"WIR - Wedel ist regional"

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„WIR – Wedel ist regional!“ ist ein Netzwerk aus Engagierten, die sich stark machen für den Klimaschutz. Im Jahr 2019 widmen wir uns dem Thema „Wasser“. Wir ergründen Möglichkeiten, wie wir mit einfachen Mitteln Wasser sparen können, um so das Klima zu schützen. Hierzu organisieren wir verschiedene Veranstaltungen, die zum Mitmachen und Ausprobieren einladen. Wieso das wichtig ist, erfahren Sie im nachfolgenden Beitrag. Viel Spaß beim Lesen!

Lernen Sie die Beteiligten im WIR-Netzwerk kennen. Film ab!
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Ausstellung "Durstige Güter"

Ausstellung "Durstige Güter" bis zum 7.2.
Ausstellung "Durstige Güter" bis zum 7.2. besuchen!

1.000 l Wasser für 2,5 Kilo Kartoffeln – ist das schlimm?

Um dies zu beantworten muss man beachten, dass Wasser nicht gleich Wasser ist. Auf der Erde gibt es zwar viel Wasser, jedoch nur ein sehr geringer Teil davon ist Süßwasser. Die Süßwasserknappheit ist schon heute eines der größten Umweltprobleme der Welt: Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass bereits im Jahre 2025 zwei Drittel der Weltbevölkerung unter Süßwasserknappheit leiden wird. Der Klimawandel wird die Problematik zukünftig noch weiter verschärfen. Doch was haben wir im relativ „feuchten“ Mitteleuropa damit zu tun? Leider sehr viel, wenn wir unsere Produkte aus anderen Weltregionen beziehen.

Das Netzwerk „WIR-Wedel ist regional!“ möchte den Auswirkungen des eigenen Konsums auf die Süßwasserressourcen dieser Welt auf den Grund gehen. Wir suchen nach alternativen Wegen, die uns erlauben, im Einklang mit der Natur zu leben.

Interessierte haben bis zum 7. Februar 2020 Gelegenheit, die Ausstellung "Durstige Güter" in der Volkshochschule zu besuchen.

Wasser sparen, Klima schützen

Ein heißer Sommertag im Norden. Kindergelächter hallt durch die Straßen Wedels. Es sind Sommerferien. Die Sonne scheint und Jung und Alt strömen ins Freibad. Abkühlung verschafft auch die erfrischende Dusche am Abend vor dem Zubettgehen. Zwischendurch mildert ein Glas kaltes Wasser direkt aus der Leitung die größte Hitze. Für uns eine Selbstverständlichkeit.

Doch bis das Trinkwasser bei uns ankommt, braucht es viele Schritte. Das Wasser muss gefördert, aufbereitet, transportiert, ggf. erwärmt und wieder gereinigt werden. Insbesondere die Erwärmung von Wasser verbraucht viel Energie. Rund 12 Prozent unseres Energieverbrauchs im Haushalt veranschlagt die Bereitstellung von warmem Wasser. Lediglich das Heizen ist hierzulande energieaufwändiger und damit noch klimaschädlicher.

Wasserverbrauch in Deutschland

Wasser - unser kostbares Gut, Quelle: Pixabay
Wasser- unser kostbares Gut (Quelle: Pixabay)

Erfreulicherweise sank der tägliche Wasserverbrauch in Deutschland seit 1991 von 144 auf 121 Liter pro Kopf. Allerdings umfasst das nur das real genutzte Wasser (z.B. duschen, waschen, putzen, Toilettengang). In den von uns gekauften und konsumierten Produkten verbirgt sich sehr viel mehr Wasser, das zur Herstellung der Waren benötigt wurde. Wir bezeichnen dieses Wasser als virtuelles Wasser, denn es ist mit dem bloßen Auge nicht mehr zu erkennen. Pro Kopf und Tag verbraucht jede und jeder Deutsche*r durchschnittlich 3.900  Liter davon. Manche Berechnungen gehen sogar von 5.000 Litern aus! 

Durstige Güter

So verstecken sich beispielsweise in einem konventionellen Baumwoll-T-Shirt rund 4.100 Liter Wasser, welches u.a. die Baumwollpflanzen zum Wachsen benötigte. Hinzu kommt das Wasser fürs Bleichen und Färben. Mit dem Kauf von einem Kilo Tomaten aus dem trockenen Süden Spaniens werden 184 Liter virtuelles Wasser importiert. Für eine Tasse Kaffee werden 140 Liter verbraucht. Das Kilogramm Rindfleisch erhält mit 15.000 Liter Wasser einen Spitzenplatz auf der CO₂-Negativbilanz.

Würden wir nie wieder Fleisch essen, so der niederländische Wissenschaftler Hoekstra, spart das 800 Liter am Tag. Wohingegen der Verzicht auf Duschen nur 50 Liter am Tag sparen würde. Daher rät er: Lieber duschen und dafür kein Fleisch essen.

Besonders schwerwiegend fällt ins Gewicht, dass diese „durstigen Güter“ oftmals in Gebieten angebaut werden, die bereits mit Wasserknappheit zu kämpfen haben. Prognosen gehen davon, dass der Klimawandel für noch mehr Trockenheit in diesen Gebieten sorgen wird. Die Wasserknappheit wird sich somit zukünftig verschlimmern.

Welche Klimaschutz-Möglichkeiten stehen uns zur Verfügung, um diese Spirale zu durchbrechen?


Für das real genutzte Wasser gibt es folgende Sparideen:

  • lieber kurz duschen statt zu baden
  • wassersparender Duschkopf nutzen
  • Waschmaschine voll und bei niedrigen Temperaturen laufen lassen
  • Spülmaschine statt Handwäsche
  • Wassertemperatur in einer zentralen Anlage auf 60 Grad reduzieren

Für das virtuelle Wasser haben wir diese Empfehlungen:

  • Vorzug für regionale, saisonale, vegetarische/vegane und ökologisch produzierte Lebensmittel
  • Erwerb von hochwertigen und damit langlebigen Produkten
  • weniger ist mehr (Kleidung, Elektrogeräte etc.)
  • Recycling-Produkte verwenden
  • Up-Cycling
Gemüsekorb, Quelle: Pixabay
Virtuelles Wasser sparen durch regionale, saisonale und vegetarische Ernährung (Quelle: Pixabay)

Mitmachen - Lokales Netzwerk für Klimaschutz in Wedel

Wer sich dem Netzwerk anschließen möchte, ist herzlich willkommen. Für eine unverbindliche Workshop-Anmeldung einfach eine E-Mail an die städtische Klimaschutzmanagerin Simone Zippel schicken (s.zippel(at)stadt.wedel.de).

Wir machen mit!

AWO Kindertagesstätte "Hanna Lucas"
AWO Kindertagesstätte "Traute Gothe"
DRK Kindertageseinrichtung Wedel Flerrentwiete
Elternvertretung der Gebrüder-Humboldt-Schule Wedel
Familienbildung Wedel e.V.
Johann-Rist-Gymnasium Wedel
Klimaschutzfonds Wedel e.V.
Leitstelle Klimaschutz des Kreises Pinneberg
Regionalpark Wedeler Au
Schulkinderbetreuung Moorwegschule
Sheetkladde Wedel
Stadtbücherei Wedel
Stadtmuseum Wedel
Streuobstwiese Apfelsortenvielfalt  e.V.
Volkshochschule Wedel
Wedel im Wandel

Gegen vermeidbare Verunreinigung des Wassers - wir helfen mit!

Aktionslogo Resolution des azv Südholsteins

Die 45 Mitglieder und die Verwaltung des Abwasser-Zweckverbands Südholstein (AZV) haben eine Resolution gegen die Wasserverschmutzung durch Mikroplastik und Medikamentenreste verabschiedet. Was gar nicht erst ins Abwasser gelangt, muss auch nicht mühsam wieder rausgeholt werden! Sie fordert:

  • Umsetzung und Verstärkung von gesetzlichen Regelungen, um die wertvolle Ressource Wasser wirksam vor vermeidbaren Verunreinigungen durch Mikroplastik und Medikamentenreste zu schützen.
  • Aufklärung und Bewusstseinsbildung zum Themenfeld „Mikroplastik und Spurenstoffe“.
  • Aktives Mitwirken der Bürgerinnen und Bürger sowie der Wirtschaft, bei der Bekämpfung der unsichtbaren Bedrohung durch diese gefährlichen Stoffe.

Diese Forderungen unterstützen wir! Machen auch Sie mit!

Weitere Infos unter: https://www.azv.sh/nachhaltigkeit/unsere-resolution/

Mit freundlicher Unterstützung von...