Festwochen-Auftakt nach Maß in Wedel

WEDEL. Die Wedeler Kulturnacht - das ist mal ein Stadtfest, das seinen Namen verdient. Kunst, Musik, Geschichtliches, Unterhaltung an mehr als 20 Orten rund um die Altstadt unter Mitwirkung von zig Personen und Institutionen aus dem Ort - das kommt richtig gut an. Auch und vor allem bei den Wedelern selbst. Insbesondere Rolandstädter trieben Sonnabend die Besucherzahlen in stattliche Tausender-Höhen. Man kennt sich, plauscht, gibt Tipps, wo man unbedingt schnell nochmal reinschauen sollte. Gut so, denn alles mitzunehmen, das war auch trotz langer Nacht kaum zu schaffen.

Gut auch, dass Wedel Marketing als Veranstalter mit seinem Faltplan einen gelungenen Viertel-Stunden-Timer für Kultur-Sucher mitlieferte. Das half beim Höhepunkt-Hopping zwischen Sechs-Chöre-Singen, Kaminer-Lesung, Barlach-Führung, Batavia- und Theater-Bühnenhäppchen und Schüler-Präsentationen. Zwischendurch ein Erinnerungsfoto mit venezianischen Masken, ein Luftblümchen-Geschenk von der bezaubernden Elfe oder ein herzhafter Lacher über Mathilda und George, die frech französelnd auch schon mal ein Taxis anhielten oder den Gästen die Pommes stibitzten. Da wurde schnell auch mal der Weg von einer Kulturstätte zur nächsten zum Vergnügen - und nicht nur, weil die B 431 in der Altstadt endlich mal nur dem Fußgänger gehörte, wie Niels Schmidt in seiner Begrüßung bemerkte.

Der Verwaltungschef zeigte sich erfreut über die rege Resonanz schon bei der Eröffnung und auch von älteren Bürgern, die nicht unbedingt das Hafenfest besuchen: "Dies ist schon eine besondere Veranstaltung, so etwas gibt es selten", so Schmidt. "Mit der Kulturnacht zeigt unsere kleine Stadt, wie viel Leben in ihr steckt, und dass sie keine Schlafstadt am Rande Hamburgs ist." Dem pflichtete Stadtpräsidentin Sabine Lüchau bei, die ausdrücklich lobte, "dass alle mitmachen und sich mit Wedel und der Veranstaltung identifizieren". 

Das merkten auch die Gäste. Detlef Nielsen war mit seiner Ehefrau Astrid in der Stadt unterwegs. "Wir sind bisher bei jeder Kulturnacht dabei gewesen", sagten die Wedeler. Erste Station war das Theater Wedel. Dort sahen sie sich Auszüge aus der Komödie "Der Geizige" von Molière an. "Es hat uns so gefallen, dass wir das ganze Stück, das im September an gleicher Stelle aufgeführt wird, sehen wollen", freute sich das Ehepaar. Die Kulturnacht sei eine tolle Idee.

Begeistert vom Programm zeigten sich auch Dennis Schoppen und Rut Lill, die sich mit ihren Freunden Katrin und Tim Dücker zu einem Glas Wein an einem Tisch unter dem frisch restaurierten Roland niederließen. Besonders interessant sei das Video vom Stadtjubiläum vor 25 Jahren gewesen, das von der Volkshochschule gezeigt wurde. "Es ist beeindruckend, was in der Kulturnacht so alles auf die Beine gestellt wird", war sich das Quartett einig.

Bereits um 16 Uhr sorgte mit der Familienbildung der erste Mitwirkende für Vergnügen. Gegen 22 Uhr läutete eine Feuershow am Mühlenteich langsam den farbenfrohen Ausklang des Abends ein. Richtung 23 Uhr spielte die Freiwillige Feuerwehr Soltau mit Unterstützung ihrer Kameraden aus Wedel und Holm auf dem Gewässer ihre Wasserlichtorgel. Zur Musik vom Band spritzten bunte Fontänen in den fast dunklen Abendhimmel und erleuchteten den Teich. Die zahlreichen Zuschauer belohnten die Vorstellung mit viel Applaus. 

"Fünf Grad Außentemperatur mehr und es wäre perfekt gewesen, so war es nur hervorragend", lautete gestern ein erstes Resümee von Wedel-Marketing-Vize und Organisator Martin Schumacher. Auch von Mitwirkenden und Gastronomie habe es nur positive Resonanz gegeben. Mit der dritten Auflage habe sich die Veranstaltung endgültig als Dauereinrichtung etabliert. "Wedel kann sich schon auf eine neue Kulturnacht in zwei Jahren freuen."
Noch mehr Kulturnacht-Fotos gibt’s morgen im Wedel-Schulauer Tageblatt
.

Mit freundlicher Unterstützung von...