Ernst Flege
Großer Künstler im kleinen Haus
Ein junger, aufstrebender Maler aus gutbürgerlichem Hause, eine junge Frau aus alteingesessener Landwirtschaftsdynastie. Zwei Familien, eine Liebe. Alles vor dem zeitlichen Setting in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts angesiedelt, wirtschaftliche Schwierigkeiten und eine tragische Erkrankung, die der Malerei im Wege steht.
Der Rest ist Kunstgeschichte…
Ein hervorragender Stoff für Romane und Drehbücher, möchte man glauben. Aber es hat sich so zugetragen. In Rissen, Holm und Wedel.
Ernst Flege (1898 – 1965) ist dieser Künstler.
Stets schaffend, fast schon rastlos getrieben, schwer erkrankt und dadurch dazu verdammt, seine Kunst viele Jahre vor seinem Tod nicht mehr praktizieren zu können.
Ernst Flege arbeitete bevorzugt in freier Natur und nutzte dafür oft ungrundierte Pappe oder Sperrholz als Bildträger. Seine Motive wirken vielfach düster und thematisieren häufig Armut sowie die Alltagswelt vergangener Jahrzehnte, wodurch eine intensive historische Stimmung entsteht.
In seinen späteren Arbeiten zeigen sich zunehmend abstrakte Tendenzen, eine formale Auflösung der Bildgegenstände und eine Betonung von Struktur und Raum. Besucherinnen und Besucher können so die Entwicklung von Realismus zu Abstraktion nachvollziehen und die Spannweite seiner bildnerischen Sprache erleben.
Das Stadtmuseum Wedel freut sich außerordentlich, in dieser Sonderausstellung vorwiegend Gemälde aus Privat- und Familienbesitz, ergänzt mit Bildern aus der stadteigenen Bildersammlung zeigen zu können.
Vergangene Ausstellungen finden sich hier.