Frieder Billerbeck und Julius Raithel gewannen den "Martin-Bernhardt-Gedächtniscup"

Pratice Race bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft der Piraten-Jollen

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Viel Sonne - wenig Wind: Die ersten regulären Wettfahrten der IDM Pirat mussten abgebrochen werden. Fotos: SVWS
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Viel Sonne - wenig Wind: Die ersten regulären Wettfahrten der IDM Pirat mussten abgebrochen werden. Fotos: SVWS, Viel Sonne -…
....aber die gute Laune hielt sichtlich an.
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....aber die gute Laune hielt sichtlich an., ....aber die gute Laune hielt sichtlich an.
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Vor den eigentlichen Regatten wurde der "Martin-Bernhardt-Gedächtniscup" ausgesegelt.
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Vor den eigentlichen Regatten wurde der "Martin-Bernhardt-Gedächtniscup" ausgesegelt., Vor den eigentlichen Regatten wurde…

Die vom Segel-Verein Wedel-Schulau (SVWS) ausgerichteten Internationalen Deutschen Meisterschaften der Piraten-Jollen-Segler haben begonnen!

Aber der erste Renntag an der Schlei entpuppte sich als Schiebetag. Schon morgens war klar, dass die erste Wettfahrt auf später verschoben werden musste. Fernseh-Berichterstatter hatten wegen schwacher Winde wenig Chance, spannende Bilder zu erhalten. Andererseits hatten Radio-Reporter nun ausgiebig Zeit, die Teilnehmer und den Regattastab zu interviewen.

Um 12 Uhr jedoch entschied der Wettfahrtleiter, wenigstens zu Versuchen zu starten und bat alle Teilnehmer auszulaufen, um auf die Bahn zu kommen. Gegen 14.30 Uhr, nach einigem Ausharren und Warten auf den Wind konnte gestartet werden, allerdings wurde daraus ein Massenfrühstart der von der Wettfahrtleitung zurückgerufen wurde. Bis zum zweiten Startversuch nahm der Wind aber wieder ab, sodass kurz nach dem Start die nötigen drei Knoten Wind fehlten und die Wettfahrtleitung das Rennen abbrechen und die Teilnehmer auf den nächsten Tag vertrösten musste.

Beim "Practice Race", der Generalprobe am Tag zuvor, hatte es noch ganz anders ausgesehen. Es wurde unter dem Titel „ Martin-Bernhardt-Gedächtnis-Cup“ ausgesegelt. Denn das Revier der IDM war 1983 der Schauplatz einer Tragödie, in der sich die Ironie des Schicksals spiegelt. Denn dort auf der großen Breite starb Martin Bernhardt, ein Sohn aus der Familie, deren Unternehmen SECUMAR-Rettungswesten herstellt. Martin Bernhardt ertrank bei einem Segel-Unfall – denn seine Rettungsweste trug er nicht. Zur Erinnerung an ihn hat die Firma den „Cup“ gestiftet.

Wie konnte es zu dem Drama kommen? Jan-Ulrich Bernhardt, der Bruder des Verunglückten und Geschäftsführer des Rettungswesten-Herstellers, schilderte die Ereignisse. Martin Bernhardt, damals 29 Jahre alt, war von einem Lehrer gebeten worden, eine Gruppe von Schülern zu betreuen, die das Segeln erlernen wollten. Dazu wurde ein mehrtägiges Camp an der Schlei aufgeschlagen. Das Wetter war schön – aber belastend. Über Tage herrschte eine drückende Hitze, Wind wehte kaum. So wurden auch an dem 19.Juni die Wettfahrten abgebrochen, als bei hohen Temperaturen der Wind komplett eingeschlafen war. Martin Bernhardt wollte die Jollen mit einem Motorboot, in die Marina schleppen. In dem Moment, als er die Segelboote am „Berger“ festbinden wollte, brach er zusammen, stürzte über Bord, konnte von Segelkameraden nicht gehalten werden und ertrank. Drei Tage später wurde er gefunden.

Der Sohn eines Rettungswesten-Fabrikanten trug selbst keine Rettungsweste – das war damals oft Thema in der Szene. „Natürlich kann man das kritisieren. Mein Bruder rechnete bei Temperaturen um die 30 Grad und Windstille einfach nicht damit, außenbords zu gehen. Doch sein Schicksal beweist: Auch das Undenkbare muss man bedenken. Nicht nur im Sturm sind Rettungswesten sinnvoll.“, sagte Jan-Ulrich Bernhardt. Deshalb seien Verantwortungsbewusstsein und gute Seemannschaft auch in der Ausbildung so immens wichtig.

Auch wenn nicht annährend alle Schiffe bei den Cup Wetterbedingungen mit Wind bis zu 35 Knoten segeln wollten, einen Sieger gab es trotzdem. Frieder Billerbeck und Julius Raithel (beide SVWS) konnten den Cup nach Hause segeln. (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH,30.7.2019)

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