Per App Wartezeiten verkürzen

Startup-Firma mit Absolventen der Fachhochschule Wedel wird vom Land mit Stipendium gefördert

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Sie wollen Wartezeitenprobleme lösen: Jonas Richter (von links), Arne Reuter und Lina Ries.
Sie wollen Wartezeitenprobleme lösen: Jonas Richter (von links), Arne Reuter und Lina Ries., Sie wollen Wartezeitenprobleme…

Mal ehrlich: Das Warten gehört zu den eher unangenehmen Dingen im Leben. Wohl selbst die wenigsten derer, die über eine buddhistische Gelassenheit verfügen, freuen sich über Stunden im Arzt-Wartezimmer, in der Straßenverkehrsbehörde oder vor dem In-Restaurant mit der Hoffnung, dass dort endlich ein Tisch frei wird. Arne Reuter, ein Absolvent der Fachhochschule Wedel, Wirtschaftsingenieur Jonas Richter und die Gastronomin Lina Ries wollen da jetzt gegensteuern. Nicht, dass die drei bewirken könnten, dass Ärzte schneller behandeln oder Beamte flinker tippen, aber sie können zumindest den Informationsfluss über Wartezeiten verbessern, um so besser planen und vorhandene Zeit effektiver nutzen zu können. Ihr Startup "Waitless" erschien dem Land so interessant, dass es mit einem Gründungsstipendium Schleswig-Holstein unterstützt wird.

"Waitless ist die smarte und cloudbasierte Warteliste der Gastronomie. Sie hilft spontanen Restaurantbesuchern schnell einen Tisch zu bekommen und den Gastronomen ihr Restaurant optimal auszulasten", erläutert Arne Reuter, warum für den Einstieg gerade diese Branche gewählt wurde. Viele Gastronomen lehnen mittlerweile Reservierungen ab, weil sie schlechte Erfahrungen mit nicht erscheinenden Gästen gemacht haben, die ja trotzdem freie Tische blockieren, die anderweitig hätten belegt werden können. Andererseits wünschen sich potentielle Gäste vor dem Besuch eines Lokals möglichst Gewissheit, dort auch bedient zu werden. Hier soll die virtuelle Warteliste beide Interessen verbinden.

Wer das Waitless-Programm nutzt, erfährt nicht nur, ob noch Tische frei sind, sondern auch, wann sie vermutlich frei werden, sodass der leckere Besuch mit möglichst geringen Wartezeiten abläuft. Diverse Faktoren spielen da eine Rolle und müssen von dem Algorhythmus berücksichtigt werden. Wetter, Tageszeiten, Personalverfügbarkeit und vieles mehr haben Einfluss auf die Verweildauer und somit auf künftige freie Plätze. Natürlich lässt sich die Sache nicht punktgenau steuern, aber das System lernt dazu, sodass die Wartezeit-Korridore immer präziser werden.  Und die Wirte freuen sich dann, dass Tische möglichst ständig belegt sind.

Das System läuft derzeit in einer Testphase in einem Restaurant, weitere Einsatzorte werden derzeit akquiriert, um Erfahrungen zu sammeln und das Programm zu verbessern. Deshalb lässt sich damit (noch) kein Geld verdienen - der finanzielle Rückenwind des Landes ist deshalb nötig. Und Untersützung kommt auch von der Fachhochschule Wedel. Die Dozenten Jan-Paul Lüdtke und Florian Schatz haben ihr Knowhow und ihr Netzwerk beigesteuert - hier zeigt sich nebenbei ganz konkret, dass das geplante Gründerzentrum des Kreises Pinneberg ganz gut in Wedel in der Nähe der Fachhochschule aufgehoben wäre.

Das smarte Programme lässt sich auch auf andere Branchen übertragen, prinzipiell auf alle, in denen Wartezeiten und flexibel auszufüllende Leer-Termine eine Rolle spielen, von der Arztpraxis über eine Autowerkstatt bis zum Friseursalon. Aber bis dahin liegt noch eine Menge Arbeit vor den drei Gründern. (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH, 22.8.2019) 

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