Bedeutende Wedeler

Verschiedene Steckbriefe und Ausführungen zu Wedeler Persönlichkeiten und bekannten Personen haben wir hier für Sie zusammengetragen. Bei Anregungen und für weitere Informationen melden Sie sich gerne beim Stadtarchiv Wedel.

Hela Gruel kam 1902 in Bremen zur Welt. Über ihre Herkunft und ihr Leben vor ihrer Ankunft in Wedel ist nur wenig bekannt. Sie selbst schreibt in Briefen, dass ihr Vater ein königlicher Kaufmann der Hansestadt Bremen gewesen sei und dass sie eine mehrjährige Gestapo-Haft erlitten hätte. Auch eine jüdische Herkunft deutete sie an. Bekannt ist, dass ihr Vater ein Speditionsgeschäft hatte und sie evangelisch getauft wurde. Eine umfangreiche Filmographie zeigt, dass sie vor dem Krieg durchgehend Filme drehte. Sie schloss mehrere Ehe, u.a. mit dem Schauspieler Heinz Wemper. Nach dem Krieg lebte sie eine Zeitlang auf dem Gebiet der ehemaligen DDR, zuletzt in Ost-Berlin. Auch dort drehte sie für die DEFA einige Filme. Im Januar 1958 kam sie als politischer Flüchtling nach Wedel. Zu dem Zeitpunkt war sie durch eine Wirbelsäulenverletzung und stark verminderter Sehkraft nahezu berufsunfähig. Dennoch sah man sie im „Stahlnetz“, im „Gasthaus an der Themse“, als Großmutter von „Arpad, der Zigeuner“ und auch in dem vom Wedeler Hansjörg Martin geschriebenen Film „Einer fehlt beim Kurkonzert“.
 

Name: Hela Gruel [Künstlername]
Hela Erdmann
Geschlecht: weiblich
Beruf: Schauspielerin, Synchronsprecherin
GND: 1054343152
Geburtsdatum: 04.08.1902
Geburtsort: Bremen
Sterbedatum: 23.10.1991
Sterbeort: Wedel
Sonstiges: -
 

Frank H. Cordts

Der Sohn eines Wedeler Kapitäns wanderte bereits mit 16 Jahren 1879 nach New York aus. Hier gründetet er 1897 in Hoboken an der Washington Street ein erfolgreiches Unternehmen zur Herstellung und zum Verkauf von Möbeln und Bodenbelägen. Zudem war er eine einflussreiche Persönlichkeit in der Deutschen Gemeinde von Hoboken. So war er u.a. Diakon einer Deutschen Evangelischen Kirche, Präsident des Plattdeutschen Volksfest Verein von New York und Präsident des Reitervereins. Er hielt sein Leben lang eine enge Beziehung zu seiner Geburtsstadt. So organisiert er nach dem Ersten Weltkrieg für die notleidende Bevölkerung Wedels Lebensmittelspenden, die so genannten „Liebesgaben“. Sein letzter Besuch im Juni 1931 zeigt ihn mit seinem Bruder Emil Cordts und seiner Schwester Frau Grumber gemeinsam mit dem Bürgermeister Friedrich Eggers, dessen Frau Anna und dem Redakteur des New Yorker „Herold“ anlässlich eines offiziellen Besuches auf den Treppen des Villen-Restaurants in Schulau.

Name: Frank H. Cordts eigentlich Franz Hinrich Cordts
Titel:
Geschlecht: männlich
Beruf: Unternehmer
GND:
Geburtsdatum: 20.12.1863
Geburtsort: Schulau
Sterbedatum: 23.01.1932
Sterbeort: Montclair, Essex, New Jersey
Sonstiges: -
Nachlass:
Links: -

Mathilde Luise Martha Bröker ist Tochter des Maurers Paul Otto Bröker und dessen Frau Pauline Johanne Bröker geb. Roszek - beide Eltern sind aktive Mitglieder der SPD. 1912 zieht sie mit ihren Eltern in die Raffineriestraße, die spätere Goethestraße in Wedel. Schulbesuch vom 11.04.1917 bis zur Konfirmation an Ostern 1925 an der Schule in der ABC-Straße. Für die Durchsetzung ihrer politischen Interessen wird sie Mitglied des Internationalen Sozialistischen Kampfbundes (ISK) und erhält ein Stipendium an der Philosophisch-Politischen Akademie in Melsungen. Aus dieser Akademie heraus wird sie um 1932 mit der Unterstützung eines Gutsbetriebes bei Meiningen in Thüringen betraut. Dort erledigte sie die Rechnungsführung, die sie anschließend an verschiedenen Plätzen zum Beruf machte. Nebenbei agierte sie für den ISK im Untergrund. Dabei wird sie in Bremen verhaftet und im Dezember 1938 wegen Vorbereitung zum Hochverrat am Volksgerichtshof 2. Senat in Berlin zu einem Jahr Haft verurteilt. Der Begründung nach hat sie mit Hilfe ihres Bruders Willy in der Wohnung ihrer Eltern Protestschriften entwickelt und verfasst. Ihrem Bruder Willy wird gemeinsam mit dem späteren Mann von Martha ebenfalls in der „Strafsache gegen Probst-Schmidt und andere wegen Vorbereitung zum Hochverrat“ in den Jahren 1938/1939 der Prozess gemacht. Beide werden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.
Nach der Haftentlassung ihres Verlobten, dem Bautechniker Herbert Otto Damkowski *02.01.1914 in Hamburg, traten sie Silvester 1940 im Wedeler Rathaus vor den Standesbeamten. Beide wohnten sie zu diesem Zeitpunkt in Rissen, Eckernkamp 35. Als Trauzeugen fungierten ihr Vater Paul Bröker, Voßhagen 67 und seine Mutter Johanna Antonie Damkowski geb. Wendeler. In den Erinnerungen von Martha Damkowski schreibt sie, es wäre eine fröhliche Hochzeit gewesen sei. Der Hochzeit folgten wenige gemeinsame Ehejahre. Herbert Damkowski erlangte eine Zeitlang eine Stellung bei dem Unternehmen Wayss & Freytag, wurde dann aber an die Front geschickt und verstarb am 06.09.1944 in Rumänien.
Martha Damkowski blieb ein Sohn. Sie trat in die SPD ein und wurde Frauensekretärin. 1946 bis 1953 war sie Mitglied der Hamburger Bürgerschaft und Verwaltungsleiterin der Frauenstrafanstalt Fuhlsbüttel von 1952 bis 1958. Sie verstarb 1982 in Hamburg.

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Name: Mathilde Luise Martha Damkowski geb. Bröker
Titel:
Geschlecht: weiblich
Beruf: Widerstandskämpferin und Sozialdemokratin
GND: 1113195126
Geburtsdatum: 16.03.1911
Geburtsort: Stade
Sterbedatum: 11.08.1982
Sterbeort: Hamburg
Sonstiges: -
Nachlass:
Links: -

Margret Bechler geb. Dreykorn war eine deutsche Offiziersfrau und Lehrerin. Sie war verantwortlich für die Verhaftung von Albert Jacob, der 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie verhaftet und für dies Vergehen in der DDR zu einer langjährigen Haftstrafe veruteilt. Nach ihrer Übersiedelung in die Bundesrepublik wurde sie in Wedel Lehrerin an der Albert-Schweitzer-Schule. 1978 veröffentlichte sie ihre Lebenserinnerungen unter dem Titel Warten auf Antwort.

Name: Margret Bechler geb. Dreykorn
Titel:
Geschlecht: weiblich
Beruf: Lehrerin und Offiziersfrau
GND: 118842358
Geburtsdatum: 02.02.1914
Geburtsort: Altona
Sterbedatum: 07.06.2002
Sterbeort: Wedel
Sonstiges: -
Nachlass:
Links: -

Margret Bechler

Fritz Sänger (1901–1984) war ab 1959 einige Jahre lang Bürger von Wedel. Er war der erste Chefredakteur der Deutschen Presseagentur (dpa) und ein engagierter Sozialdemokrat. Der Bundestagsabgeordnete war Mitautor des Godesberger Programms. Anlässlich seines 80. Geburtstages schuf der Vorstand der Bundes-SPD den Fritz-Sänger-Preis für mutigen Journalismus, der auch heute noch verliehen wird. Drei Jahr zuvor erschienen seine Lebenserinnerungen mit dem Titel „Verborgene Fäden“. Fritz Sänger hatte mehrere Kinder. Unter ihnen den sozialdemokratische Wedeler Stadtverordnete und stellvertretende Bürgermeister Siegfried Sänger.

Name: Paul Fritz Sänger
Titel:
Geschlecht: männlich
Beruf: Journalist und Politiker
GND: 118604791
Geburtsdatum: 24.12.1901
Geburtsort: Stettin
Sterbedatum: 30.07.1984
Sterbeort: München
Sonstiges: -
Nachlass: -
Links: -

Fritz Sänger

Hellmuth Walter wuchs als Sohn des langjährigen Wedeler Feuerwehrhauptmannes und Malers Ludwig Walter in der Riststraße auf. Bereits im Alter von 25 Jahren sicherte er sich das erste technische Patent. In Kiel errichtete er die Walterwerke und entwickelte dort den Walter-Antrieb für U-Boote. Trotz seiner Kriegs unterstützenden Arbeiten für das nationalsozialistische Deutschland führte er nach dem Krieg zunächst in Großbritannien und anschließend in den Vereinigten Staaten von Amerika seine Erfindungen fort. In Harrison, New Jersey, leitete er bis Ende der 60er Jahre die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Worthington Pump and Machinery Corporation. Im November 1963 wurde dem Ingenieur Professor Hellmuth Walter die goldene Diesel-Medaille der Deutschen-Erfinder-Gesellschaft für „jahrzehntelange in der Fachwelt anerkannte Pionier- und Erfinderleistungen auf dem Gebiete der Raketen- und Staustrahl-Antriebe sowie neuer chemo-technischen Kraftanlagen“ überreicht.
Der Ingenieur verstarb am 16.12.1980.

Name: Hellmuth Walter
Titel: Professor
Geschlecht: männlich
Beruf: Ingenieur und Erfinder
GND: 12363976X
Geburtsdatum: 26.08.1900
Geburtsort: Wedel
Sterbedatum: 16.12.1980
Sterbeort: Upper Montclair (New Jersey)
Sonstiges: -
Nachlass: Landesarchiv Schleswig
Links: -

Der Sensationsdarsteller lebte seit 1966 in einem Einfamilienhaus an der Haubargtwiete in Wedel. "Der Mann mit dem roten Schal" war im Stadtbild von Wedel sehr präsent. Trotz seiner auswärtigen Auftritte und Aktivitäten fehlte er auf keinem Stadtfest und beteiligte sich aktiv mit Show-Einlagen an zahlreichen Eröffnungszeremonien für Straßen oder Gebäude. Dabei zeigte er sich obendrein sehr spendabel gegenüber vielen Einrichtungen der Stadt Wedel. Ein wenig Aufregung gab es, weil er zur Dekoration seines Gartens drei Grenzsteine der Herrschaft Pinneberg "entführte". Diese wurden nach seinem Tode wieder an ihren Ursprugsort gebracht.

Name: Arnim Dahl
Titel: -
Geschlecht: männlich
Beruf: Stuntman und Sensationsdarsteller
GND: 1061712214
Geburtsdatum: 12.03.1922 
Geburtsort: Stettin
Sterbedatum: 03.08.1998
Sterbeort: Wedel
Sonstiges: -
Nachlass:  Deutsches Filmmuseum Frankfurt
Links: -

Arnim Dahl

Name: Rudolf Höckner
Titel: -
Geschlecht: männlich
Beruf: Kunstmaler
GND: 116924004
Geburtsdatum:  28.07.1864
Geburtsort: Wolkenstein (Erzgebirge)
Sterbedatum: 22.04.1942
Sterbeort: Bad Mergentheim
Sonstiges: -
Nachlass:  Stadtarchiv Wedel
Links: -

Rudof Höckner

Name: Johann Rist
Titel: -
Geschlecht: männlich
Beruf: Dichter und evangelisch-lutherischer Prediger
GND: 118745425
Geburtsdatum:  08.03.1607
Geburtsort: Ottensen
Sterbedatum: 31.08.1667
Sterbeort: Wedel
Sonstiges: -
Nachlass:  -
 

Johann Rist

Albert Vietor geriet im Februar 1982 in die Schlagzeilen der bundesdeutschen Medien. Der langjährige Vorstandsvorsitzende der gewerkschaftseigenen Baugesellschaft „Neue Heimat“, stand unter Verdacht, sich aus dem Vermögen der „Neue Heimat“ bereichert zu haben. Die durch einen Bericht in der Zeitschrift Spiegel aufgeworfenen Vorwürfe veranlassten den Deutschen Gewerkschaftsbund dazu, den Vorstand der „Neue Heimat“ zu entlassen. Nach weiterführenden Untersuchungen wurde die hohe Verschuldung des Konzerns bekannt. Vietors Versuche, auf dem Gerichtswege eine Rehabilitation zu erreichen, hatten keinen Erfolg. Im Gegenteil, ein Hamburger Gericht wies seine Klage zurück und stellte 1984 seine Mitschuld am Schaden, der sich auf über 100 Mio. DM bezifferte, fest. 1986 wurde der gesamte Wohnungsbestand des Konzerns über einen Treuhänder verkauft. Auch in Wedel wurden die Wohnhäuser, die meisten lagen am Elbhochufer, verkauft. Nach anfänglichen Überlegungen der Stadt, die Gebäude zu übernehmen, fanden sich für den Wohnraumbestand mehrere private Investoren. Albert Vietor erlebte dies nicht mehr, er verstarb im November 1984 in der Schweiz.
Vietor wohnte von Okt 1959 bis zu seinem Tode in dem Haus An der Aue 1b in Wedel. Seine Nachbarn waren Wilma und Alfred Amschler. Die Bildhauer schufen einige Kunst am Bau für die Neue Heimat, aber auch für die Häuser von Vietor in Ascona und Wedel.

Name: Albert Vietor
Titel:
Geschlecht: männlich
Beruf: Gewerkschafter und Vorsitzender der Neue Heimat
GND: 124999999
Geburtsdatum: 16.05.1922
Geburtsort: Kassel
Sterbedatum: 26.10.1984
Sterbeort: Ronco sopra Ascona
Sonstiges: -
Nachlass:  -
Links: -

Name: Vilma Lehrmann [Künstlername]
Wilhelmine Lehrmann-Amschler geb. Lehrmann
Titel: -
Geschlecht: weiblich
Beruf: Bildhauerin
GND: 115551307X
Geburtsdatum: 25.07.1910
Geburtsort: Vršac (Werschetz)
Sterbedatum: 23.12.1989
Sterbeort: Wedel
Sonstiges: -
Nachlass:  Stadtarchiv Wedel
Links: -

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