Seine Diensträume lagen 1946 am Jungfernstieg, in den 1950er Jahren wieder in Altona, in der Barnerstraße 1. Auch wenn er für Wedel sein Gewerbe abgegeben hatte, so führte er hier doch mit Sondergenehmigung in den 1950er Jahren Auktionen durch. So versteigerte er 1951 das Vieh des Landmannes Tumforde auf dem Scharenberg, 1952 das Vieh und das Inventar der Baumschule Karl Heinsohn und zuletzt 1952 Gegenstände aus der Konkursmasse des Autohauses Schmidt im Rosengarten 14.
Jahre zuvor, wenige Monate nach Beendigung des Krieges forderte die britische Militärregierung eine Liste von 24 Personen ab, die gemeinsam die Ratsversammlung abbilden könnten. Auf dieser von der Stadtverwaltung angefertigten Liste durften weder belastete Parteigenossen noch Großindustrielle sein, auch Flüchtlinge sollten benannt werden. Auf dieser Liste vom Oktober 1945 stand auch der Name des Auktionator Andreas Huck. Somit wurde er ein Mitglied der durch die Militärregierung aufgestellten Stadtvertretung. Zum Dezember 1945 führte die Militärregierung eine Doppelspitze der Rathausführung ein. Nach der Vorschrift hatte ein Stadtdirektor die Verwaltung zu leiten, der Stadtvertretung aber stand ein ehrenamtlicher Bürgermeister vor. Nun entschied sich der bisher amtierende kommissarische Bürgermeister Georg Jessen, das Amt des Stadtdirektors zu übernehmen. Für das Ehrenamt des Bürgermeisters schlug Wing Commander Bryant vorläufig den Auktionator Andreas Huck vor. Dieser wurde nun in der Sitzung der Stadtvertretung am Donnerstag, den 17.01.1946 zum Bürgermeister ernannt. Von Anfang an hat Huck es nicht leicht mit der Sitzungsführung der Stadtvertretung. Bereits im Februar 1946 kommt es zu Zwist wegen seines Auftretens gegenüber anderen Stadtvertretern. Im Juni 1946 schlug der Stadtdirektor Jessen dem Military Governor vor, das SPD-Mitglied Hans Heiseke für den am 5. 6.1946 ausgeschiedenen Huck zu benennen. Eine Begründung gab es leider nicht. Das Amt des ehrenamtlichen Bürgermeisters wurde nun zum 6 Juni 1946 dem Angestellten und SPD-Mitglied Heinrich Schacht übertragen, der das Amt bis zum April 1950 ausübte. Andreas Huck übernahm keine weiteren öffentlichen Ämter mehr.
Name: Andreas Christian Heinrich Huck
Geschlecht: männlich
Beruf: Rechtskonsulent und öffentlicher Auktionator
GND: -
Geburtsdatum: 24.10.1883
Geburtsort: Hamburg
Sterbedatum: 08.04.1967
Sterbeort: Hamburg
Sonstiges: -
Theodor Johannsen legte mit seinem Schwager Wilhelm Petersen ab 1912 den Grundstock für das Unternehmen Petersen und Johannsen. Diese vertrieb zunächst Honig, vermarktete dann Heringe und Dörrobst und stieg schließlich in die Produktion von Margarine ein. Mit einem landesweitem Vertriebsnetz und mit kluger Marketingstrategie wurde die Margarine unter dem Namen "Schwarzbunt" vertrieben. Theodor Johannsen verstarb 1931 und hinterließ die Firma seiner Tochter Hertha, Ehefrau des Lehrers Wilhelm Ladiges. Dieser verkündete zwei Jahre später die Aufgabe des Verteilerbetriebes zugunsten eines reinen Verkaufsgeschäftes, das letzte Inventar musste 1942 versteigert werden.
Nähere Informationen über die Firma Petersen und Johannsen finden Sie in der Publikation "Margarine für Deutschland" von Dr. Thies Bitterling in der Reihe Beiträge zur Wedeler Stadtgeschichte Band 8.
Name: Ludwig Carl Theodor Johannsen
Titel:
Geschlecht: männlich
Beruf: Unternehmer
GND:
Geburtsdatum: 26.04.1877
Geburtsort: Bevern
Sterbedatum: 03.10.1931
Sterbeort: Wedel
Sonstiges: -
Nachlass:
Links: -
Hermann Kegel war einer der Söhne des Vollziehungsbeamten Franz Kegel. Er und seine Geschwister - der Kantor der Kirchengemeinde Heinz Kegel und Hildegard Johannsen geb. Kegel - verbrachten die Kindheit in Wedel. Hermann war Maler und Kunsterzieher in Süddeutschland.
Name: Hermann Kegel
Titel:
Geschlecht: männlich
Beruf: Kunsterzieher und Maler
GND: 1012380785
Geburtsdatum: 08.07.1913
Geburtsort: München
Sterbedatum: 03.11.2004
Sterbeort: Wangen im Allgäu
Sonstiges: -
Nachlass:
Links: -
Helmuth Ketel war der Sohn des Kaufmanns und Maurers Hellmuth Ketel und dessen Frau Catharina geb. Goetjens. Nach seiner Ausbildung zum Schlachter ging er 1913 zur Marine, wo er als Signalgast auf dem Kreuzer Emden fuhr. Während des Ersten Weltkrieges wurde er im Lager Tokyo-Asakusa gefangengehalten und später ins Lager Narashino verlegt. Nach seiner Entlassung eröffnete er 1927 in Tokyo die bekannte Bar "Rheingold", drei Jahre später das Retaurant Ketel. (Mehr zu Ketel und den Restaurants) Er war in erster Ehe mit Hanako Ishii und in zweiter Ehe mit Akiko Kimura verheiratet und hatte insgesamt sechs Kinder.
Name: Hellmuth Friedrich Carl Ernst Ketel
Titel:
Geschlecht: männlich
Beruf: Gastwirt
GND:
Geburtsdatum: 25.04.1893
Geburtsort: Wedel
Sterbedatum: 14.01.1961
Sterbeort: Chigasaki (Japan)
Sonstiges: -
Nachlass:
Links: -
Herbert Kirchhoff wurde als Sohn des Pächters der Wedeler Ziegelei an der Holmer Straße geboren. Er ging vermutlich in den 1920er Jahren nach Südamerika. Er war ein bekannter Fotograf und schuf zahlreiche Bildbände über Argentinien, Brasilien oder auch Peru. Nähere Informationen über sein Schaffen sind derzeit noch nicht bekannt. Sollten Sie über weitere Informationen oder gar Fotos von Ihm verfügen, so kontaktieren Sie mich bitte.
Name: Herbert Kirchhoff
Titel:
Geschlecht: männlich
Beruf: Fotograf
GND:
Geburtsdatum: 23.06.1909
Geburtsort: Wedel
Sterbedatum: 09.07.1976
Sterbeort: Buenos Aires, Argentinien
Sonstiges: -
Nachlass:
Links: -
Ein Nachkomme der weitverzweigten Familie Kleinwort, der 1815 geborene Alexander Friedrich Heinrich Kleinwort ging um 1850 nach London und heiratete dort 1852 Sophia Charlotte Greverus. Das junge Ehepaar zog Mitte 1852 nach Havanna auf Kuba gegangen sein. Kleinwort baute in Kuba ein erfolgreiches Handelsgeschäft auf und profitierte vom Ausbau des Zigarrengeschäfts von H. Upmann and Sons. Nach der Rückkehr nach London gründete er 1855 in London Kleinworts merchants and foreign bankers. Als sein Sohn Alexander Drake als Juniorpartner ins Bankgeschäft einstieg, änderte man den Namen auf Kleinwort, Sons and Company. Alexander Drake Kleinwort wurde 1909 geadelt
und nannte sich fortan Sir Alexander Drake Kleinwort, 1th Baronet of Bolnore und diesen Titel tragen die Kleinworts in England noch heute.
Näheres zur Geschichte der Familie Kleinwort in Wedel
Name: Alexander Drake Kleinwort 1. Baronet von Bolnore
Geschlecht: männlich
Beruf: Kaufmann und Bankier
GND: -
Geburtsdatum: 17.10.1858
Geburtsort: Camberwell, Surrey, England
Sterbedatum: 08.06.1935
Sterbeort: Cuckfield, Sussex, England
Sonstiges: -
Der Künstler, Maler und Grafiker wohnte seit Sommer 1985 in Wedel. Er war Träger des Kreiskulturpreises 1987 und erhielt 1990 die Medaille für Kunst und Wissenschaft der Stadt Hamburg.
Name: Kurt Kranz
Titel: Professor
Geschlecht: männlich
Beruf: Maler und Graphiker
GND: 118566172
Geburtsdatum: 03.05.1910
Geburtsort: Emmerich am Rhein
Sterbedatum: 22.08.1997
Sterbeort: Wedel
Sonstiges: -
Nachlass:
Links: -
Name: Vilma Lehrmann [Künstlername]
Wilhelmine Lehrmann-Amschler geb. Lehrmann
Titel: -
Geschlecht: weiblich
Beruf: Bildhauerin
GND: 115551307X
Geburtsdatum: 25.07.1910
Geburtsort: Vršac (Werschetz)
Sterbedatum: 23.12.1989
Sterbeort: Wedel
Sonstiges: -
Nachlass: Stadtarchiv Wedel
Links: -
Hermann Molkenbuhr war ein deutscher Politiker der SPD. Er war von 1890 bis 1924 ununterbrochen Mitglied des Reichstages und war von 1911 bis 1922 neben August Bebel und Hugo Haase einer der Vorsitzenden der SPD-Reichstagsfraktion. Er gehörte damit zu den prägenden Persönlichkeiten in der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung und des deutschen Parlamentarismus.
Er wurde am Marktplatz in Wedel geboren und entstammte einfachen Verhältnissen. Sein Vater war Schneider, ging aber 1861 in Konkurs, so dass die Familie nach Ottensen ziehen musste, um dort in Fabriken ihr Auskommen zu finden. Hermann ging ab 1864 zum Zigarrenmacher. Dort arbeitete er sich vom Zurichter zum Zigarrendreher hoch, gleichzeitig engagierte er sich für die aufkommenden Sozialdemokratie. Er wurde Agitator und auch Vorsitzender in Ortsvereinen.
Nach dem Erlass des „Sozialistengesetzes“ im Jahr 1878 organisierte er die Sozialdemokratie im Untergrund. Nach seiner Ausweisung 1881, wanderte er in die USA aus und arbeitete dort bis 1884 als Zigarrenmacher. Auch in den USA blieb er politisch aktiv. Nach seiner Rückkehr ging er zunächst nach Kellinghusen und gewann am 1. März 1890 das Mandat für den 6. schleswig-holsteinischen Wahlkreis (Elmshorn-Pinneberg) und zog erstmals in den Reichstag ein. Er verstarb 1927 in Berlin, seit 1950 ist seine Grabstätte in der „Gedenkstätte der Sozialisten“ in Friedrichsfelde zu finden.
Name: Hermann Molkenbuhr
Geschlecht: männlich
Beruf: Politiker
GND: 117120944
Geburtsdatum: 11.09.1851
Geburtsort: Wedel
Sterbedatum: 22.12.1927
Sterbeort: Berlin
Sonstiges: Biographie von Bernd Braun
Nachlass: Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung e.V., Bonn
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Der Journalist Alfred Müller genannt Müller-Förster * 08.10.1880 Neisse zog am 12.05.1909 mit seiner Frau Anna Hedwig Elsa geb. Paul nach Wedel in die Rissener Chaussee. Dort lebten sie ein paar Jahre und bekamen am 27.11.1910 ihre Tochter Renate Hilde Müller, sie zogen dann in die Villa in der Elbstraße 10. Von dort meldeten sie sich im Februar 1912 polizeilich ab und verließen Wedel Richtung London.
Müller-Förster war in den 1920er Jahren ein viel beschäftigter Schriftsteller und Dramaturg des Ernst-Drucker-Theaters Hamburg. Er verfasste mehrere Theaterstücke und Revuen, die an verschiedenen Hamburger Bühnen gespielt wurden. Zudem schrieb er satirische Bücher, wie z.B. "Aufgewärmte Kartoffeln: Ein Büchlein für Politiker, Schieber und Schornsteiger, für Reichspräsidenten, Schuster, Minister, Jungfrauen und solche, die es werden wollen". Zudem verfasste er Hörspiele für den Rundfunk, hatte eigene Sendungen.
Wegen seines jüdischen Glaubens hatte er ab 1933 kaum noch Aufträge. Da er ein recht enges Verhältnis zur Zirkusfamilie Sarrasani hatte, plante er für den nach Argentinien ausgewanderten Zirkus die Öffentlichkeitsarbeit zu organisieren. Doch dazu sollte es nicht kommen. Er verstarb im Juli 1935 auf dem Wege nach Buenos Aires an Bord eines Schiffes.
Im Nachruf des Hamburger Fremdenblatt vom 10.07.1935 wird erwähnt, dass seine Revue "Rund um die Alster" Hunderte von Aufführungen hatte. Auch seine Erfolge als Schlagerdichter waren groß. Seine bekanntesten Texte waren die für die Gassenhauer "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins", "Komm in meine Liebeslaube" und "Gehn wir mal nach Hagenbeck".
Name: Alfred Müller genannt Müller-Förster
Geschlecht: männlich
Beruf: Redakteur, Schriftsteller, Dramaturg
GND: 1032704020
Geburtsdatum: 08.10.1880
Geburtsort: Neisse
Sterbedatum: Juli 1935
Sterbeort: An Bord eines Schiffes Richtung Buenos Aires
Sonstiges: -
Nachlass: -
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Joachim Hinrich Ramcke wird 1839 als Sohn eines Wedeler Zimmermanns in der Pinneberger Straße geboren. Er macht eine Lehre bei einem Holzbildhauer in Altona und geht dann zunächst nach Berlin und dann nach Chemnitz. In Chemnitz trifft er auf seinen Freund Otto Wesche, der wenig später in Zwickau ein kunstgewerbliches Institut gründet. 1869 kommt Ramcke zurück nach Altona, heiratet Catharina Meyer, Tochter eines Spitzerdorfer Schiffers und arbeitet nun an der künstlerischen Ausschmückung von Hausfassaden. 1871 zieht auch er mit seiner Frau nach Chemnitz, wo er Geschäftsteilhaber bei seinem Freund Otto Wesche wird. In Zwickau erwirbt er das Bürgerrecht und lässt sich in die Stadtverordnetenversammlung wählen. Das Geschäft mit figürlichen Reliefs an Fassaden läuft gut, sodass sich die Freunde um 1895, also noch vor ihrem 60. Lebensjahr ins Privatleben zurückziehen können. Otto Wesche zieht nach Berlin, Joachim Ramcke nach Schulau. Hier erbaut er in der Schulauer Straße 69 ein stattliches Wohnhaus und war weiterhin kunsthandwerklich tätig. Er verstarb 1917. Im Jahr 2013 erarbeitete der Historiker Dr. Thies Bitterling einen Vortrag über Ramcke. Das Manuskript ist hier nachzulesen.
Bislang bekannte Werke:
1898 Gipsrelief der Kinder der Fabrikantenfamilie Johann Diedrich Möller
1907 Mitarbeit an der Restaurierung des Roland
1908 Gipsrelief für die Roland-Weinstube
1908 Büste und Plakette des Johann-Rist-Denkmals
1910 Gipsrelief des Parnass für die Gastwirtschaft Schöne Elbaussicht
Nach einem Atelier-Foto vom März 1913 gestaltete er ein Epitaph für den Pastor und Superintendenten Friedrich Meyer für die Stadtkirche von Zwickau. Und im März 1915 wurde im Atelier des Künstlers eine Büste des Fabrikanten Johann Diedrich Möller aus Wedel, die Büste von Ernst Geßner von seinen Arbeitern und ein Portrait von einem Herrn Schlobig fotografiert. Außerdem ist bekannt, dass er für verschiedene Museen Gipsköpfe für die Präsentation von Trachten anfertigte.
Name: Joachim Hinrich Ramcke
Geschlecht: männlich
Beruf: Bildhauer
GND: -
Geburtsdatum: 26.03.1839
Geburtsort: Wedel
Sterbedatum: 17.04.1917
Sterbeort: Wedel
Sonstiges: -
Nachlass: -
Links:
Name: Johann Rist
Titel: -
Geschlecht: männlich
Beruf: Dichter und evangelisch-lutherischer Prediger
GND: 118745425
Geburtsdatum: 08.03.1607
Geburtsort: Ottensen
Sterbedatum: 31.08.1667
Sterbeort: Wedel
Sonstiges: -
Nachlass: -
Seit 1995 stellte Nikolaus Roth regelmäßig seine Kunst in Wedel, Blankenese, Rissen und Hamburg aus. Von 1998 bis zu seinem Tode veröffentlichte er in seinem Kunstkalender die 12 schönsten Aquarelle des vergangenen Jahres. mehr
Name: Nikolaus Herbert Bernward Roth
Titel:
Geschlecht: männlich
Beruf: Graphiker und Maler
GND:
Geburtsdatum: 15.11.1936
Geburtsort: Hildesheim
Sterbedatum: 04.11.2017
Sterbeort:
Sonstiges: -
Nachlass: -
Links: -
Fritz Sänger (1901–1984) war ab 1959 einige Jahre lang Bürger von Wedel. Er war der erste Chefredakteur der Deutschen Presseagentur (dpa) und ein engagierter Sozialdemokrat. Der Bundestagsabgeordnete war Mitautor des Godesberger Programms. Anlässlich seines 80. Geburtstages schuf der Vorstand der Bundes-SPD den Fritz-Sänger-Preis für mutigen Journalismus, der auch heute noch verliehen wird. Drei Jahr zuvor erschienen seine Lebenserinnerungen mit dem Titel „Verborgene Fäden“. Fritz Sänger hatte mehrere Kinder. Unter ihnen den sozialdemokratische Wedeler Stadtverordnete und stellvertretende Bürgermeister Siegfried Sänger.
Name: Paul Fritz Sänger
Titel:
Geschlecht: männlich
Beruf: Journalist und Politiker
GND: 118604791
Geburtsdatum: 24.12.1901
Geburtsort: Stettin
Sterbedatum: 30.07.1984
Sterbeort: München
Sonstiges: -
Nachlass: -
Links: -
Ewald Gerhard Seeliger war von etwa 1910 - 1914 Bürger von Wedel. Während diesen Zeitraumes wohnte er bei seinem Bruder Paul Seeliger, dem Konstrukteur und Werkmeister in der Firma J.D. Möller im Rosengarten 6. In diesen Wedeler Jahren verfasste der Schriftsteller sein bekanntes Werk "Peter Voß der Millionendieb", welches mehrfach verfilmt wurde.
Name: Ewald Gerhard Seeliger
Titel:
Geschlecht: männlich
Beruf: Schriftsteller
GND: 119145685
Geburtsdatum: 11.10.1877
Geburtsort: Rathau
Sterbedatum: 08.06.1959
Sterbeort: Cham
Sonstiges: war unter verschiedenen Pseudonymen bekannt
Nachlass: -
Links:
Albert Vietor geriet im Februar 1982 in die Schlagzeilen der bundesdeutschen Medien. Der langjährige Vorstandsvorsitzende der gewerkschaftseigenen Baugesellschaft „Neue Heimat“, stand unter Verdacht, sich aus dem Vermögen der „Neue Heimat“ bereichert zu haben. Die durch einen Bericht in der Zeitschrift Spiegel aufgeworfenen Vorwürfe veranlassten den Deutschen Gewerkschaftsbund dazu, den Vorstand der „Neue Heimat“ zu entlassen. Nach weiterführenden Untersuchungen wurde die hohe Verschuldung des Konzerns bekannt. Vietors Versuche, auf dem Gerichtswege eine Rehabilitation zu erreichen, hatten keinen Erfolg. Im Gegenteil, ein Hamburger Gericht wies seine Klage zurück und stellte 1984 seine Mitschuld am Schaden, der sich auf über 100 Mio. DM bezifferte, fest. 1986 wurde der gesamte Wohnungsbestand des Konzerns über einen Treuhänder verkauft. Auch in Wedel wurden die Wohnhäuser, die meisten lagen am Elbhochufer, verkauft. Nach anfänglichen Überlegungen der Stadt, die Gebäude zu übernehmen, fanden sich für den Wohnraumbestand mehrere private Investoren. Albert Vietor erlebte dies nicht mehr, er verstarb im November 1984 in der Schweiz.
Vietor wohnte von Okt 1959 bis zu seinem Tode in dem Haus An der Aue 1b in Wedel. Seine Nachbarn waren Wilma und Alfred Amschler. Die Bildhauer schufen einige Kunst am Bau für die Neue Heimat, aber auch für die Häuser von Vietor in Ascona und Wedel. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof am Egenbüttelweg.
Name: Albert Vietor
Titel:
Geschlecht: männlich
Beruf: Gewerkschafter und Vorsitzender der Neue Heimat
GND: 124999999
Geburtsdatum: 16.05.1922
Geburtsort: Kassel
Sterbedatum: 26.10.1984
Sterbeort: Ronco sopra Ascona
Sonstiges: -
Nachlass: -
Links: -
Heinrich Ludwig Walter, von allen Louis Walter genannt, war Maler- und Glasermeister. 1899 erbaute er für seine Familie das Wohnhaus in der Riststraße 7. Das Grundstück hatte sein Vater, der neben seinem Beruf als Malers, auch als Auktionator tätig war, aus einer Versteigerung. Louis Walter heiratete 1900 und hatte mit seiner Ehefrau Mary Margaretha Louise Meyer, der Tochter des Spitzerdorfer Kaufmanns Dittmer Meyer, insgesamt drei Kinder. Der älteste von ihnen ist der Konstrukteur und Erfinder Prof. Dr. Hellmuth Walter.
Der Vater von Louis Walter, Carl Ludwig Walter gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Wedel, somit kam auch Louis Walter 1898 in die die Freiwillige Feuerwehr Wedel. Er war von 31.01.1904 bis 21.07.1934 Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Wedel, deren Ehrenwehrführer er dann bis zu seinem Tode war.
Die Ausbildung als Maler erhielt er in der Handwerker- und Kunstgewerbeschule Altona. Zudem vermerkt die Regionalzeitung anlässlich der Goldenen Hochzeit im Jahr 1950 eine Ausbildung auch an der Kunstgewerbeschule Nürnberg. Nach und neben seiner Berufslaufbahn als Maler und Anstreicher folgte er daher seiner Neigung als Kunstmaler. Außerdem übernahm er 1951 die Malerarbeiten an dem Roland, der im Jahr 1950 seinen Standort gewechselt hatte und umfangreich überholt worden war. Daneben schuf er zahlreiche Werke, die noch heute in vielen Wedeler Haushalten zu finden sind.
Name: Heinrich Ludwig Walter
Titel:
Geschlecht: männlich
Beruf: Malermeister
GND:
Geburtsdatum: 20.11.1870
Geburtsort: Wedel
Sterbedatum: 13.07.1966
Sterbeort: Wedel
Sonstiges: -
Nachlass:
Links: -
Hellmuth Walter wuchs als Sohn des langjährigen Wedeler Feuerwehrhauptmannes und Malers Ludwig Walter in der Riststraße auf. Bereits im Alter von 25 Jahren sicherte er sich das erste technische Patent. Anfang der 1930er Jahre wohnt er in Berlin und tritt dort am 01.07.1931 in die NSDAP ein. 1933 verzog er nach Kiel, errichtete die Walterwerke und entwickelte dort den Walter-Antrieb für U-Boote. Trotz seiner Kriegs unterstützenden Arbeiten für das nationalsozialistische Deutschland führte er nach dem Krieg zunächst in Großbritannien und anschließend in den Vereinigten Staaten von Amerika seine Erfindungen fort. In Harrison, New Jersey, leitete er bis Ende der 60er Jahre die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Worthington Pump and Machinery Corporation. Im November 1963 wurde dem Ingenieur Professor Hellmuth Walter die goldene Diesel-Medaille der Deutschen-Erfinder-Gesellschaft für „jahrzehntelange in der Fachwelt anerkannte Pionier- und Erfinderleistungen auf dem Gebiete der Raketen- und Staustrahl-Antriebe sowie neuer chemo-technischen Kraftanlagen“ überreicht.
Der Ingenieur verstarb am 16.12.1980.
Name: Hellmuth Walter
Titel: Professor
Geschlecht: männlich
Beruf: Ingenieur und Erfinder
GND: 12363976X
Geburtsdatum: 26.08.1900
Geburtsort: Wedel
Sterbedatum: 16.12.1980
Sterbeort: Upper Montclair (New Jersey)
Sonstiges: -
Nachlass: Landesarchiv Schleswig
Links: -
Ungezählte Wedeler erinnern sich an Gerhard West – kein Wunder, denn er hat jahrzehntelang als Grundschulpädagoge in der Stadt gearbeitet. Aber daneben gibt es noch andere, die sich gut an ihn erinnern: Mitglieder vor allem seiner eigenen Generation, die ihn nicht als Schüler, sondern als Maler von Küsten- und Schiffahrtsmotiven kennen und schätzen gelernt haben.
Name: Gerhard Martin Ferdinand Otto Ludwig Adolf West
Titel:
Geschlecht: männlich
Beruf: Lehrer, Landschaftsmaler, Kunsthändler und Restaurator
GND: 129408131
Geburtsdatum: 21.01.1922
Geburtsort: Rostock
Sterbedatum: 2006
Sterbeort: Wedel
Sonstiges: -
Nachlass:
Links: -
Der 1899 in Münster geborene Richard Wieschebrink war Textilfabrikant der Firma Bel Ami. Er zog am 20.03.1951 von Ochtrup zu und wohnte zunächst in der Schulauer Straße 99, dann ab 29.06.1956 in der Holmer Straße 61. Nach Einstellung der Fabrikation verzog er am 25.11.1964 nach Hamburg Altona, Hohenzollernring 25 III.
Er war verheiratet und hatte zwei Töchter. Seine Bruder Dr. phil Theodor Wieschebrink war päpstlicher Hausprälat und Direktor des Diözesanmuseums in Münster.
Seinen Lebenslauf gibt er in der Entnazifizierungsakte von 1948 preis, die im Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland unter der Nummer NW 1039-W Nr. 1978 zu finden ist. Demnach besuchte er in den Jahren 1910-1917 das Gymnasium Paulinum in Münster und verließ es im April 1920 mit dem Zeugnis der Oberprima. Ab 1925 war er zunächst Angestellter, später Prokurist und ab 1936 Teilhaber der Firma Gebrüder Laurenz in Ochtrup. In den Jahren 1939-1943 war er als Wehrmachtsbeamter Quartiermeister für Belgien, aber auch im Russlandfeldzug eingesetzt. 1943-1944 war er Betriebsleiter der Zintenhofer Textilmanufaktur der Ostlandfaser GmbH in Sindi (Zintenhof) in Estland. Ab 1945 ging er wieder als Teilhaber in die Firma Gebr. Laurenz in Ochtrup. Parteipolitisch, so schrieb er, hätte er keine Ämter innegehabt.
Warum er Ochtrup den Rücken kehrte, wissen wir nicht. Aber im Dezember 1949 meldete er seine Firma Bel Ami in Wedel an. Zunächst produzierte er im Gebäude der Firma J.D. Möller am Rosengarten. Nach und nach wuchs die Fabrikation und er musste auch auf andere Gebäude ausweichen. Die von Wieschebrink produzierten Nylonstrümpfe mit Naht waren ein Muss für die gepflegte Dame der Nachkriegszeit. Zwischenzeitlich beschäftigte er Hunderte von Mitarbeitern, darunter sehr viele Frauen.
Diese arbeiteten bereits Anfang der 1950er in einer Scheune in der Wiedestraße. Zeitgleich begann Richard Wieschebrink 1950 mit dem Neubau eines Verwaltungsgebäudes in der Feldstraße – heute das Verwaltungsgebäude der Fachhochschule Wedel Feldstraße 143 – und dem Neubau eines Fabrikationsgebäudes an der Feldstraße – Nachgenutzt durch die Firma Schmalbach-Lubeca, Feldstraße 1947.
Im Mai 1950 kam es zu einem Vertragsabschluss zwischen dem Bundesfinanzministerium, dem Oberfinanzpräsidenten und dem Träger der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft in Bonn wegen der Überlassung eines Teils des früheren Marinegeländes für Wohnungszwecke im Erbbaurechtswege. Hier entstanden Wohnhäuser der Firma Wieschebrink, Richtfest war bereits am 3. Oktober 1950. Das Haus Schulauer Straße 99 baute er für seine Familie. Dort wohnte er 5 Jahre, bis im Juni 1956 sein Landsitz an der Holmer Straße bezugsfertig war.
1953 begann die von Wieschebrink gegründete Betriebs- und Grundstücksgesellschaft mit der Errichtung von Wohngebäuden auf dem ehemaligen Gelände der Firma Fette am Galgenberg Ecke Tinsdaler Weg. Diese benannte er nach seinen Töchtern Haus Ute und Haus Margarete.
Neben den Wohnprojekten für die Mitarbeiter war Wieschebrink ein großer Förderer der katholischen Kirchengemeinde. Im Jahr 1952 schenkte er der Kirchengemeinde das Glockenspiel aus der Glockengießerei Feldmann und Marschel in Münster. Gegossen wurden sie am 16.09.1952 in den Tönen G A C D und geweiht durch seinen Bruder, Prälat Wieschebrink.
1961 war es mit der Expansion vorbei, er verkaufte den Zweigbetrieb in Schacht-Audorf an den Mitbewerber Margaritoff und Schaffner (Opal-Strümpfe) und legte den Wedeler Betrieb zum 1. Mai 1961 still. Die Fabrikhallen in Wedel wurden verkauft. In das Verwaltungsgebäude zog die Fachhochschule Wedel (PTL) und die Maschinenhallen wurden später von der Firma Lubeca, später Schmalbach-Lubeca genutzt, die hier Weißblechdosen herstellte. Der Grundbesitz ging an andere Hände über, so erhielt 1962 die Neue Heimat die Wohnblocks am Galgenberg / Tinsdaler Weg.
Im Alter von 65 verzog Richard Wieschebrink nach Altona, dann verliert sich die Wedeler Spur.
Name: Richard Ludwig Maria Wieschebrink
Titel:
Geschlecht: männlich
Beruf: Textilfabrikant
GND:
Geburtsdatum: 15.02.1899
Geburtsort: Münster
Sterbedatum: 13.11.1977
Sterbeort: Hamburg - Altona
Sonstiges: -
Nachlass:
Links: -