Volker König konnte einen besonderen Erfolg verbuchen. Der blinde Ingenieur, der sich seit Jahrzehnten mit Hilfsmitteln für behinderte Menschen beschäftigt, der tüftelt, erfindet, bei Sponsoren durch die hintere Tür wieder reinkommt, wenn er aus der Vordertür hinaus gebeten wird, hat Eindruck auf höchster Landesebene hinterlassen. Denn Dirk Schrödter, Chef der Staatskanzlei und Digitalminister des Landes, war schwer beeindruckt, als er die neuen taktilen Türschilder in der Altstadt-Grundschule sah, die in erhabener und in Blindenschrift darauf hinweisen, was sich hinter den Türen verbirgt. Auf die Frage von wedel.de, ob denn im Landeshaus auch ein derartiger Service für sehbehinderte Menschen geboten wird, verneinte er, versprach aber, die Idee mitzunehmen.
Das könnte ein bisschen haushaltsbelastend werden, denn jedes der im 3-D-Druck nach einem Programm der Fachhochschule Wedel geprinteten 300 mal 50 Milimeter großen Kunststoff-Schilder kostet in der Herstellung 17,50 Euro netto - bei den ganzen Ministerien und dem Landeshaus kommt da schon ein Sümmchen zusammen. Allein für die Altstadtschule waren es 1311,98 Euro wie Volker König beim stimmungsvollen Besuch mit Kinderchor berichtete.
Zusammen mit dem Minister hörten auch Bürgermeisterin Julia Fisauli-Aalto sowie Vertreter von Sponsoren und Behinderten-Institutionen die Berichte des Ingenieurs. Und sie hörten von den Kindern aus der dritten und der vierten Klasse, wie man denn Inklusion an ihrer Schule lebt. Zwar gibt es derzeit keine sehbehinderten Kinder an der Schule, doch einige, die in ihren Bewegungen eingeschränkt sind. Wie es sich für gute Klassenkameradinnen und -kameraden gehört, werden sie gestützt, wo nötig, oder man bietet an, ihnen die Schulranzen abzunehmen, und ist glücklich, wenn sie beim Spendenlauf mit einem Roller ins Rennen gehen, damit sie dabei sind.
"Es ist ein ganz, ganz besonderes Projekt, was ihr hier macht", lobte der Minister die Kinder und freute sich über das Engagement der Erwachsenen, die Idee zur Realität werden zu lassen. "Nach der UN-Konvention für behinderte Menschen ist auch die Bewusstseinsbildung ein wesentliches Element: Wie kann Teilhabe ermöglicht werden?", sagte er und freute sich besonders, dass dies Projekt nicht vom Staat, sondern der Zivilgesellschaft verwirklicht wurde. (Jörg Frenzel/kommunikateam GmbH, 28.6.2025)