Architekten in Wedel und Schulau bis 1945

Friedrich Christian Heylmann

* 18. November 1771 in Wesselburen; † 21. März 1837 in Altona), holsteinischer Architekt des Klassizismus

Pastorat
Pastorat

Der Bauinspektor Heylmann aus Altona, der bereits 1805 einen Entwurf lieferte, erbaute 1826 das Pastoratsgebäude. Das zweigeschossige Ziegelrohbau von fünf Achsen Breite und zwei Achsen Tiefe hat ein Pfannengedecktes Walmdach. Das hölzerne Dachgesims steht an der Fassade auf Klötzchenkonsolen. Das Mittelportal hat einen Sandsteinrahmen mit Kranzgesims auf zwei Volutenkonsolen. Die zweiflüglige Oberlichttür hat acht quereckige Auflagen und Rundknäufe. Unter Denkmalschutz gestellt.

Architekt Hermann Otto Pikull

* 18.12.1893 Hamburg + 1958 Architekt und Maler.

Der Architekt wohnte ab 1936 zwei Jahre in dem von ihm erbauten Gebäude Schlosskamp 16. Dann verzog er nach Hamburg. 1943 kam er als Flüchtling wieder nach Wedel zurück und wohnte mit seiner Familie in der Schulauer Straße 51. Von dort verzog er 1954 nach Westerland. Hermann Pikull machte sich auch als Maler einen Namen.

Hermann Pikull und Walter Breckwoldt
Hermann Pikull und Walter Breckwoldt
Bauten des Architekten Pikull  in Wedel

Folgende Bauten tragen seine Handschrift – keine abschließende Aufzählung:

  • 1935 - Schloßkamp 16 - Wohnhaus Hermann Pikull
  • 1935 - Elbstraße 27 - Wohnhaus
  • 1937 - Rathausplatz - Neubau Rathaus der Stadt Wedel
  • 1950 - Rosengarten - Schulgebäude Theodor-Storm-Schule
  • 1951 - Rosengarten 17 - Verwaltungsgebäude der Stadtwerke

Maurermeister Johann Hermann Seebeck

* 26.06.1886 in Schulau + 04.11.1973 in Wedel Maurermeister.

Er eröffnete Oktober 1909 in Wedel ein Bauunternehmen in der Hafenstraße 18.

Bahnhofstraße 12
Bahnhofstraße 12
Bauten des Maurermeisters Seebeck in Wedel

Folgende Bauten tragen seine Handschrift – Aufzählung nicht abschließend:

  • 1908 - Mozartstraße 1 - ehem. Hotel Greifswalder Hof. repräsentativer zweigeschossiger Putzbau mit Mansarddach, Seitenrisalit und Eckturm, reiche Jugendstilornamentik; Einfriedung. Unter Denkmalschutz gestellt.
  • 1912/1913 - Hafenstraße 21 - ehem. Hotel Elbburg. Zweigeschossiger Backsteinbau mit Mansardwalmdach, an der Schaufassade eingeschossiger Vorbau und Mittelzwerchhaus, mit Nebengebäude und historischer Einfriedung. Unter Denkmalschutz gestellt.
  • 1912 - Bahnhofstraße 12 - Wohnhaus des Arztes Dr. Knüppel. Zweigeschossiger, giebelständiger Backsteinbau mit Satteldach und dekorativen Sandsteingesimsen; mit Remise. Unter Denkmalschutz gestellt.
  • 1937 - Beim Hoophof 2 - Wohnhaus Werner
  • 1937 - Bahnhofstraße 29 - Wohn- und Geschäftshaus Wilhelm Pryzkopp
  • 1934-1935 - Schillerstraße - Einfamilienwohnhaus Emil Cordts 

Bauunternehmen Diercks in Schulau

Zimmermeister Johannes Lorenz Diercks * 09.09.1859 Wedel + 03.08.1945 Wedel gründete 1885 in Schulau das Baugeschäft Diercks in der Hafenstraße 18.
Sein Sohn Hans Johannes Diercks [korrekter Name eigentlich Johannes Wilhelm Diercks] * 15.02.1894 Schulau + 16.05.1964 Wedel) übernahm das Geschäft am 01.05.1923.

Schloßkamp 31
Schloßkamp 31

Hans Johannes Diercks wurde in der Staatsbauschule Hamburg ausgebildet, studierte anschließend an der technischen Hochschule in Darmstadt. Nach einer Verwundung im Ersten Weltkrieg arbeitete er im Auftrag des Marinebauamtes Wilhelmshafen beim Aufbau und Ausbau des Helgoländer Hafen führend mit. Im Juli 1922 trat er in das Baugeschäft seines Vaters ein und spezialisierte sich auf wasserbauliche Anlagen. 1938 plante er den Yachthafen Wedel, die bauliche Umsetzung war um 1960. Darüber hinaus baute er zahlreiche Landhäuser, Siedlungshäuser, Industrieanlagen und Straßenbauten.
Einer seiner Söhne Hans Johannes Joachim Gustav Diercks wurde auch Architekt und erbaute u.a. die Feuerwache an der Schulauer Straße. Ein weiterer Sohn ist Zimmermeister.

Folgende Bauten tragen die Handschrift des Bauunternehmen Diercks – Aufzählung nicht abschließend:

  • 1892 - ABC-Straße 1 - Wohnhaus Wilhelm Möller
  • 1924 - Schloßkamp 31 - Landhaus des Unternehmers Theodor Johannsen. Die Villa stellt ein herausragendes Beispiel der Landhausarchitektur der Elbvororte dar. Zu dem Anwesen gehörte ursprünglich ein über 2 ha großer Villengarten. Seit einer umfangreichen Renovierung wird das Haus für Wohn- und Geschäftszwecke genutzt. Unter Denkmalschutz gestellt.

Bauunternehmen Ohle in Wedel

Der Zimmereibetrieb wurde im Jahr 1830 von Heinrich August Wilhelm Ohle (* 08.12.1833 Bückeburg + 23.02.1904 in Wedel) in Wedel gegründet. Er engagiert sich von 1870 – 1899 im Stadtverordnetenkollegium. Sein Sohn August Heinrich August Wilhelm Ohle (* 05.12.1870 Wedel + 15.04.1948 Wedel) wurde an der städtischen Handwerker- und Kunstgewerbeschule (1903) und der Bauschule Hamburg (1887 - 1890) ausgebildet.

Mühlenstraße 35
Mühlenstraße 35

August Heinrich August Wilhelm Ohle übernahm den Zimmereibetrieb 1908. Und er war erster Feuerwehrhauptmann und ab 1919 in Bau- und Hafenkommission tätig. Dessen Sohn, Zimmermeister Hans Julius August Ohle * 12.06.1908 Wedel, der seit 1932 im väterlichen Betrieb mitarbeitet und diesen als Inhaber übernimmt, kehrt im Zweiten Weltkrieg nicht aus Russland zurück. Das Unternehmen wird von August weitergeführt. Nach seinem Tod 1948 bis zur Beendigung der Ausbildung von Gerd August Johannes Ohle (* 22.03.1936 Wedel + 2008) zum Hochbauingenieur 1967 ist Otto Markmann Geschäftsführer der Zimmerei. 1997 werden die Gebäude der mittlerweile insolventen Firma abgerissen.

Auswahl an Bauten der Familie Ohle – Aufzählung nicht abschließend:

  • 1887 - Gärtnerstraße 23 - Baumschule Hinrich Kleinwort
  • 1903 - Elbstraße - Cichorienfabrik von Suden 
  • 1905 - Holmer Straße 161 - Baumschule Christen Kjell Christensson
  • 1906 - Rollberg - Wohnhaus Richard Walter 
  • 1907 - Pinneberger Straße 80 - Baumschule Wilhelm Petersen
  • 1907 - Feldstraße 3 - Gartenbaubetrieb Hans Hinrich Nagel
  • 1908 - Holmer Straße 29 - Baumschule Carl Peter Heinsohn
  • 1908 - Mühlenstraße 35 - Wohn- und Praxisgebäude Dr. Rochell
  • 1911 - Mühlenweg 11 - Wohnhaus Lehrer Ehlers
  • 1912 - Steinberg 2 - Baumschule Kühnen
  • 1914 - Goethestraße 25 - Wohn- und Geschäftshaus Niemczyk
  • 1928 - Höbüschentwiete 35 - Wohnhaus Seebeck
  • 1928 - Gröner Born - Wohnhaus Oeding
  •  1939 - Höbüschentwiete 31 - Wohnhaus Richard Möller
  • 1941 - 1941 - Tonnenhafen Wedel - Elbe-Modell
  • Zahlreiche Neu- und Umbauten für die Firma J.D. Möller
  • Zahlreiche Neu- und Umbauten für die Firma Vereinigte Zuckerfabriken
  • Zahlreiche Neu- und Umbauten für die Kirchengemeinde: Friedhofskapelle 1908, Vorraum der Kirche 1919, Umbau Pastorat 1931.

Bauunternehmen Hatje in Schulau

Maurermeister Johann Hinrich Hatje * 01.10.1861 Hetlingen + 03.12.1934 Wedel gründetet sein Baugeschäft 1888 in Schulau. Eine Betriebsübergabe an seinen Sohn Maurermeister Emil Johannes Hatje * 20.02.1892 Spitzerdorf + 21.09.1965 Wedel erfolgte zum 01.04.1930. Er scheidet Ende 1960 aus dem Betrieb. Sein Sohn Otto-Ernst Hatje übernimmt den Betrieb und meldet ihn zum September 1964 ab.

Unterfeuer auf Krautsand
Unterfeuer auf Krautsand
Bauten des Bauunternehmen Hatje in Schulau

Folgende Bauten tragen ihre Handschrift – Aufzählung nicht abschließend:

  • ab 1891 - Zuckerraffinerie Schulau - Fabrikgebäude, Elbspeicher, Wohnhäuser
  • 1895 - 1914 - Bau von insgesamt 11 Unter- oder Oberfeuer und die Wärterhäuschen entlang der Elbe (u.a. Krautsand, Juelssand, Mielstack, Brunsbüttelkoog, Tinsdal, Wittenbergen)
  • 1897 - Grevenkop bei Krempe - Neubau einer Schleuse        
  • 1900 - Pinneberger Straße 225 - Catharinenhof   
  • 1900 - Rissener Straße 91 - Wohnhaus "Aktienhaus". Gemeinschaftlich erbaut im Frühjahr 1900 von Hieronymus Körner II, Maurermeister Johann Hinrich Hatje und Claus Hinrich Körner aus Schulau. So wollten sie das Vorhaben der Pulverfabrik Schulau, an der Bahntrasse eine Pulververladestation zu errichten, verhindern.
  • 1901 - Bei der Doppeleiche 4 - Wohnhaus Hatje  
  • 1901 - Elbstraße 10 - Wohnhaus Schwartz
  • ab 1905 - Bau der Gebäude der Vacuum-Oil AG
  • 1906 - Bahnhofstraße 51 - Schillerhaus, Wohn- und Geschäftshaus
  • 1934 - Beim Hoophof 3 - Wohn- und Geschäftshaus Bachmann
  • 1934 - Voßhagen - verschiedene Wohnbauten

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