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„Manchmal spiele ich für die Senioren den Schussel“

Entertainer und Mitinitiator des Demenzprojekts „Konfetti im Kopf“ Ulli Pfarr (71) begeisterte in der Kursana Residenz Wedel die Bewohner der stationären Pflege und des „Tagesclubs“ für demenziell Erkrankte.

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Entertainer Ulli Pfarr verstand es, beim Sommerfest im stationären Pflegebereich der Kursana Residenz Wedel  die Bewohner mitzureißen
Entertainer Ulli Pfarr verstand es, beim Sommerfest im stationären Pflegebereich der Kursana Residenz Wedel die Bewohner…

Bei schönstem Sonnenschein feierten rund dreißig Bewohner des stationären Pflegebereichs und des „Tagesclubs“ für demenziell Erkrankte ihr Sommerfest in der Kursana Residenz Wedel. Mitbewohnerin Irene Garms hatte die Tische auf der Terrasse mit wunderschöner Rosendekoration geschmückt. Die Mitarbeiter der sozialen Betreuung servierten Erdbeertörtchen zum Kaffee, schenkten eine alkoholfreie Fruchtbowle aus und grillten am Abend für die Bewohner. Der Hamburger Entertainer Ulli Pfarr (71), der seit 14 Jahren in Pflegeheimen spielt und sich seit 2013 beim Demenzprojekt „Konfetti im Kopf“ engagiert, sorgte mit seinem Unterhaltungsprogramm für Superstimmung.

„Wer für Menschen mit kognitiven Einschränkungen Musik macht, kann sich nicht als Unterhalter auf eine Bühne stellen und einfach seine Lieder herunterspielen“, sagt der pensionierte Lehrer. „Vielmehr muss man sich gemeinsam auf Spurensuche nach Erinnerungen begeben und zusammen die alten Melodien zelebrieren. Um die Senioren aus der Reserve zu locken, spiele ich manches Mal für sie den Schussel.“

So zupfte Ulli Pfarr auch in Wedel mehrfach eine gängige Melodie auf seiner Gitarre und suchte gemeinsam mit dem Publikum nach dem Titel. „In diesem Lied geht es um eine große Straße in Hamburg. Ich komme einfach nicht auf ihren Namen…“, rief er zu den Klängen von „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“. Schnell hatten die Senioren den Namen und die Textzeilen parat und sangen und schunkelten an ihren Tischen eifrig mit. „Ulli Pfarr hat die Anmerkungen unserer Bewohner aufgegriffen und ist großartig auf sie eingegangen. So hat er ihnen manch eigenen Musikwunsch entlockt“, sagt Dr. Stefan Geier, Leiter der sozialen Betreuung. Kein Wunder, dass die Bandbreite der Musik von Elvis Presley und Louis Armstrong bis zu Stimmungsliedern wie „In München steht ein Hofbräuhaus“ reichte.

Auch Uli Pfarr war die Freude beim gemeinsamen Musizieren anzumerken. „Am Ende musste ich manche Lieder nur noch anstimmen und auf der Gitarre begleiten. Die Bewohner der Residenz haben ihre Lieblingslieder ohne Scheu ganz allein unter freiem Himmel gesungen“, erzählt er. „In solch schönen Momenten bekomme ich heute noch eine Gänsehaut. Es gibt nichts Schöneres, als in die glücklichen Gesichter der alten Menschen zu blicken und ihre Freude zu erleben.“ (Marina Petersen /Kursana residenz, 26.8.2019)

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