Historische Häuser und Höfe in Wedel

Rosengarten 14

Zuletzt Croque Corner und heute verschwunden: Im Wohn- und Fabrikgebäude der Geschäftsfrau Elise Clef aus dem Jahr 1899 am Rosengarten 14 wurden zunächst Dosen hergestellt, ab 1908 ließ die Fabrik für Haushaltungsgegenstände dort Aufwaschtische und Eisschränke anfertigen. 1928 erbaute die Firma J.D. Möller hier eine Tankstelle.

Das Gebäude Rosengarten 14 wurde im Jahr 1899 durch den Architekten August Ohle als Wohn- und Fabrikgebäude für die Geschäftsfrau Elise Clef erbaut. Elise, oder richtiger Anna Catharina Elisabeth Clef war die 1849 geborene Tochter des Käthners Wenck aus Schöningstedt. Sie heiratete 1873 in Wedel den Klempnermeister Claus Friedrich Jansen aus Uetersen, der in der Schulstraße einen Klempnereibetrieb hatte. Vier gemeinsame Töchter hatten sie, bis der Vater im November 1884 im Alter von 37 Jahren an einer Schussverletzung verstarb. Der Klempnermeister Jansen war mit einer größeren Summe Geldes auf einer Geschäftstour zu Fuß nach Pinneberg. Zu seiner eigenen Sicherheit führte er einen geladenen Revolver mit sich. Aus unerklärlichen Gründen verwundete er sich mit dem Revolver durch einen Bauchschuss so schwer, dass er wenig später in seiner Wohnung verstarb.
Die Witwe war nun auf sich alleingestellt und vermietete Zimmer an durchreisende Klempner oder Klempnerlehrlinge. Zwei Jahre später erblickte eine weitere Tochter der mittlerweile 37jährigen Witwe das Licht der Welt. Der Vater war der 29jährige Klempner Carl Grässler, ein Mieter der Witwe. Weitere vier Jahre später, im April 1890 beherbergte sie den Klempner Josef Clef aus Köln, der wenige Monate später ihr Ehemann werden sollte. Mit Josef Clef hatte sie weitere drei Kinder, von denen zwei jung starben. Spätestens um 1897 machte sich Else Clefs selbstständig und begann, Blechdosen jeder Größe und Qualität zu produzieren, die sie mit einer Anzeige im Hamburger Fremdenblatt bewarb. Ein Jahr später bereits kamen hermetisch verschlossene Seifendosen, Öl- und Petroleumskannen in ihr Angebot. Diese Handelsbeziehungen erforderten das Reisen, somit taucht ihr Name Ende des 19. Jahrhunderts immer öfter in der Gästeliste des Hotels, Rodes Gasthof in Altona auf. Um 1899 war das Geschäft so gewachsen, dass sie um die Erlaubnis zum Neubau eines Wohn- und Werkstattgebäudes im Rosengarten 14 bat. Der Architekt August Ohle entwarf ihr ein stattliches Gebäude. Bereits vier Jahre später, zog sie, vermutlich bereits von ihrem Mann getrennt, im Juni 1903 mit ihrem minderjährigen Sohn Ernst Amandus Clef nach Rissen. Hier verstarb sie 1909. Ihr 1893 geborener Sohn hingegen wanderte 1924 in die Vereinigten Staaten von Amerika aus und heiratete dort zweimal.

Das Grundstück ging nach ihrem Umzug in andere Hände und wurde von der Firma Nordische Holz- und Metallwaren-Industrie erworben. Die Firma errichtete ab 1907 einen Anbau an das Gebäude, den auch der Architekt August Ohle ausführte. Zunächst unter den Geschäftsführern Holleufer und Jahnke, ab 1908 unter den Geschäftsführern Jahnke und Groß produzierten sie hier. Einer Anzeige vom April 1908 nach wurden in der „Fabrik für Haushaltungsgegenstände, Holz- und Metallbearbeitung“ folgende Produkte hergestellt: Komplette Kücheneinrichtungen, Aufwaschtische und Eisschränke, Zusammenklappbare Aufwaschtische sowie Blechemballagen für die Farben- und chemische Industrie. In einer Sonder-Abteilung fertigten sie Acetylen-Sturmfackeln und Brenner. Bereits im Juni 1908 kommt es zu einem Unglücksfall in der Fabrik. Ein 15-jähriger Arbeiter geriet mit einem Arm in eine Hobelmaschine. Der Unterarm musste ihm im Landrat-Scheiff-Krankenhaus in Dockenhuden amputiert werden. Wie lange die Firma dort noch produzierte, ist leider nicht mehr nachvollziehbar. Spätestens 1914 befand sich das Gebäude im Eigentum der Firma J.D. Möller, deren Grundstück anschloss. J.D. Möller baute das Gebäude weiter aus und führte es später unter der Bezeichnung Fabrikationsgebäude II. 1928 wurde das Gebäude um eine Tankstelle erweitert. Einige Jahre führte die Firma Möller die Tankstelle in Eigenregie, verpachtete sie in den 1950er Jahren an die Firma ARAL. Sie wurde zum 31.12.1967 geschlossen. Der zur Straße gelegene Teil des Gebäudes wurde an verschiedene Firmen verpachtet, während im hinteren Teil die Firma J.D. Möller weiterhin produzierten. Zuletzt war in dem Gebäude bis etwa 2007 das „Croque-Corner“ zu finden. Heute ist der ganze Komplex verschwunden.

Schulauer Moorweg 25

Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Deutschland in Trümmern. Das galt nicht nur für die zerstörten Gebäude, sondern auch für Millionen von geflüchteten Menschen, die zunächst keine Heimat mehr hatten. Besonders schwer traf es Kinder, die mit Flüchtlingstransporten oder Trecks aus den Ostgebieten gekommen waren. Viele von ihnen hatten mindestens einen Elternteil verloren, etliche von ihnen hatte der Krieg zu Vollwaisen gemacht.

Für die Betreuung und die Unterbringung der rund 400 minderjährigen Vollwaisen, die in den Jahren nach dem Krieg im Kreis Pinneberg lebten, war das Kreisjugendamt zuständig. Von ihnen wurden zahlreiche Kinder in deren größeren Familienverband betreut, weitere konnten in Pflegestellen gegeben werden. Aber viele andere lebten in einem Kinderheim. Eine Statistik des Jahres 1949 listet für den Kreis Pinneberg Kinderheime in Pinneberg, Uetersen, Prisdorf, Wedel und Quickborn auf. Diese Kinderheime waren unter verschiedener Trägerschaft. Darüber hinaus gab es in der Trägerschaft des Kreise Pinneberg bereits seit mindestens 1921 das Kinderheim „Heimattreue“ in Ording. Von der Nordsee kamen auch die ersten Betreuerinnen des Wedeler Kinderheimes.
Dieses Kinderheim lag inmitten ruhigen Waldes am Schulauer Moorweg 25. Der Kreis Pinneberg hatte schon während des Zweiten Weltkrieges ein Auge auf das villenartige Gebäude geworfen. Bereits im Februar 1942 fragte die Kreisamtsleitung der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) beim Wedeler Bürgermeister nach, „ob denn das Sternberg´sche Grundstück am Schulauer Moorweg“ erworben werden könne. Diese Villa war 1923 durch den Altonaer Bauunternehmer Paul Sternberg für dessen Familie erbaut worden. Seit mindestens 1932 aber nutzte er das große Wohnhaus nicht mehr selbst, sondern versuchte, Grundstück und Villa im Wege der Versteigerung in andere Hände zu geben. Das gelang ihm erst zehn Jahre später. Bis dahin vermietete er das Haus. Einer der ersten Mieter war die SA der NSDAP, die dort bereits 1932 die SA Sportschule Altona – Rissen einrichtete. Hier residierten eine Zeitlang der Sturmführer Ferdinand Kriete, der Ortsgruppenleiter der NSDAP Rissen-Wedel - Prokurist Lüdersen, der Sturmführer Pohl, der Hauswart Hermann und weitere SA-Männer. 1942 konnte Sternberg das Grundstück an den Hamburger Kaufmann Schmidt verkaufen. Wofür dieser das große Anwesen nutzte, ist nicht bekannt.
Näheres über das Gebäude erfahren wir erst im Januar 1947. Dann teilte der Kreis Pinneberg der Zeitung mit, dass in der „Villa Schmidt“ ein Kreiskinderheim mit einer Säuglingsstation einrichtet wird. Der Kreis plante, 60 Kinder im Alter bis zu 6 Jahren, zudem 10-15 Säuglinge aufzunehmen. Ab Juni 1947 konnte das Gebäude belegt werden, zählte bei der offiziellen Einweihung im August 1947 aber „nur“ 40 Waisenkinder und 14 Säuglinge. Die Arbeiterwohlfahrt des Kreises Pinneberg war Träger des Hauses. Bis Januar 1950 lebten die Kinder dort, dann wurde das Heim aus Kostengründen wieder geschlossen. Die Kinder zogen weiter in andere Heime des Kreises Pinnebeg. Die meisten wurden dem Kinderheim „Lydia“ übergeben. Dieses Heim in Voßloch bei Bokholt-Hanredder in der Nähe von Barmstedt hatte bis zu dem Zeitpunkt möglicherweise der Stadt Elmshorn gehört. Es gibt eine Auflistung von Kinderheimen der Stadt Hamburg aus dem Jahr 1964, nach der ein „Paulinenheim“ in Vossloch bei Barmstedt in der Trägerschaft der Stadt Hamburg war. Möglicherweise ist Haus Lydia zum Paulinenheim umbenannt worden.
Die Geschichte der Kinderheime im Kreis Pinneberg liegt mehr oder weniger im Dunkeln. Die Aktenlage ist dünn, Literatur so gut wie nicht vorhanden. Herausgefunden habe ich wenige Infos zu den Heimen. So war das Kinderheim in Prisdorf zunächst ein kriegsbedingtes Ausweichquartier des Kinderheimes in Bahrenfeld der Großstadt-Mission Hamburg-Altona e.V. Dies war zuvor ein Heim für „gefallene Mädchen“. (Quelle: Homepage der Großstadt-Mission). Das Kinderheim in Quickborn war im früheren Gustloffhaus in der Querstraße untergebracht. Das Gebäude wurde 1964 abgebrochen. (Quelle: Homepage Spurensuche Kreis Pinneberg). Das Kreiswaisenhaus Kreisjugendheimstätte, dass zu Ehren des ehemaligen Landrates den Namen Gustav Niendorf Heim trug, lag am Haidkamp 38 in Pinneberg und wurde am 1. September 1947 im ehemaligen Gebäude der Kreisirrenpflegeanstalt eingerichtet. Zum Oktober 1958 wurde die Einrichtung an die Arbeiterwohlfahrt verpachtete. Mit den Jahren wurde das Gebäude zu klein und daher sollte ein Erweiterungsbau stattfinden. Diese Planungen wurden nicht verwirklicht, stattdessen wurde zum Juli 1969 das Kinderheim der AWO in Pinneberg an der Aschopstwiete eröffnet. In Waldenau-Datum hat es von 1948-1999 ein Erziehungsheim der Stadt Hamburg gegeben. (Quelle: Kreisirrenpflegeanstalt – eine kleine Chronik von Paul Thiede, 1999)
Über die Kinder, die in Wedel untergebracht waren, ebenso wie über die Betreuer dieser Kinder ist so gut wie nichts mehr bekannt, nur sehr wenige Namen – Zufallsfunde in der städtischen Meldekartei - aber keine weitere Lebensgeschichte. Ein Zeitungsartikel meldet, dass die schulpflichtigen Kinder in Rissen unterrichtet wurden. Daher findet sich nichts in den Chroniken der Wedeler Schulen.
Die erste Schwester Lieselotte Kupfer kam im Juni 1947 aus St. Peter-Ording nach Wedel. Sie ging bereits nach einem ¼ Jahr wieder zurück. Länger blieb die Hauswirtschaftsleiterin Karla, die im Juli 1947 ihren Dienst antrat und gemeinsam mit den Kindern im März 1950 ins Haus Lydia nach Voßloch ging. Als letzte Leiterin der Einrichtung kümmerte sich Schwester Elisabeth um den Umzug ihrer Schützlinge. Die in Uetersen geborene Christel kommt 1950 im Alter von 6 Monaten in den Schulauer Moorweg, wo sie einen Monat später bereits nach Voßloch geht. Ebenso wie der 12-jährige Fritz, der im November 1948 aus einem Kinderheim aus Volksdorf kommt und nach 1 ½ Jahren bei der Schließung des Heimes auch nach Voßloch geht. Der 13jährige Horst aus Hamburg bleibt 1949 für ein halbes Jahr, bis er in ein Hamburger Kinderheim nach Wentorf geht. Der 1-jährige Frank aus Pinneberg bleibt 1947 grade einen Monat in Wedel, dann zieht er zurück nach Pinneberg. Die drei Geschwister Neumann aus Danzig hatten das Alter von 6 – 10 Jahre und waren 1947 für drei Monate in Wedel untergebracht, bis sie aufgeteilt und in zwei verschiedene Heime nach Pinneberg verlegt wurden. Das Geschwisterpaar Erika und Wilhelm aus Barmstedt war 3 und 8 Jahre alt, als sie 1947 in Wedel ankamen. 3 Monate wurden sie hier betreut, bis sie ins Kreiskinderheim nach Pinneberg gingen.
Nach der Schließung des Kinderheimes zog im Oktober 1950 die Produktion der Lilie-Strumpffabrik unter dem technischen Leiter Weinrich in das Gebäude ein. Seit 1957 produzierte die Firma Markenfilm dort Werbefilme für Kino und Fernsehen.
Haben Sie mehr Informationen über das Kinderheim in Wedel? Wissen Sie von jemandem, der dort untergebracht war? Dann kontaktieren Sie bitte das Stadtarchiv Wedel.

Der Hoophof

Bahnhofstraße um 1901 - links die große Scheune und das Wirtschaftsgebäude des Hoophofes, rechts das Altenteilerhaus.

Für den Straßennamen wird sich oft der Flora oder Fauna bedient. Aber einige werden auch nach großen Höfen benannt, die dort in der Nähe standen. So beim Straßenname Beim Hoophof in Wedel. Dieser Hof ist seit dem 16. Jahrhundert zunächst im Grundbesitz der Familie von Helms. Zum Hof gehörten zahlreiche Ländereien am Hofplatz entlang der heutigen Bahnhofstraße, aber auch in Schulau. In der Mitte des 17. Jahrhunderts stirbt der Familienzweig aus. Danach geht der Besitz durch Heirat in die Familien Körner, Langeloh und Biesterfeld. Ab etwa 1748 ist er erneut im Eigentum der Familie Langeloh. Dieser Hof hatte im 18. Jahrhundert noch zahlreiche Ländereien. Die meisten lagen in dem Quadrat zwischen der Bahnhofstraße, der heutigen Gorch-Fock-Straße, der Höbüschentwiete und der Schulauer Straße. Hinzu kamen Äcker und Felder am Stock, am Voßhagen, am Grönen Born, an der Aue. In diesem Artikel beschränke ich mich ausschließlich auf das Areal rund um die ehemalige Hofstelle des Hoophofes an der Bahnhofstraße, in dem Bereich Bahnhofstraße 10 bis Bahnhofstraße 18a.
Wenn Sie mehr zu den Hofbesitzern erfahren wollen dann schauen Sie in den Aufsatz von Gisa Teßmer "Schulauer Hofgeschichten".

Bahnhofstraße 10

Auf dem heutigen Grundstück Bahnhofstraße 10 stand das ehemalige Altenteilerhaus des Hoophofes und wurde bereits 1913 verkauft. 1950 wurde das Gebäudeabgebrochen und mit dem Eckhaus Gorch-Fock-Straße überbaut.

Bahnhofstraße 12

In der Bahnhofstraße 12 standen Stallgebäude des Hoophofes. Dieses Land wurde 1912 an den praktischen Arzt Dr. med. K. Dallwig verkauft, der dort sein Wohnhaus erbaute. 1914 erweiterte es Dr. med. Alfred Knüppel. Ab 1947 praktizierte hier der Zahnarzt Dr. Hoffbauer.

Bahnhofstraße 14

Das Grundstück Bahnhofstraße 14 war Teil der Mitgift, die Adolf Holland, Direktors der Zuckerfabrik 1922 seiner Tochter Helene für die Ehe mit dem praktischen Arzt Dr. Willy Gerd Thiessen mitgab. Helene verstarb bereits ein Jahr nach Eheschließung am Kindbett, aber das Grundstück verblieb im Eigentum des Witwers, der 1934 dort ein Wohnhaus mit Praxisräumen errichtete. Das schmucke Wohnhaus überstand die Bombennacht und wurde erst 1970 abgebrochen. Es wurde gemeinsam mit dem nebenstehenden Areal Bahnhofstraße 16 vereint.

Auf dem Gelände Bahnhofstraße 16 stand bis zur Bombennacht 1943 das 1831 erbaute weichgedeckte Fachwerkwohn- und Wirtschaftsgebäude des Hoophofes. Der Hof wurde total zerstört und das Gelände lag bis 1963 brach. Es wurde durch die Familie Langeloh nicht wieder aufgebaut, sondern zunächst an den Kaufmann Schölermann verpachtet, der die Gartenanlage nutzte. Um 1960 wurde die alte Baustelle an den Makler Bruhn verkauft. Dieser ließ auf dem Gelände ein dreistöckiges Wohnhaus mit einem Geschäftsvorbau entlang der Bahnhofstraße errichten. Hier eröffnete 1963 das Bekleidungsgeschäft Corso und das Schuhgeschäft Schuh Kay seine Pforten. Ein Jahr später konnten die Wohnungen bezogen werden. 1970, bei Abbruch des nebenstehenden Gebäudes Bahnhofstraße 14 wurde ein Neubau direkt an dem Gebäude Bahnhofstraße 16 errichtet.

Bahnhofstraße 18

Bahnhofstraße 18. Dort stand die Scheune des Hoophofes. Nachdem diese 1923 abgerissen wurde, konnte das Gelände abgeteilt und verkauft werden. Der Direktor der Zuckerfabrik, Adolf Holland, bislang in der Elbstraße 52 wohnhaft, erwarb eine Parzelle und ließ sich dort 1927 eine Villa errichten. In den Steuerbüchern ist er dort ab 1936 als wohnhaft aufgeführt, 1940 wohnte er dort auch noch. Ab 1953 bis 1957 diente das imposante Gebäude der Zweigstelle Wedel des Amtsgerichts Uetersen, anschließend bis 1959 dem Amtsgericht Wedel. Nach einem größeren Umbau zog das Bettenhaus Rumöller von 1959 bis 1966 in die Räume. 1966 bis 1970 konnten dort bei Firma Gebers Teppiche und Betten gekauft werden. 1970 zog dann das alteingesessene Wedeler Haushaltswaren- und Porzellangeschäft Schneider von der Bahnhofstraße 36 in das Gebäude.

Bahnhofstraße 18a

Neben der Einmündung in den heutigen Eichendorffweg, Bahnhofstraße 18a hatte die Reichspostdirektion um Ende der 1930er Jahre Grundbesitz erworben. Auf den ehemaligen Weiden des Hoophofes sollte das Postamt Wedel entstehen, da die Räumlichkeiten im bisherigen Gebäude Rathausplatz 4 längst nicht mehr ausreichten. Durch den Krieg verzögerten sich die Planungen, dennoch konnte 1940 dort ein Fernsprechamt erbaut werden. Ab 1963 wurde dort eine Verteilerstelle für Post und Pakete, zudem eine großzügige Halle für die Schalterdienste errichtet.

Schulauer Hofgeschichten

Karte

Im Schulau des 18. Jahrhunderts gab es acht große, alte Hufen (Bauernhöfe). Im Laufe des Jahrhunderts sind sechs kleine
Sechzehntel-Hufen (Katen) hinzugekommen. Im Stadtarchiv liegt eine Karte vor, die zum „Bonitierungs-Instrument von
Schulau“ von 1786 gehört und eine Liste der Höfe und Katen und ihrer Besitzer umfasst. Da findet man z.B. Johann Körner
unter der laufenden Nummer 1. Wer war Johann Körner? Seit wann lebte seine Familie auf dem Hof? Wer waren seine
Vorfahren und wie ging es nach seinem Tod auf dem Hof weiter? Diesen Fragen geht Gisa Teßmer in den „Schulauer Hofgeschichten“ nach. Lesen Sie hier die spannende Hofgeschichte von Schulau nach.

Spitzerdorfer Hofgeschichten

In Spitzerdorf waren zahlreiche Schiffer-Familien beheimatet, die Namen Körner und Langeloh waren zahlreich vertreten. Doch wie sind diese Familienbindungen miteinander verknüpft? Aus welchen Familien stammen sie und wie verlief die Geschichte der ursprünglichen, bäuerlichen Höfe? Dieser Frage wird in der spanndenden genalogischen Betrachtung von Gisa Teßmer nachgegangen. Sie schafft einen guten Überblick über Verlauf der jeweiligen Familiengeschichte. Dieser schließt auch die Familie Biesterfeldt mit ein, die über mehrere Jahrhunderte eine dominierende Rolle in Schulau und Spitzerdorf spielte. Lesen Sie hier die spanndenen Spitzerdorfer Hofgeschichten.

Rosengarten

Heute trägt die Bundesstraße B 431 vom Rathausplatz bis zur Einmündung des Mühlenstieges die Bezeichnung Rosengarten. Die Benennung der Straße ist auf das Flurstück Rosengarten, heute etwa Rosengarten 3 - auch Rosenhof - zurückzuführen. Der Name wird erstmals in dem Kornregister von 1601 genannt. Die Bedeutung des Namens ist unklar. So kann sie auf einen alten Kultplatz, oder einen Turnierplatz aber auch auf einen Friedhof oder einen Arzneigarten hinweisen.

Erster genannter Besitzer war Berendt Diederichsen, der zur Hatzburg gehörig war. Er zahlt 1601 seine Steuern für seinen Besitz im Rosengarten. Diesem Besitz anbei ist ein Gehege, ein Radeland bei dem Hause, eine Wiese und die Falckenberge. Um 1629 verstirbt der Hofeigentümer Berendt Dieterichsen und als Gevollmächtigter der/des Erben handelt Thomas Diederichsen, der Müller zu Wedel und verkauft den Hof an den Nachbarn, Thomas Gerdeß. Dieser vereint nun die beiden Grundstücke. Über dessen Kinder kommt der Besitz um 1688 in die Familie Brunckhorst. Er wird im 18. Jahrhundert mehrfach verkauft. 1862 wird er an den Hamburger Großkaufmann Johann Caesar Godeffroy (1813 – 1885) aus Dockenhuden verkauft. Dieser erwarb zwischen 1876 – 1883 sehr große Areale in der Umgebung von Dockenhuden, Blankenese, Iserbrook und Rissen und forstete diese auf. Das Hamburger Handelshaus Joh. Ces. Godeffroy & Sohn hatte eine große Reederei mit Liniendiensten für Auswanderer nach Australien, Chile oder Kalifornien und war ein weltbedeutendes Handelsunternehmen, u.a. in der Südsee und im Stillen Ozean. Durch wirtschaftliche Krisen kam es Ende 1879 zur Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens, dennoch hielt die Familie zunächst den Grundbesitz in Wedel. 1883 wurden Teile des Hofes von der Stadt Wedel erworben, um sie der Altona-Kieler Eisenbahngesellschaft kostenfrei für die Verkehrsanbindung nach Altona zur Verfügung zu stellen.
Das Gebäude Rosengarten 3 – ein großer mit Reet gedeckter Bauernhof, in dem im Erdgeschoss noch bis 1903 Stallungen untergebracht waren - wurde 1910 an die Bau- und Grundstückserwerbsgesellschaft Produktion in Altona verkauft. Diese baute dort eine Verkaufsstelle des Konsum-, Bau- und Sparvereins „Produktion“ ein. Nach dem Verbot der gewerkschaftseigenen Geschäfte übernahm die Firma J.D. Möller Optische Werke den Grundbesitz und ließ dort verschiedene Betriebs-, aber auch Gemeinschaftsräume einbauen.
Bei dem Bombardement auf Wedel am 3. März 1943 wurde der Hof schwer zerstört und nicht wiedererrichtet. Stattdessen wurde hier ab 1959 das Hochhaus Rosengarten mit einer Ladenzeile errichtet.

Der Wedeler Freihof

Der Amtmann und Finanzjongleur Johann Goßmann übernimmt den Freihof und überwirft sich mit dem Landdrosten Johann Steding in Pinneberg. Seine Witwe kämpft um den Hof.
Das Drama um die beiden Kontrahenden Goßmann und Steding spielte sich im März 1613 auf dem Schloss in Pinneberg ab. Die Söhne des Drosten, Johann Eberhard und Wilken, waren nach ihrem Jurastudium in Jena nach Pinneberg in ihr Elternhaus im Schloss Pinneberg zurückgekehrt und trafen auf den in seiner dortigen Amtsstube arbeitenden Johann Gossmann, den sie tätlich angriffen und verletzten. Der auch anwesende Amtmann Grützacker versuchte dazwischen zu gehen, wurde aber vom Drosten Steding verhaftet und in den Kerker verbracht. Johann Goßmann wurde bei dem Versuch, das Schloss zu verlassen von den Söhnen Stedings gesehen und mit dem Degen erstochen. Die Vorgeschichte des Dramas, die Machenschaften des Goßmann und die Sorgen und Nöte der Witwe beschreibte Jürgen Strohsal in seinem Aufsatz.

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Machenschaften und Mord (PDF-Datei, 296KB)

Ein westfälischer Adliger, der sich seine Verdienst unter König Christian VI (1588-1648) erwarb, übernimmt den Freihof. Er hatte im 30-jährigen Krieg auf der Seite Dänemarks gekämpft und übernahm dann den Freihof.
Fortan nannte er sich Obrist Heimert Johann von Schlaun gen Gehle, zum Hollwinkel und Herr zu Lübken und Wedel. Seine Tochter, in einem adeligen Damenstift in Köln erzogen, heiratete den preußischen General Johann Augustin von Venningen und erbte den Freihof. Er wurde dann an Kay Adolph Hansen, den Kirchspielvogt aus Blankenese verkauft. Lesen Sie hier die Geschichte der Familien und die Notlagen dieser Zeit.

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Steter Abstieg durch Feuer, Krieg und Misswirtschaft

Freihof

Nachdem der Hof jahrzehntelang nur als Investition betrachtet wurde, kam nun mit Peter Heinsohn ein echter Landwirt auf den Hof.
Mit dem Hof ging es voran, nachdem Peter Heinsohn bei einer öffentlichen Versteigerung den Zuschlag erhielt. Später kamen neben der Landwirtschaft auch die Brauerei und die Brennerei hinzu. Lesen Sie hier, wie es mit dem Hof und der Familie Heinsohn weiterging.

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Es geht wieder voran - Die Heinsohns übernehmen den Freihof (PDF-Datei, 332KB)

Gut Haidehof

Das 1904 durch Verkoppelung entstandene Areal auf dem „Brunckhorstlande“ wurde durch den Tuch-Kaufmann Ernst Walter Hardt aus Blankenese, Falkenstein 1, erworben. Dieser ließ das Gelände mit Hilfe eines Dampfpflugs kolonialisieren, gab seiner Siedlung den Namen „Haidehof“ und erbaute ein Verwalter-Wohnhaus, Stallgebäude mit Voigtwohnung, einem Arbeiterwohnhaus mit Gesindestuben und Familienwohnung, sowie Scheunengebäude. In den kommenden Jahren kamen u.a. ein Forsthaus, Schweineställe, Viehställe, ein Backhaus und ein Kartoffelkeller dazu. Das Grundwasser wurde mittels eines 7½ m hohen Windrades gefördert. Zur Verwaltung des Haidehofes setzte er und später sein Sohn Inspektoren ein. Zunächst hatte diese Stellung Thomas Schröder inne, der mit seiner Familie gleich am 16.09.1904 aus Blankenese auf den Haidehof zog. Dieser wurde um 1921 durch Gerhard Kaufmann ersetzt, der sich auch in den 1930er Jahren kommunalpolitisch betätigte. Bis mindestens 1936 war er dort tätig. 1945 bis 1950 übernahm der aus Mecklenburg vertriebene Otto Bobsien die Verwaltung, die er ab 1952 an Walter Bliemeister übernahm. Dieser hatte den Hof von der Stadt Hamburg gepachtet. Denn das Gut wurde nach dem Weltkrieg unter den Erben Hardts aufgeteilt und nach dem Tode des Sohnes an die Stadt Hamburg verkauft.
Neben dem Inspektor, einem Förster einem Jäger und diversen Schweizern, die für das Milchvieh verantwortlich waren, arbeiteten zahlreiche Arbeiter auf dem Gut. In den ersten Jahren kamen viele Wanderarbeiter aus Galizien, einem Landstrich im heutigen polnischen-ukrainischen Grenzgebiet, aber auch viele Familien aus Russland oder Polen fanden hier Arbeit. In den Jahren 1955 und 2008 brannten auf dem Haidehof einzelne Gebäude ab, im August 1961 richtete eine Windhose größeren Flurschaden an. Noch im Jahr 1964 war der Hof mit 100 Kühen und 100 Jungvieh auf 400 ha der größte Landwirtschaftsbetrieb in Wedel. 1968 verstarb der Pächter Walter Bliemeister. In den 1980er Jahren wurde auf dem Haidehof die Aufzucht und Ausbildung von spanischen Rassepferden betrieben. Erst seit 2019 befindet sich dort wieder ein Bauernhof, der regenerative Landwirtschaft betreibt.

Schauenburger Straße 4

Das Reepschlägerhaus und seine Eigentümer

Das Gebäude ist heute ein Kleinod. Es wurde erbaut 1758 durch das Altonaer Findelkind Hinrich Christoph Kellermann. War der Erbauer erfolgreich, brachte das Anwesen für spätere Eigentümer meist Last und Bürde.
In der Region westlich von Hamburg genießt das Wedeler Reepschlägerhaus einen relativ hohen Bekanntheitsgrad. Einerseits wegen der Gastronomie in einem schönen Ambiente und einem liebevoll gestalteten Garten, andererseits ist es gerade den älteren Mitbürgern noch lebhaft in Erinnerung wegen des langwierigen öffentlichen Kampfes, um die Erhaltung des denkmalgeschützten Hauses. Über die verschiedenen Bewohner und Eigentümer des Gebäudes hingegen sind kaum Nachrichten vorhanden. Der erste Eigentümer und Erbauer weist einen sehr erfolgreichen Lebensweg auf, trotz eines außerordentlich schwierigen Starts ins Leben. Hinrich Christoph Kellermann, als den „Kaspar Hauser“ von Altona zu bezeichnen, wäre etwas gewagt, aber dieser Mann verfügte über eine bemerkenswerte Biographie. Leider konnte er seinen Erfolg und seine Tüchtigkeit den diversen Nachfolger nicht weiterreichen. Allen Nachfolgern auf dem Grundstück fehlte es durchgängig am wirtschaftlichen Erfolg. Für die Nachwelt ist es deshalb geradezu ein Glückfall, dass die materiellen Voraussetzungen der Nachbesitzer es ihnen unmöglich machten, das Gebäude zu modernisieren und es dem jeweiligen Zeitgeschmack anzupassen. Dadurch ist es uns im „Originalzustand“ erhalten geblieben.

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Geschichte des Reepschlägerhauses (PDF-Datei, 787 KB) 

Marktplatz 7

Der Stammhof der Diercks am Markt

Auf dem Gelände, auf dem heute der Roland steht, stand seit Jahrhunderten der Stammhof der Wedeler Diercks-Familie.

Die Geschichte der Familie Diercks, die auf diesem Hof zu Hause war ist voller Widersprüche. Eine Generation zerstritt sich wegen einer Beerdigung heftig mit der Kirche. Eine andere wiederum stellte hochgeachtete Kirchenjuraten und Deichgrafen. In einer anderen Generation war einer der Stiefsöhne wegen Mordes in Haft gesetzt. Lesen Sie hier mehr zur spannenden Höfegeschichte des Hofes Diercks am Markt.

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Geschichte des Hofes Diercks (PDF-Datei, 354KB)

Wedeler Wassermühle

Wedeler Wassermühle

Die Wedeler Wassermühle findet bereits im Jahr 1314 in einer Urkunde eine Erwähnung. Der Mühlzwang sicherte dem Grundherren das alleinige Recht zum Betreiben der Mühle und zwang die Bauern der Gemeinde, dort ihr Getreide mahlen zu lassen. Daher war die Mühle lange Jahre neben dem Hoophof ein wichtiges gräfliches Wertobjekt, dass ab 1640 in das Eigentum der dänischen Krone überging. Zahlreiche Pächter sorgten über Jahrhunderte hinweg dass das heimische Korn zu Mehl verarbeitet wurde. Lesen Sie hier die Geschichte der Wassermühle im Artikel von Adolf Ladiges

Kirchenstraße 1 - Raiffeisen-Markt

Raiffeisenmarkt

Am 02.02.1986 wurde der Raiffeisen-Markt an der Kirchenstraße abgebrochen. Das Gebäude war ein Scheunengebäude der Familie Langeloh, das im Zweiten Weltkrieg ausgebombt und wiederhergestellt wurde.
Dieses Geschäft gehörte der Einkaufskooperative der Landwirte und Gärtner, die im Jahr 1920 gegründet wurde und zunächst in der Organistenstraße ihren Betrieb hatte. Seit Ende der 50er Jahre fanden hier nun direkt neben dem Roland Kunstdünger und Getreidesaatgut ihre bäuerlichen Käufer. Zudem konnten die Landwirte auch ihr Getreide zum säubern und in der dort vorhandenen Mühle zu Schrot mahlen lassen. In den 1970er Jahren wurde das Geschäft umgestellt auf den Bedarf von Kleintierhaltern, Anglern und Hobbygärtnern, da die in Wedel und Umgebung bewirtschaftenden Bauernhöfe immer weniger wurden. Noch zu Beginn der 1980er Jahre erfolgte der Zusammenschluss mit dem Raiffeisen-Markt in Tornesch, aber die Geschäfte gingen immer schlechter und führten letztlich zur Einstellung. Im Rahmen der Stadtsanierung wurde das Gebäude abgerissen. Einige Jahre später wurde das anschließende Gebäude Markt 7, zu der Zeit ein Sporthaus, auch abgerissen und das Gelände neu bebaut.

Mühlenstraße 36 - Efeuhaus

Efeuhaus

1935 wurde das Efeuhaus in der Mühlenstraße abgebrochen. Das über und über mit der Kletterpflanze bedeckte Gebäude diente bis 1900 der Familie Jens, die hier eine Blaufärberei betrieb.
Hier bedruckten sie Kattunstoffe für die Fischer und Bauern der Umgebung. Nachdem nun der letzte Sohn das Handwerk nicht mehr ausüben wollte, sondern stattdessen dort zunächst eine Zigarrenfabrikation und ein Auswandererbüro betrieb und später das Amt des Stadtkassierers übernahm, diente das Gebäude nur noch zu Wohnzwecken. 1935 wurde das markante Haus abgerissen. Der Buchbinder Johannes Kämmerer erbaute dann auf dem Grundstück sein Wohn- und Geschäftshaus.

Beethovenstraße 5 - städtische Schlichtwohnungen

1929 errichtete die Stadt Wedel in der Blücherstraße 5 das erste Wohnhaus für Familien, die bereits obdachlos waren oder vom Vermieter auf die Straße gesetzt wurden. Der Doppelbungalow wurde aus Stein erbaut, mit Dachpappe abgedeckt und jede Wohneinheit umfasste rund 26 m². Bis dahin wurden kranke und alte Menschen ohne Obdach in dem Werk- und Armenhaus an der Gärtnerstraße 17 oder in der Krankenstube Hinterstraße untergebracht. 

Mühlenstraße 1 - Geburtshaus Ernst Barlachs

Barlach-Museum

Im Oktober 1981 ergab sich für die Stadt Wedel eine Gelegenheit, den Wedeler Künstler Ernst Barlach besonders zu ehren. Für etwa eine Millionen DM städtischer Eigenmittel erwarb und renovierte die Stadt Wedel Barlachs Geburtshaus an der Mühlenstraße.
Grundstück und Gebäude wurden der Ernst-Barlach-Gesellschaft überlassen, die die Verpflichtung hatten, dort eine ständige Ausstellung über das Lebenswerk des bedeutenden Künstlers einzurichten. Die in der Zeitung diskutierte Möglichkeit, die obere Etage des Barlach-Museum für Ausstellungen Wedeler Künstler zu nutzen, wurde nicht weiter verfolgt. Eröffnet wurde das Museum im August 1987.

Rosengarten 5 - Ärztezentrum

Ärztezentrum

Im Oktober 1985 wurde am Rosengarten das Richtfest der Wedeler Gruppenpraxis gefeiert, die im April 1986 eingeweiht wurde. Hier hatte sich eine Anzahl von Fachärzten der verschiedensten Disziplinen zusammengetan, um unter einem Dach gebündelt ihre Dienste anzubieten. In diesem großen Gebäude, welches auf dem Gelände der ehemaligen Meierei entstand, wurden nun auch ambulante Operationen möglich gemacht.Zudem wurden hier ein Bewegungsbad und eine Massagepraxis eingerichtet.

Feldstraße 135 – Studentenhochhaus

"Studentenhochhaus" in der Feldstraße 135

Im März 1981 war das beherrschende Thema Wedels die Wohnraumsituation, insbesondere der unhaltbare Zustand im so genannten Studentenhochhaus an der Feldstraße 135.
Hier, in dem zur damaligen Zeit unter Zwangsverwaltung stehenden Gebäude, waren Studenten in der Minderheit. Vielmehr wurden die damals etwa 24 m² großen Wohnungen vorzugsweise zu überhöhten Mietkosten an große ausländische Familien vermietet. Dass sogar die feuchten Kellerräume an Familien vermietet wurden, empörte die begutachtenden Wedeler Politiker sehr. Später, nachdem das Gebäude einen neuen Eigentümer fand, wurde allen 400 Mietern gekündigt. Somit verschärfte sich die seinerzeit herrschende Wohnungsknappheit in Wedel noch mehr.

 

Mühlenstraße 18 - Brauhaus

Brauhaus

Es war schon ein makaberer Zufall, der sich im April 1980 ereignete. Genau in dem Monat, in dem Wedels ältestes Gebäude in der Mühlenstraße beinahe abgebrochen werden sollte, prallte ein Fiat in das alte Brauhaus.
Ein Toter war zu beklagen, als der mit 5 Personen besetzte PKW mit überhöhter Geschwindigkeit nachts die Mühlenstraße herunterbrauste. Das 1731 erbaute Brauhaus, in dem in früheren Jahrhunderten Branntwein und Bier hergestellt wurde, wurde 1975 an eine Wohnungsbaugesellschaft übereignet.
Diese wollte es ebenso wie die danebenliegende so genannte Krohn’sche Reihe eigentlich umgehend abbrechen. Nachdem es nun aber unter Denkmalschutz gestellt wurde, geschah der tragische Unfall. In Wedel kam es anschließend zu einer Grundsatzdiskussion über den Wert alter Gebäude. Der damalige Vorsitzende der Bürgervereinigung Wedel plädierte vehement für einen Abbruch aller Gebäude, die Straßenausbauten oder großen Geschäften im Wege stünden; er war der Meinung, dass die Relikte der Vergangenheit nur in einem Freilichtmuseum stehen sollten. Dennoch wendete sich das Blatt in Richtung Sanierung. Die Denkmalpflege und die Wohnungsbaugesellschaft einigten sich. Der klägliche Rest des Hauses wurde abgetragen und erhaltenswerte Teile in einen rekonstruierten Neubau eingebaut. Seit Juni 1982 residierten dort verschiedene Gaststätten.