9000 Stunden Gratis-Hilfe auf dem Wasser und an Land

DLRG Wedel schließt die Strandbad-Wache zum Saisonende - mehr Arbeit als im Vorjahr

in Elbe Maritimes, Tourismus & Freizeit

Im Sommer ein beruhigende Bild auf der Elbe: die DLRG auf Patrouille. Jetzt ist die Saison beendet.
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Im Sommer ein beruhigende Bild auf der Elbe: die DLRG auf Patrouille. Jetzt ist die Saison beendet., Im Sommer ein…
DLRG-Vorsitzender Jochen Möller: "Es wäre einsatztaktisch gut, wenn wir an den Wochenenden ein Boot an einen Schlengel im Schulauer Hafen legen könnten.
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DLRG-Vorsitzender Jochen Möller: "Es wäre einsatztaktisch gut, wenn wir an den Wochenenden ein Boot an einen Schlengel im…
Sieben der 28 DLRG-Einsatzkräfte, die gratis an der Elbe retteten: Jochen Möller (von links), Lena Ehlers, Philip Stockhusen, Finn Jörgensen, Christiane Händel,  Janina Austelat und Tim Straube.
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Sieben der 28 DLRG-Einsatzkräfte, die gratis an der Elbe retteten: Jochen Möller (von links), Lena Ehlers, Philip Stockhusen,…

Sicherheit auf der Elbe und am Wedeler Strandbad lässt sich mit vier Buchstaben beschreiben: DLRG. Seit Anfang Mai waren die Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer aus der Rolandstadt dort immer von Freitagabend bis Sonntagabend rund um die Uhr aktiv oder zumindest in Bereitschaft auf der Wache.  für die Sicherheit am Wedeler Strandbad gesorgt. Insgesamt 28 engagierte Männer und Frauen der DLRG Wedel leisteten ehrenamtlich so 9000 Einsatzstunden ab - 400 mehr als im Vorjahr. Dafür setzt die  DLRG aus Vereinsmitteln rund 25.000 Euro ein, insbesondere für Kraftsstoff und Fahrzeuge. Deshalb sind Spenden hochwillkommen!  

Das rekordverdächtige Sommerwetter lockte überdurchschnittlich viele Besucher an den Strand. Die DLRG Wedel reagierte darauf mit Verstärkung der Wachmannschaften und teilweise auch längeren Wachzeiten.
Dank der wachsamen Augen der Wasserretter und auch dank des umsichtigen Verhaltens der Strandbesucher gab es in Wedel dieses Jahr keine größeren Zwischenfälle. Trotzdem waren die Einsatzkräfte auch diesen Sommer immer wieder gefordert. Knapp 90 Einsätze wurden verzeichnet.

So mussten nach Angaben des DLRG-Teams zahlreiche kleinere Verletzungen, wie Schnittwunden durch Scherben, Brandverletzungen durch im Sand vergrabene Grillkohle, Insektenstiche und andere Verletzungen versorgt werden. Immer wieder wiesen die Rettungsschwimmer auch auf die Gefahren des Schwimmens im Strandbad hin und begleiteten Schwimmer zurück an Land, die zu nah am Fahrwasser der Berufsschifffahrt waren. Von der Stadt her ist das Baden verboten - aber es ist nicht die Aufgabe der DLRG, dieses Verbot durchzusetzen. 

Vom Strand aus starten die Lebensretter mit einem Rettungsbrett direkt im Wasser. Damit lassen sich Schwimmer noch wesentlich schneller erreichen, als mit den Motorrettungsbooten, die vom Tonnenhafen direkt nebenan zur Unterstützung ausrücken. Mit Hilfe des Rettungsbrettes, welches ähnlich aussieht wie ein Surfbrett, erreichen die bestens trainierten Rettungsschwimmer schnell jeden Punkt im Strandbad, um so in Not geratenen Schwimmern zur Hilfe zu kommen. Durch eine ständige Funkverbindung wird er dabei durch die Einsatzkräfte an der Wasserrettungswache eingewiesen.

Die Sportschifffahrt sorgte wieder für zahlreiche Hilfeleistungen auf der Elbe. Ob Motorschaden, gekenterte Jollen oder auf Grund gelaufene Segler, die Bootsbesatzungen der Motorrettungsboote waren immer schnell zur Stelle. "Es wäre dabei ein absoluter Gewinn, wenn wir an den Wochenenden ein Boot permanent in den Schulauer Hafen legen könnten", sagte Vorsitzender Jochen Möller. Weil es dort keine Schlengelanlagen gibt, an denen das Einsatzboot festgemacht werden könnte, ist der nur einen Steinwurf von der Wache entfernte Hafen nicht zu nutzen - die Crews müssen erst umständlich mit dem Auto in den Tonnenhafen fahren, wo die Einsatzboote liegen. So verfolgt  denn der DLRG-Chef auch das Traditionshafen-Konzept der Investorengruppe um Edmund Siemers interessiert. "Alles, was den Hafen belebt, ist richtig. Wenn hier Traditionsschiffe herkommen, ist das attraktiv", so Jochen Möller.

Auch außerhalb der Wochenenden ist die DLRG Wedel mit ihrer Schnelleinsatzgruppe (SEG) Wasserrettung rund um die Uhr einsatzbereit. Über Funkmeldeempfänger werden sie von der Rettungsleitstelle Elmshorn zu zahlreichen Notfalleinsätzen an und auf der Elbe, sowie zu First Responder Einsätzen im Wedeler Stadtgebiet alarmiert. Als First Responder übernehmen die Sanitäter die Erstversorgung von Notfallpatienten, bis der hauptamtliche Rettungsdienst eintrifft.

Deutschlandweit fällt die Sommerbilanz 2018 leider anders aus. In den ersten acht Monaten des Jahres 2018 sind in deutschen Gewässern mindestens 445 Menschen ertrunken, 148 mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit liegt die Zahl bereits jetzt weit über den Ertrinkungszahlen des Vorjahres mit 404. Auch in der Elbe bei Kollmar und Twielenfleth sind in diesem Jahr vier Personen beim Schwimmen oder Bootsunfällen ertrunken.

Neben dem heißen und langanhaltenden Sommer mit vielen Menschen am, im und auf dem Wasser, ist diese traurige Statistik auch auf die mangelnde Schwimmfähigkeit bei Kindern und Jugendlichen zurückzuführen. So steigt der Anteil an Ertrinkungstoten bei Vor- und Grundschulkindern weiterhin an. Jedes zweite Kind in Deutschland ist heute ein Nichtschwimmer oder schlechter Schwimmer. Ein Zustand, dem die Politik bundesweit entgegensteuern muss, durch die Schaffung ausreichender Ausbildungsmöglichkeiten im Schwimmen!  (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH, 1.10.2018)

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