Ein Tag für Maja und ihre bedrohten fleißigen Freunde

Alle mögen die emsigen Honiglieferanten und heute ist Weltbienentag - ein kleiner Einblick für Wedel

in Leben in Wedel, Top-News

Stephan und Susanne Behrens lieben die naturnahe Imkerei
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Stephan und Susanne Behrens lieben die naturnahe Imkerei
Die Honigbiene (Apis mellifera) liebt den Pollen und Nektar von Obstbaumblüten.
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Die Honigbiene (Apis mellifera) liebt den Pollen und Nektar von Obstbaumblüten.
Rund 15 bis 20 Kilogramm Honig produziert ein Bienenvolk pro Jahr.
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Rund 15 bis 20 Kilogramm Honig produziert ein Bienenvolk pro Jahr.
Aufgabe des Imkers ist es, die Schwärm-Traube vorsichtig einzufangen.
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Aufgabe des Imkers ist es, die Schwärm-Traube vorsichtig einzufangen.
Ein Übergangsquartier für das Bienenvolk bis ein neuer Kasten vorbereitet ist. Die Königin bindet mit ihren Pheromonen, die sie ausströmt, die Arbeiterinnen.
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Ein Übergangsquartier für das Bienenvolk bis ein neuer Kasten vorbereitet ist. Die Königin bindet mit ihren Pheromonen, die…
Die alte Königin schwärmt mit einem Teil der Arbeiterinnen aus, um der neuen Majestätin Platz zu machen und ein neues Quartier zu suchen.
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Die alte Königin schwärmt mit einem Teil der Arbeiterinnen aus, um der neuen Majestätin Platz zu machen und ein neues…

Ziel des Aktionstages ist es, das Bewusstsein für die Bedeutung der Bienen zur Erhaltung der Nahrungsmittel- und Ernährungssicherheit und der biologischen Vielfalt zu fördern. Denn laut des Naturschutzbundes (NABU)sind ungefähr 80 Prozent unserer Blütenpflanzen auf die Bestäubung durch Wild- und Honigbienen angewiesen.

Flora und Fauna sind dabei direkt voneinander abhängig. Einige Wildbienen sind sogar auf den Pollen von bestimmten Pflanzen fixiert. Aus den Blüten holen sich die Insekten ihre Nahrung und bestäuben dabei die Pflanze und tragen so zur Erhaltung der Art bei. Wenn die Biene ausstirbt, ist es fatal für die Pflanze und umgekehrt.
Das Bienensterben auch in der Wedeler Region betrifft vor allem die Wildbienenarten.
Der Bund für Natur und Umweltschutz Deutschland (BUND) warnt davor, dass über die Hälfte der in Deutschland lebenden Wildbienenarten auf der Roten Liste stehen und 30 Arten mittlerweile vom Aussterben bedroht sind.

Aber auch die allseits beliebte Honigbiene leidet unter anderem unter der in den 70er Jahren in Europa eingeschleppten Varroamilbe. Zudem geht, laut BUND, die Zahl der Bienenvölker pro Imker zurück, da zum Beispiel billige Importhonigsorten aus Lateinamerika und Asien es zum Beispiel den rund 40 Imkern im Raum Wedel schwer macht, konkurrenzfähig zu sein. Zudem ist in der Elbregion die rauhe Marschlandschaft kein einfaches Terrain für Honigbienenhalter. Ein geringes und kurzfristiges Blütenangebote und wenig Wildpflanzen erschweren die Versorgung mit Nektar und Pollen. 

Da sind die Bienenfreunde den umsichtigen Gartenbesitzern mit einem fast ganzjährigen Trachtangebot und den Besitzern von Streuobstwiesen am Rande der Rolandstadt dankbar.

Susanne und Stephan Behrens zum Beispiel haben seit 14 Jahren Bienenvölker in Hetlingen, der Haseldorfer Marsch und auch rund 30 Völker in Wedel. Sie sind Mitglied im Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund e.V., im Deutschen Imkerbund (DIB) und  im Landesverband Schleswig-Holsteinische und Hamburger Imker e.V..
Zum Imkern ist Stephan Behrens durch einen Sportkollegen beim Bogenschießen gekommen.

"Er hat mir von seiner Leidenschaft, der Haltung von Bienen erzählt und mich mitgenommen. Von Anfang an war ich fasziniert von diesen Insekten, die so fleißig und sozial sind", erklärt der Sachgebietsleiter für Glasfasertechnik. Auch seine Frau hat sich von seinem Hobby anstecken lassen und teilt heute die Passion ihres Mannes und stellt fest: "Wir beide genießen die Arbeit mit den Bienen und wenn mein Mann einmal gestresst aus dem Büro kommt, dann schicke ich ihn zu den Bienen und er kommt entspannt zurück", erzählt Susanne Behrens.

In ihrer Honigmanufaktur gibt es nur naturbelassenen Honig ohne irgendwelche Zusätze. "Jedes Glas einer jährliche Honigernte auch am Wedeler Standort schmeckt anders", so versichern die Bienenfreunde, da auch die Pflanzen und Blüten sich unterschiedlich entwickeln und das Trachtangebot immer wechselt. Bienen sind zudem blütenstet und fliegen immer zur gleichen Quelle bis sie versiegt ist. Der Honig, das edle Naturprodukt, ist nicht nur ein Süßmacher, sondern das "flüssige Gold", wie es oft bezeichnet wird, enthält Vitamin- und Mineralstoffe und wirkt zudem durch die Hinzugabe von Enzymen durch die Bienen antibakteriell.

Die beiden Imker arbeiten zudem noch naturnah mit ihren Bienenvölkern. Sie unterdrücken zum Beispiel nicht das Schwärmen, das der Vermehrung dient. Mit ihrer Leidenschaft für die Honigbienen leistet Familie Behrens einen wichtigen Beitrag zur biologischen Vielfalt.

Aber auch jeder Garten- und Balkonbesitzer in der Rolandstadt kann etwas zum Erhalt der Bienen beitragen. NABU-Mitglied Marc Török setzt sich seit vielen Jahren für die Hautflügler ein. In einer Faunistisch-Ökologischen-Arbeitsgemeinschaft dokumentiert und kartiert er zum Beispiel in den Holmer Sandbergen in Kooperation mit dem Zoologischen Museum der Universität Kiel und dem Land Schleswig-Holstein das Vorkommen von sogenannten Stechimmen, zu denen auch die Wildbienen zählen. Diese Arbeit dient der langfristigen Neufassung einer Roten Liste für Schleswig-Holstein. Darüber hinaus gibt er auch immer wieder Tipps zur artgerechten Gestaltung von Naturflächen.

"Ein Garten lässt sich bienenfreundlich gestalten, wenn es vom Frühjahr bis zum Herbst blüht und es für die Insekten ergiebige Nektar- und Pollenquellen gibt. Wenn Sie dazu noch geeignete Nistgelegenheiten wie durchlöchertes Totholz, Bambusröhrchen oder Offenflächen anbieten, haben Sie auch die Chance, dass sich Wildbienen bei Ihnen ansiedeln. Ideal wäre natürlich, wenn sie auch Materialien zum Nestbau zum Beispiel aus Pflanzenhaaren, Pflanzenstengeln oder Lehm zur Verfügung stellen", erläutert der Diplom-Biologe.

Wenn dann noch Obstbäume und einheimische Sträucher und Büsche statt Koniferen gepflanzt und auf Steingärten und große Kunstrasenflächen verzichtet werden, entsteht auch in Wedel ein kleines Paradies für "Maja und ihre Freunde".  (Wolf-Robert Danehl, kommunikateam, 20.05.2020)
 
   

 


  

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