Zeitreise in die Bahnhofstraße

Das Stadtarchiv Wedel hat tief in die Foto-Schatztruhe gegriffen und präsentiert Ihnen hier für [fast] alle Gebäude der Bahnhofstraße Geschichte[n] und Abbildungen. Aber auch das Stadtarchiv Wedel kann nicht allwissend sein! Wissen Sie mehr zu einzelnen Gebäuden zu berichten, haben Sie weitergehende Infos oder sogar Abbildungen zu den Gebäuden, dann teilen Sie bitte Ihr Wissen und kontaktieren Sie mich!
Hätten Sie Spaß daran, mitzuhelfen, die Geschichte dieser Stadt lebendig zu halten? Lieben Sie es, wie ein Detektiv zu arbeiten und darüber zu publizieren? Das Stadtarchiv ist voll von Unterlagen und Geschichte[n] die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Daher suche ich für vielerlei Projekte Forscher und/oder Mithelfer im Ehrenamt fürs Stadtarchiv. Interesse geweckt? Dann melden Sie sich gleich bei mir im Stadtarchiv. 

Bahnhofstraße 1 / Rosengarten 2 / Rathausplatz

Das Eckgrundstück der Bahnhofstraße zum Rosengarten war seit 1890 im Eigentum des Gastwirtes Heinrich Petersen, der hier die Gastwirtschaft Petersens Gasthof am Bahnhof mit Ausspann führte. Nach dem Tode der Eheleute Petersen erwarb die Stadt Wedel das Areal um dort gegenüber dem Bahnhof am Eingang der Bahnhofstraße einen Platz anzulegen. Zunächst verpachtete die Stadt Wedel die Gaststätte an den Gastwirt August Rösicke und hielt in Ermangelung eines Saales ihre Sitzungen dort ab. Ab 1927 schrieb die Stadt Wedel einen Ideenwettbewerb für den Neubau eines Rathauses und die Gestaltung eines Rathausplatzes aus. Das mittlerweile recht baufällige Gebäude wurde daher 1934 abgebrochen und hier zunächst eine Grünanlage angelegt, die ab 1936/37 den Rathausneubau einfasste. Es entstand ein Rathausplatz mit einer Grünanlage in der Mitte und Straßen, die herumführten. Ab Ende den 1950er Jahren, bis zum Neubau des Zentralen Omnibusbahnhofes ZOB 1987 wurde der Platz vor dem Rathaus auch als Bushaltestelle genutzt. Während des Neubaus des ZOB war zudem die Taxizentrale dort zu finden. Der Rathausplatz wurde 1987 erneut überplant und die Straße direkt vor den Rathausbauten entfernt.

 

Bahnhofstraße / Rathausplatz 2

1888 erweiterte der Schumacher Hans Hinrich Hushahn sein Wohnhaus um einen Stall. Sein Schwiegersohn, der Zigarrenhändler Claus Hinrich Jantzen erbaute auf dem Grundstück ein Wohn- und Geschäftshaus. Dessen Sohn, der Barbier und Friseur Heinrich Jantzen ließ um 1911 den linken Flügel anbauen und 1954 den rechten Flügel zum Friseurgeschäft ausbauen. 1965 waren in den Ladengeschäften die Geschäftsstelle des Wedel-Schulauer Tageblatt und die Firma Walter Messmer zu finden.

 

Bahnhofstraße / Rathausplatz 4

Das Gebäude wurde 1903 von Hieronymus Körner I in Spitzerdorf erbaut. 1910 erwarb es der Postmeister Gohrbandt für die Kaiserliche Post. Die Post nutzte das Gebäude bis 1964. Dann zog das Polizeirevier, dass vier Jahre lang ein Provisorium in einer Villa am Rosengarten Polizei hatte, dort ein. Diese konnte im März 1979 ihr Domizil im alten Amtsgericht in der Gorch-Fock-Straße beziehen und machte den Weg frei für das Italienische Restaurant Da Mario. Im Obergeschoss hatte seit mind. Anfang der 1970er Jahre die Kinderärztin Frau Dr. Caspers ihre Praxis. Dort war vom April 1986 bis 2023 die Heimstatt der Familienbildung.

 

Bahnhofstraße / Rathausplatz 6

Das Wohnhaus Rathausplatz 6 wurde 1907 durch den Schuhmachermeister Theodor Thee erbaut und im Jahr 1955 durch den Bäckermeister Ernst Lepthien zum Café mit etwa 80 Plätzen umgebaut. Im März 1971 wurde der Betrieb aus gesundheitlichen Gründen eingestellt. Kurz danach eröffnete der Gastwirt Rolf Dehn dort die Gaststätte City-Restaurant, die er einige Jahre später in Salz und Pfeffer umbenannte. Wenige Jahr später erhielt die Gaststätte durch neue Betreiber den Namen Rathaus-Eck. Das Gebäude wurde 1991 abgebrochen und durch die Stadtsparkasse überbaut. 

Bahnhofstraße 9-11

Wenn man vom Bahnhof kommt, muss zunächst eine kleine Steigung überwunden werden. Hier lag um 1900 auf der linken Seite das Wohn- und Hofgebäude der Gärtnerei von August Langeloh. Die Gebäude wurden zwar während des Zweiten Weltkriegs arg zerstört, konnten aber auch wieder aufgebaut werden. Erst 1960 wurde das zuvor an Hermann Friedrich Bruhn verkaufte Gelände der ehemaligen Gärtnerei mit dem danebenliegenden Gebäude abgebrochen und durch eine Ladenzeile mit dahinterliegende Wohnblocks bebaut. Hier gab es dann eine Apotheke, eine Drogerie, einen Schuhmacher, eine chemische Reinigung, das Damenkonfektionshaus Hinrichs und den Hähnchen-Grill-Imbiss von Erich Groth.

 

Bahnhofstraße 10

Hier stand lange Jahrzahnte das Altenteilerhaus, oder wie es hier heißt, das Abschiedshaus des größten Hofes in Wedel - des Hoophofes. Hierhin zog sich der Alt-Bauer zurück, wenn er den Hof nicht mehr führen konnte und diesen an seinen Sohn übergeben hat. Diese Hofübertragungen wurde in der Regel vertraglich festgelegt. Damit wurde auch die Übergabe von Naturalleistungen an den Alt-Bauern festgeschrieben, die sich an den Einkünften des Hofes orientierte. So gab es beispielsweise eine bestimmte Milchmenge, Ernteanteile von bestimmten Feldern und/oder jährlich eine Menge von Roggen und Buchweizen, aber auch die Ernte von Hausgärten, ein fettes Schwein zur Schlachtung und den Torf zur Feuerung.
Anders als das Hofgebäude des Hoophofes überstand das Abschiedshaus den Bombenhagel und lag an der Einmündung der 1949 erbauten Gorch-Fock-Straße. Für einen Neubau wurde es 1957 abgebrochen. Am mehrgeschossigen Wohnhaus lagen nun im Erdgeschoss Räume der Vereins- und Westbank und des Uhrmachers Harmsen.

 

Bahnhofstraße 12

In der Bahnhofstraße 12 standen Stallgebäude des Hoophofes. Dieses Land wurde 1912 an den praktischen Arzt Dr. med. K. Dallwig verkauft, der dort sein Wohnhaus erbaute. 1914 erweiterte es Dr. med. Alfred Knüppel. Ab 1947 praktizierte hier der Zahnarzt Dr. Hoffbauer. In den letzten Jahren wurde das Gebäude aufwändig saniert. 

 

Bahnhofstraße 13

Auch dies Gelände gehörte urspünglich zum Hoophof und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg parzelliert. 1952 erbaute hier die Volksbank Wedel in der Bahnhofstraße 13 ein Wohn- und Geschäftsgebäude. Die Volksbank wurde 1927 von Wedeler Gewerbetreibenden gegründet und das Geschäftslokal befand sich zuvor im Gebäude Mühlenstraße 31. Das Gebäude wurde 1974 umgebaut. Zwei Jahre zuvor ist die Volksbank Wedel in die Altonaer Volksbank und später in die Volksbank Hamburg Ost-West aufgegangen. 

Bahnhofstraße 14

Das Grundstück Bahnhofstraße 14 war Teil der Mitgift, die Adolf Holland, Direktors der Zuckerfabrik 1922 seiner Tochter Helene für die Ehe mit dem praktischen Arzt Dr. Willy Gerd Thiessen mitgab. Helene verstarb bereits ein Jahr nach Eheschließung am Kindbett, aber das Grundstück verblieb im Eigentum des Witwers, der 1934 dort ein Wohnhaus mit Praxisräumen errichtete. Das schmucke Wohnhaus überstand die Bombennacht und wurde erst 1970 abgebrochen. Es wurde gemeinsam mit dem nebenstehenden Areal Bahnhofstraße 16 vereint.

 

Bahnhofstraße 16

Auf dem Gelände Bahnhofstraße 16 stand bis zur Bombennacht 1943 das 1831 erbaute weichgedeckte Fachwerkwohn- und Wirtschaftsgebäude des Hoophofes. Dieser Hof ist seit etwa 1748 im Eigentum der Familie Langeloh. Zu dem Hof gehörten im 18. Jahrhundert noch zahlreiche Ländereien. Die meisten lagen in dem Quadrat zwischen der Bahnhofstraße, der heutigen Gorch-Fock-Straße, der Höbüschentwiete und der Schulauer Straße. Hinzu kamen Äcker und Felder am Stock, am Voßhagen, am Grönen Born, an der Aue. 
Wenn Sie mehr zu den Hofbesitzern erfahren wollen, dann finden Sie in den Aufsatz von Gisa Teßmer "Schulauer Hofgeschichten" noch weitere Infos. 
Der Hof wurde total zerstört und das Gelände lag bis 1963 brach. Es wurde durch die Familie Langeloh nicht wieder aufgebaut, sondern zunächst an den Kaufmann Schölermann verpachtet, der die Gartenanlage nutzte. Um 1960 wurde die alte Baustelle an den Makler Bruhn verkauft. Dieser ließ auf dem Gelände ein dreistöckiges Wohnhaus mit einem Geschäftsvorbau entlang der Bahnhofstraße errichten. Hier eröffnete 1963 das Bekleidungsgeschäft Corso und das Schuhgeschäft Schuh Kay seine Pforten. Ein Jahr später konnten die Wohnungen bezogen werden. 1970, bei Abbruch des nebenstehenden Gebäudes Bahnhofstraße 14 wurde ein Neubau direkt an dem Gebäude Bahnhofstraße 16 errichtet.

Bahnhofstraße 17

Auch diese Seite der Bahnhofstraße gehörte ursprünglich zum Hoophof. Das Gelände wurde Ende der 1920er Jahre parzelliert und die Straße Beim Hoophof geschaffen. Das Wohn- und Geschäftshaus Bahnhofstraße 17 wurde 1929 durch Ernst Schölermann erbaut. Die Familie betrieb in den Geschäftsräumen ein Feinkostgeschäft. Am 18.03.1965 ziehen hier zwei Filialbetriebe ein. Die Firma Tchibo eröffnete einen Zweigbetrieb und der Drogeriemarkt Iwan Budnikowsky hatte seinen Startschuss für die erste Filiale außerhalb der Stadtmauern Hamburgs. 
 

Bahnhofstraße 18 und 18a

Auf dem Gelände der heutigen Bahnhofstraße 18 stand die Scheune des Hoophofes. Nachdem diese 1923 abgerissen wurde, konnte das Gelände abgeteilt und verkauft werden. Der Direktor der Zuckerfabrik, Adolf Holland, bislang in der Elbstraße 52 wohnhaft, erwarb eine Parzelle und ließ sich dort 1927 eine Villa errichten. In den Steuerbüchern ist er dort ab 1936 als wohnhaft aufgeführt, 1940 wohnte er dort auch noch. Ab 1953 bis 1957 diente das imposante Gebäude der Zweigstelle Wedel des Amtsgerichts Uetersen, anschließend bis 1959 dem Amtsgericht Wedel. Nach einem größeren Umbau zog das Bettenhaus Rumöller von 1959 bis 1966 in die Räume. 1966 bis 1970 konnten dort bei Firma Gebers Teppiche und Betten gekauft werden. 1970 zog dann das alteingesessene Wedeler Haushaltswaren- und Porzellangeschäft Schneider von der Bahnhofstraße 36 in das Gebäude.
Neben der Einmündung in den heutigen Eichendorffweg, Bahnhofstraße 18a hatte die Reichspostdirektion Ende der 1930er Jahre Grundbesitz erworben. Auf den ehemaligen Weiden des Hoophofes sollte das Postamt Wedel entstehen, da die Räumlichkeiten im bisherigen Gebäude Rathausplatz 4 längst nicht mehr ausreichten. Durch den Krieg verzögerten sich die Planungen, dennoch konnte 1940 dort ein Fernsprechamt erbaut werden. Ab 1963 wurde dort eine Verteilerstelle für Post und Pakete, zudem eine großzügige Halle für die Schalterdienste errichtet.

Bahnhofstraße 21

Das Eckhaus zur Straße Beim Hoophof wurde 1932 durch den Ingenieur Emil Bähnke erbaut. Hier eröffnete der Sozialdemokrat Willy Bröker 1948 die Auer-Buchhandlung, die seine Tochter Karla Baasch später übernehmen sollte. Der 1913 in Wedel geborene Willy Bröker war bereits 1926 Mitglied der Arbeiterjugend. Ab 1933 ging er in den aktiven Widerstand gegen das NS-Regime und in die Lehre zum Klempner. Ab etwa 1937 war er bei Firma Ernst Heinkel im Flugzeugbau in Rostock tätig und wurde im Januar 1938 wegen illegaler Betätigung von der Gestapo verhaftet und wegen Hochverrates angeklagt. Er kam für einige Zeit ins Zuchthaus und wurde für den Einsatz im Strafbataillon 999 entlassen. In Afrika geriet er in amerikanische Kriegsgefangenschaft und kam 1945 nach Wedel zurück. Nach dem Krieg arbeitete er für zwei Jahre im neu gegründeten SPD-eigenen Auer-Verlag am Speersort, bis er sich im Dezember 1948 selbstständig machte.  Die Familie Bröker war politisch sehr engagiert. Seine Mutter war bereits Mitglied des Kreistages und auch seine Schwester Marta Damkowski war im Widerstand aktiv. 
Die Buchhandlung Karla Baasch zog 1984 ein paar Häuser weiter, in die Bahnhofstraße 25. Das Gebäude Bahnhofstraße 21 wurde 2005 umfangreich umgebaut.  

 

Bahnhofstraße 22

Auch dies Gelände gehörte ursprünglich zum Hoophof und wurde 1934 durch Robert Möller mit einem Wohnhaus erbaut. Das Gebäude erlitt 1943 große Schäden, wurde aber wieder aufgebaut. Hier war nach dem Krieg ein Kaffeegeschäft mit Ausstellungsfenstern der Firma Marxen. Im Frühjahr 1964 wurde vor dem Wohnhaus ein Ladengeschäft vorgebaut und ein zweites Wohnhaus mit Kühlhaus hinter dem ersten errichtet. Im Ladengeschäft eröffnete 1964 der Fleischer Dieter Heins seine Schlachterei. Diese wurde 1987 geschlossen. Danach gab es in den Gebäuden verschiedene Mieter. Eine Zeitlang gab es im Kühlhaus den Verkauf von Pferdefleisch, im Oktober 1989 wurde im Ladengeschäft ein Feinkost-Fischladen eröffnet. Hier war eine türkische Bäckerei und zuletzt ein Blumengeschäft. 

 

Bahnhofstraße 23

Das Gebäude des Buchverlags „Wissen ist Macht“ wurde im Bombenhagel 1943 geschädigt, konnte aber wieder aufgebaut werden. Bereits in den 1930er Jahren hatte der Radiohändler Willy Klindt hier seine Werkstatt, die er Anfang der 1960er Jahre in den Kronskamp 17 verlegte. In dem hinteren Gebäude war lange Jahre die Glaserei Harder zu finden. Im November 1983 eröffnete die Apothekerin Angelika Schulze die Glocken-Apotheke.

 

Bahnhofstraße 24

Der Kaufmann Heinrich Marxsen, der sein Geschäft zunächst in der Mühlenstraße 21 hatte, erbaute 1914 in der Bahnhofstraße 24 ein Wohn- und Geschäftshaus. Hier richtet er ein Kaufhaus für Textilwaren ein. Das Gebäude wurde 1932 auf 250 m² Verkaufsfläche erweitert. Auch hier zerstörten Bomben im März 1943 das Gebäude. Zunächst ging der Verkauf in Baracken und ab 1946 in Anbauten weiter. Ab 1954 wurde der Wiederaufbau vorangetrieben und die Firma Marxsen auf 1.000 m² ausgedehnt. 1958 verstarb Heinrich Marxsen und übergab das Geschäft seiner Tochter Toni und ihrem Mann Heinrich Staack. 1982 hatte das Unternehmen 25 Mitarbeiter. Ein Jahr später muss das Unternehmen Konkurs anmelden und schließt zum 1. Juli 1983. Das Gebäude wird an den Wedeler Bauunternehmer Willy Kuhrt verkauft. Wenige Monate später eröffnet hier eine Filiale der Drogerie-Handelskette Kloppenburg mit einer gut besuchten Autogrammstunde von Uwe Seeler ihre Pforten. Im Untergeschoss des ehemaligen Textilkaufhauses Marxen wird die vierte Spielhalle in Wedel eröffnet.

 

Bahnhofstraße 25

Links neben dem Kino hatte der Tabakwarenhändler Johannes Brauer 1934 sein Wohn- und Geschäftshaus errichtet. Dieser Tabak- und Zeitschriftenladen wurde in der Bombennacht 1943 schwer zerstört, wurde aber wieder aufgebaut. Er kam 1983 bundesweit in die Presse, nachdem der Verkäufer und Lebensgefährte der Betriebsinhaberin wegen Spionageverdachts für die Bundesrepublik Deutschland in der DDR verhaftet wurde. Ein Jahr später wird das Gebäude verkauft und abgebrochen. Die Schreibwarenhandlung von Karla Baasch zog 1984 in das neu errichtete Geschäftshaus ein. 

Bahnhofstraße 26

Der Papierwarenhändler und Buchdruckermeister August Griebel erbaute 1914 das Wohn- und Geschäftshaus. Auch diese Gebäude wurde im März 1943 total zerstört und an seiner Stelle eine Baracke errichtet. 1955 verkaufte er das Gebäude an Hans Buhmann, der dort nicht nur Papierwaren, sondern auch Spielzeug verkaufte. Wenig Jahre später übernahm der Händler Jürgen Schwartau das Haus und führte hier bis zum 31.März 1991 ein Geschäft für Bürobedarf und Spielzeug.

 

Bahnhofstraße 27

1928 wurde das Haus als Wohn- und Lichtspielhaus durch den Dentisten Gustav Möhl erbaut. [Mehr zur Geschichte der Kinos in Wedel gibt es hier] Im März 1943 erlitt das Gebäude schwerste Schäden. Trotz erheblicher Bedenken des zuständigen Architekten wurde noch im Jahr 1943 mit Unterstützung der Reichsfilmkammer der Wiederaufbau geplant. Daher konnte das Kino ab 1944 wieder genutzt werden und wurde sogar von 300 auf 500 Plätze erweitert. Gleich nach dem Krieg wurde das Gebäude zunächst durch die britische Besatzungmacht genutzt. Bis 1969 wurden dort Kinofilme gezeigt, dann setzte auch in Wedel das Kino-Sterben ein. 1969 erwarb die Stadt Wedel das Gebäude und baute es für die Nutzung der Stadtbücherei um. Im Dezember 1970 zog dort die Stadtbücherei ein und sollte dort bis 1998 dort bleiben. Anschließend wurde das Gebäude dann als Café und Antiquariat, aber auch für Vereine und Verbände genutzt. Nach dem Verkauf sollte das Gebäude abgebrochen werden. Dagegen formierte sich 2011 eine Bürgerbewegung, die sich für den Erhalt des Gebäudes einsetzte. Das Gebäude blieb erhalten, verlor aber wegen der durchgeführten Baumaßnahmen 2017 die altvertraute Backstein-Optik.

Bahnhofstraße 28

1911 erbaute der Schuhmacher Johann Husmann das Wohn- und Geschäftsgebäude in der Bahnhofstraße 28. Dieser war seit 1897 mit der Kauffrau Jetta Kahn verheiratet und hatte mit ihr eine Tochter. Nach dem Tode ihres Mannes 1928 führte sie mit ihrer Tochter Helene Karolewicz das Weißwarengeschäft in der Bahnhofstraße 28 weiter. Das Gebäude wurde in der Bombennacht 1943 total zerstört, das Ladengeschäft und die Wohnung von Helene Karolewicz wurde zunächst in einer Baracke eingerichtet. Erst 1959/1960 konnte die Baracke durch einen Neubau ersetzt werden. [Über das Schicksal der jüdischen Kauffrau Jetta Husmann geb Kahn (1872-1942) kann hier nachgelesen werden.]

 

Bahnhofstraße 29

Das Wohn- und Wirtshaus "Schulauer Hof" wurde 1878 in der Bahnhofstraße 29 erbaut und seit mindestens 1897 von Edmund Wiesberger und seiner Frau Metta Elsabe Auguste Kohfahl bewirtschaftet. Wiesberger war Mitglied der SPD und bis 1924 zudem Mitglied der Stadtvertretung. Im Saal der Gaststätte fanden nicht nur politische Kundgebungen statt, sondern hier wurde 1927 die AWO gegründet und der Arbeiter-Gesangvereins "Vorwärts" Wedel schmetterte seine Lieder. 1933 hatte das ein Ende. Gastwirt ist seit 1929 Wilhelm Pryzkopp (der später seinen Namen in Ammon änderte), der die Gaststätte einige Jahre betrieb. 1965 wurde das Gebäude zu einem Wohn- und Geschäftshaus umgebaut. Anschließend war lange Jahre hier das Modehaus Fenske zu finden. 

 

 

Bahnhofstraße 30

1912 gab der Schuhmacher Carl Werner den Neubau eines Wohn- und Geschäftshaues in Auftrag. Das Gebäude wurde im Jahr 1959 umgebaut. In den 1960er Jahren war dort die Reinigung Wilhelm Wulf untergebracht. 1976 wurde das Haus abgebochen und durch einen Neubau ersetzt. Am 6.12.1976 verlegte die Commerzbank ihre Filiale aus dem Hochhaus Rosengarten 3 in die Bahnhofstraße 30. 

 

Bahnhofstraße 31

Der Gastwirt Edmund Wiesberger des "Schulauer Hof" betrieb in dem Nebenhaus Bahnhofstraße 31 eine Krämerei. 1929 war das Wohnhaus im Eigentum des Wirtes Wilhelm Pryzkopp. Dieser ersetzte 1937 das Gebäude durch einen Neubau mit vier Wohnungen. 2006 wurde das Gebäude abgebrochen, um hier den Eingang zu den Welau-Arkaden zu schaffen.

 

Bahnhofstraße 32 und 34

Die Grundstücke Bahnhofstraße 32 und 34 waren ursprünglich ein Grundstücksplatz – Hof 31 -, auf dem bereits 1786 ein mit Stroh gedecktes Gebäude steht. Dies Gebäude war seit 1853 im Eigentum der Familie Schümann, zunächst im Eigentum des Schiffszimmermannes Hinrich Schümann. Über die große Familie, die aus dem Hasenmoor bei Kaltenkirchen nach Wedel kam und hier mehrere Hofplätze erwarb, können Sie hier in der spannenden Geschichte von Gisa Teßmer nachlesen. Weitere Nachkommen auf dem Hof 31 waren Tischler und daher lag es nahe, in dem 1913 neben dem Strohdachhaus erbauten Gebäude eine Möbelhandlung und ein Beerdigungsunternehmen einzurichten. In dem Strohdachhaus richtete Wilhelmine Schümann 1923 ein Tabakgeschäft ein. Beide Gebäude überstehen den Zweiten Weltkrieg unbeschadet und wurden erst 1966 abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt.

 

Bahnhofstraße 33

Das Wohn- und Geschäftshaus Bahnhofstraße 33 wird 1898 durch den Kaufmann Heinrich Raiber errichtet. Zur Beleuchtung seines Geschäftes lässt er kurz danach sogar eine Gaslichtanlage einrichten. 1904 kehrt er der Gemeinde Schulau den Rücken und geht nach Pinneberg, um dort in der Elmshorner Straße ein Geschäft für Düngemittel zu eröffnen. 1912, der Eigentümer ist mittlerweile der Hamburger Oberpostassistent August Dössel wird dort eine Pferdeschlachterei eingerichtet. In den 1930er Jahren gab es dort einen Laden der Gebrüder Kroll und auch die Radio- und Photohandlung von Willy Klindt war dort noch bis 1950 zu finden. Außerdem war hier vor und im Krieg die Anzeigenannahme der Wedel-Schulauer-Zeitung zu finden. Nach dem Kriege verkaufte der Buchdruckereibesitzer Conrad Abelbeck hier Schul- und Bürobedarf und der Kolonialwarenhändler Karl Brügmann seine Waren. Ab September 1959 bis 1968 war hier die Nebenstelle der Deutschen Bank in Wedel untergebracht. Anschließend war im Laden bis 1985 das Reisebüro Schnieder zu finden.

 

Bahnhofstraße 36 und 36a

Hier stand bis etwa 1815 das erste Schulhaus von Spitzerdorf, dann wurde das Schulhaus an der ABC-Straße für diese Zwecke erbaut. 1875 wurde das Grundstück an den Höker Johann Dittmer Meyer verkauft. Dieser hatte um 1900 auf dem Grundstück zunächst ein mit Reet gedecktes Wohnhaus und eine Kohlenscheune stehen. Beides baute er sukzessive durch Um oder Anbauten und Aufstockungen aus. Das Gebäude überstand den Zweiten Weltkrieg unbeschadet. Nach dem Krieg wurde ein Pachtladen eingebaut, in dem die Schlachterei Hardorp bis 1963 seine Waren anbot. Nach und nach verlagerte sich das Verkaufsangebot weg vom Lebensmittelgeschäft hin zum Porzellan- und Haushaltswarengeschäft. 1965 wurden die Verkaufsräume entlang der Spitzerdorfstraße durch einen Anbau erweitert, so dass die Firma, nun unter dem Schwiegersohn Gustav Schneider, eine Ladenfläche von 200 m² hatte. 1970 zog die Verkaufsstätte dann unter der Geschäftsführung von Günther Helms in das Geschäftsgebäude Bahnhofstraße 18 um. Der Altbau Bahnhofstraße 36 wurde dann ab Oktober 1970 abgebrochen und durch ein größeres und höheres Geschäftshaus bebaut. Dort zogen zunächst die Firmen Kepa Kaufhaus GmbH, Küchentechnik W. Dannath KG und die Tanzschule Klick ein. Aus der Firma Kepa wurde 1977 eine Filiale von Karstadt. Und ab 31.10.1980 war in den ehemaligen Räumen von Küchentechnik Dannath im ersten Obergeschoss das Café Körbelin zu finden.
In dem Gebäude Bahnhofstraße 36a, der sich rechts von dem Gebäude Bahnhofstraße 36 befindet, zog 1969 der „Deutsche Supermarkt“ ein, der Jahre später durch „Jean Pascale“ abgelöst wurde. Nun ist hier die Hamburger Sparkasse zu finden ist, die zuvor in der Bahnhofstraße 14 ihre Filiale hatte. 

 

Bahnhofstraße 37 und 37a

Das mit Reet gedeckte Fachwerkhaus mit einem großen Garten an der Einmündung zur Feldstraße, Bahnhofstraße 37, war seit 1868 im Familienbesitz der Familie Kruse. Das Gebäude ist bereits in Karten von 1815 eingezeichnet. Es blieb im Krieg nahezu unzerstört und wurde 1954 abgebrochen. Hier errichtete dann die Firma Josef Schmidt ein mehrgeschossiges Wohn-und Geschäftsgebäude. In die Ladengeschäfte zogen das Lebensmittelgeschäft Johs. Schmidt, und ein Friseur ein. Kurze Zeit später zog in einen Anbau die Elb-Apotheke ein, die zuvor ihre Offizin im Kronskamp hatte. Letzter Mieter im Ladengeschäft Bahnhofstraße 37a müsste Kodi gewesen sein. 2010 wurden die Gebäude abgebrochen, nicht ohne sie zuvor mit tollen Graffiti zu verschönern.
Die Eiche steht immer noch vor der heutigen Pizzeria, sie dürfte mittlerweile über 200 Jahre alt sein.

 

Bahnhofstraße 38

Bereits 1932 übernahm die Schneiderin Mathilde Bartsch, geb. Gehrken in Bahnhofstraße 38 die Schneiderei von Heinrich Gätgens. 1936 erweiterte sie den Betrieb zum Kaufhaus mit Textil- und Kolonialwaren. 1949 steigen ihr Mann Oskar Bartsch, ein Handlungsreisender und ihr Sohn Willy Bartsch in das Geschäft mit ein und erweitern den Betrieb um eine Trikotagenfabrik. Zu Beginn der 1970er Jahre wurde die Produktion nach Neumünster verlagert, 1974 der Betrieb in Wedel aufgegeben. Nach einer Umgestaltung des Gebäudes zog 1976 das Salamander-Schuhgeschäft von Willi Mittelstädt und der Optiker Paulick in das Gebäude. Ihnen folgten 1977 die Barlach-Apotheke. 

 

Bahnhofstraße 39

Hier hatte der Schneider Siems im Jahr 1900 sein Wohn- und Geschäftshaus erbaut. Das Gebäude überstand den Zweiten Weltkrieg unversehrt und wurde im August 1964 abgebrochen. In den Neubau zog zum 1. April 1965 die Parfümerie Nickel und ein Friseurgeschäft ein. Außerdem gab es dort bis in die 1970er Jahre noch maßgeschneiderte Anzüge.

 

Bahnhofstraße 40

1899 errichtete der Dentist Gustav Möhl in der Bahnhofstraße 40 ein Wohn- und Geschäftshaus. Auf dem ältesten Foto von 1900 ist auf Werbetafeln zu lesen, dass sich hier ein Cabinet zum Haarschneiden, Rasieren und Frisieren befindet. Zudem ist es ein Atelier für künstl. Zähne, Zahnziehen und Plombieren. Außerdem war in diesem Gebäude in den ersten Jahren eine Zigarrenhandlung und das Geschäft des Schuhmachers Johann Ladiges untergebracht. Aber Gustav Möhl machte noch mehr. So war er auch Trichinenschauer und Mitglied der städtischen Badekommission. Und da er ein großer Cineast war, richtete er von 1916 – 1921 in seinem Wohnhaus auch das „Wedeler Lichtspielhaus“ ein, bis er 1928 das Kino in der Bahnhofstraße 27 erbauen ließ. Das Gebäude Bahnhofstraße 40 wurde im März 1943 erheblich zerstört. 1947 konnte das Ober- und das Dachgeschoss wiederaufgebaut werden. In den 1960er Jahren wurde das Gebäude abgebrochen und durch einen mehrgeschossigen Wohn- und Geschäftsblock bebaut. 

 

Bahnhofstraße 41

In dem Gebäude war seit 1862 Wohn- und Geschäftshaus des Klempnereibetrieb Timmermann bis mind. 1959. Dann verpachtet an verschiedene Gewerbetreibende, u.a. auch an die Geschäftsstelle des Wedel-Schulauer-Tageblatt. 1963 baute der Schlachter Jonny Hardorp dort die Stadtschlachterei ein. Das Geschäft wird 1983 geschlossen, das Gebäude 1985 abgebrochen und durch einen mehrgeschossigen Wohnblock ersetzt.

 

Bahnhofstraße 42

Das Wohn- und Geschäftshaus wurde 1899 vom Architekten Joh. Diercks durch den Präparator Dittmer Friedrich Möller erbaut, nachdem er das Grundstück vom Landmann H. H. Biesterfeldt erworben hatte. Dittmer war der der jüngste Bruder von Johann Diedrich Möller und verheiratet mit Bertha Woltmann. Deren gemeinsame Tochter Martha heiratete 1900 den Uhrmachermeister Carl Krap und zog in das Gebäude. 1939 vermieteten diese einen Teil des Ladens an die Stadtbücherei. Das Haus trug im März 1943 massive Schäden davon, konnte aber wiederaufgebaut werden. Sogar die Stadtbücherei zog im Juni 1952 dort wieder ein. In den 1950er Jahren erwarb der Tischlerei-Bedarfshändler Günter Knöppel das Grundstück und verkaufte dort Bastlerbedarf. Das Geschäft schloss im Juni 1978, das Gebäude wurde kurz danach abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Hier zogen dann zunächst Anna´s Kindermoden, ein Damenmoden und ein Jeansgeschäft, der Salon Kliem und ein Kosmetikstudio ein.

 

Bahnhofstraße 43

Das Wohnhaus Bahnhofstraße 43 war aus dem ehemaligen Besitz von Hans Hinrich Biesterfeldt. Die späteren Eigentümer waren Alma Kock und Witwe Elisabeth Petersen geb. Kock * 05.03.1890. 1966 werden die Grundstücke Bahnhofstraße 43 und Bahnhofstraße 45 durch die Maklerfirma Bruhn aufgekaut und ein gemeinsames Gebäude erbaut. Dort zog 1968 die Zweigstelle Wedel der Deutschen Bank ein, die zuvor im Gebäude Bahnhofstraße 33 untergebracht war.

 

Bahnhofstraße 44

Hinter dem Grundstück von Möller (Bahnhofstraße 42) gehörte das Gelände bis zur Einmündung der Spitzerdorfstraße noch um 1905 zum Hof von Hans Hinrich Biesterfeldt. Ein Teil das Hofes, das Altenteilerhaus, brannte am 5. April 1870 aus ungeklärter Ursache ab. Dabei wurde der Hausherr, seine Ehefrau und deren gemeinsamer erwachsener Sohn tödlich verletzt. Dreißig Jahre später wurde das Gelände parzelliert.
Eines der alten Gebäude von Biesterfeldt wurde um 1920 an den aus Braunschweig stammenden Schlosser Franz Waßmann verkauft, der dort eine Zeitlang dort auch eine Werkstatt für Fahrräder betrieb. Bereits Anfang der 1950er Jahre steht das Gebäude nicht mehr. Spätestens 1959 ist das Grundstück nicht mehr in Familienbesitz und wird mit einem Mehrfamilienwohnblock mit Geschäftszeile überbaut.

 

Bahnhofstraße 45

Das kleine Wohnhaus Bahnhofstraße 45 war 1889 vom Mauer Paul Heinsohn erbaut und war später im Eigentum seines Enkels, des Eisenbahners Hermann Behrens. Das Gebäude wurde durch die Maklerfirma Bruhns erworben, 1966 abgebrochen und durch einen gemeinsamen Wohn- und Geschäftshausblock mit der Bahnhofstraße 43 ersetzt. Im Erdgeschoss zog im Mai 1968 eine Filiale des Pro-Marktes ein.

 

Bahnhofstraße 46

1923 erbaut der Kaufmann Carl Aderhold das Wohn- und Geschäftshaus in der Bahnhofstraße 46. Er betrieb bereits seit 1909 in Schulau einen Gemischtwarenladen und den Verkauf von Spirituosen. Ab 1972 hängten Ilsemarie und Günther Steyer, die ihre Bücher in einer Baracke in der Bahnhofstraße 57 verkauften, bereits dort Reklameschilder auf. Wenige Jahre später zogen die Buchhandlung in das Ladengeschäft des Gebäudes ein. Im Jahr 2013 wurde das kleine Wohn- und Geschäftshaus abgebrochen und durch einen mehrstöckigen Neubau ersetzt.

 

Bahnhofstraße 47

Bis zum Zweiten Weltkrieg war das gesamten Grundstück bis zur Einmündung der Spitzerdorfstraße im Eigentum des Landmannes Dittmer Biesterfeldt. Auf dem Gelände dahinter, dem heutigen Schulauer Marktplatz lagen die eigentlichen Hofgebäude, die allesamt zerstört wurden und aufgeteilt wurden. 1947 erbaute der Kaufmann Karl Cherk dort ein Geschäft für Farben. Das zunächst nur mit einem Flachdach errichtete Gebäude stockte er es einige Jahre später mit einem Dach auf.
Im März 1970 wurde an der Straßenfront ein Zugang für die Schalterräume der Bank für Gemeinwirtschaft eingerichtet. Der Zugang zum Farbengeschäft von Karl Cherk war vom Durchgang zum Marktplatz aus erreichbar.

 

Bahnhofstraße 48

1910 erbaute der Drogist Hans Hadler ein schön verziertes zweigeschossiges Wohn- und Geschäftsgebäude auf dem früheren Hofgelände von H.H. Biesterfeldt in der Bahnhofstraße 48. Hier richtete er im Erdgeschoss sein Geschäft „Roland-Drogerie“ mit dem Verkauf von Reinigungsmitteln, Malereibedarf, Fotoarbeiten, aber auch Sämereien ein. Das Gebäude wurde im Bombenhagel 1943 stark geschädigt und daher musste das Obergeschoss abgetragen werden. Das Gebäude blieb zunächst eingeschossig. Erst 1962 wurde ein Aufbau zu einem mehrstöckigen Wohn- und Geschäftshaus ausgeführt. Mitte der 1990er Jahre übernahm die Parfümerie Kaland das Ladengeschäft.

 

Bahnhofstraße 49 und 49a

Ebenso wie das Grundstück Bahnhofstraße 47 gehörte auch die Bahnhofstraße 49 zum Hof von Landmann Dittmer Biesterfeldt. Hier war Jahrhundertlang das Zentrum des Ortes Spitzerdorf, hier wohnte der Bauernvogt des Ortes. Dieses Gelände wurde bei den Bombenabwürfen sehr stark beschädigt und daher 1949 parzelliert und verkauft. Hier errichtete der Töpfermeister und Ofenbauer Hans Bambowski ein Wohn- und Geschäftshaus. Bis 1978 war dort das Einzelhandelsgeschäft für Herrenbekleidung, Sir Henry, und das Pelz-Fachgeschäft Irma Reupert, die um 1966 ihr Geschäft in der Bahnhofstraße 61 hatte. Das Geschäft schloss erst im Herbst 1993 und machte Platz für weitere Textilgeschäfte.
Gleich daneben schließt das Wohn- und Geschäftshaus Bahnhofstraße 49a an. Hier hatte seit mind. 1959 der Radio-Fachhandel W. Zindler sein Geschäft. Dieser übergab 1970 sein Geschäft an Wolfgang Prahl. Prahl hatte zunächst in seinem Elternhaus Beim Hoophof seine Firma, bis er in die Bahnhofstraße ging. In den 1990er Jahren wurde ein Teil des Ladengeschäftes abgeteilt und an andere Geschäftsleute verpachtet. An ein Weingeschäft, an einen Textilhändler oder auch an das Unternehmen Quelle.

Bahnhofstraße 50 und 52

Das Wohnhaus in der Bahnhofstraße 50 wurde bereits 1845 an den Halbhufner Peter Schümann verkauft und war Jahrzehntelang in Familienbesitz. Am 21.03.1924 brannte das Strohdachhaus ab. An seine Stelle erbaute die Familie Schümann ein neues Wohnhaus. 1929 errichtete der Erbe und Schlosser Karl Witthöft daneben eine Kfz-Werkstatt. Beim Bombardement im März 1943 wurde das Gebäude beschädigt, konnte aber wiederhergestellt werden. 1952 errichtete die Erbengemeinschaft eine Tankstelle der Firma Ernst Boie und ließ auf dem hinten liegenden Gelände 20 Garagen erbauen. 1957 kam noch eine Waschhalle für Kfz hinzu. Das gesamte Grundstück wurde 1973 an eine Kaufhausgesellschaft verkauft, die Tankstelle aufgegeben. Eine Neubebauung zog sich hin. Zum Übergang sollte hier ein neuer Wochenmarkt entstehen, es gab eine Imbiss-Bude, in der das Ehepaar Kirch seine Curry-Wurst verkaufte, und es gab ein Holz- und Bastel-Center. Ab 1984 erhielt das Areal mit der Hamburg-Mannheimer einen neuen Besitzer, der im April 1985 damit begann, dort eine Passage mit darüber liegendem viergeschossigem Wohn- und Geschäftsgebäude zu bauen. Am 30. Oktober 1986 gab es die Eröffnung der Wedeler Passage. Hauptmieter war der Bona-Kaufmann Gerd Brückner. Zudem gab es das Reisebüro Schnieder, das Friseurstudio Bärbel Heinsohn, den Tierhandel Zoo-Rath, ein griechisches Restaurant und verschiedene Boutiquen.

 

Bahnhofstraße 51

1905 errichtete der Maurermeister Johann Hinrich Hatje an der Kreuzung von Bahnhofstraße zur Spitzerdorfstraße ein Wohn- und Geschäftshaus. Die Fassade des Hauses, das bereits in den ersten Jahren mehrere Eigentümer hatte, war sehr besonders. Der Maurermeister Hatje war ein glühender Verehrer des Dichters Johann Christoph Friedrich Schillers, dessen 100ster Todestag im Jahr 1905 überall gefeiert wurde. Daher standen in den Nischen der Hausfassade des Neubaus lauter Portraits von Friedrich Schiller, die den Dichter in unterschiedlichem Lebensalter zeigten. Und nicht nur das. Er sorgte für die Erstellung des Schiller-Gedenksteines schräg gegenüber dem Haus. Dieser Stein sollte auch die einzige Erinnerung an die Verehrung für den Dichter in Schulau bleiben, denn das Wohnhaus erhielt im März 1943 schwere Bombenschäden, so dass es in den 1950er Jahren durch einen Neubau ersetzt wurde.

 

Bahnhofstraße 53

Das Wohn- und Geschäftsgebäude des Eisenwaren-Kaufmannes Carl Emil Heinrich in der Bahnhofstraße 53 stand direkt an der Hauswand des sogenannten "Schillerhauses", Bahnhofstraße 51. Während das Schillerhaus im Zweiten Weltkrieg einen Volltreffer erlitt, abgebrochen werden musste und auf dem Gelände Baracken aufgestellt wurden, war das Wohn und Geschäftshaus Bahnhofstraße 53 nahezu unversehrt. 1975 wurde das Ladengeschäft von Dieter Heinrich, in dem es nicht nur Eisenwaren, sondern auch ein beachtliches Angebot von Hausrat und Porzellan gab - umgebaut und vergrößert, indem das dahinterliegende Gebäude Spitzerdorfstraße 26 dazu genommen wurde. Seit mindestens 1994 befindet sich in den früheren Geschäftsräumen eine Spielhalle und der frühere Anbau Spitzerdorfstraße 26 und 28 ist seit 1995 mit einem Wohnblock überbaut.

 

Bahnhofstraße 54

Der Schuhmacher Johann Ladiges errichtete 1902 sein Wohn- und Geschäftshaus in der Bahnhofstraße 54. Luftminen zerstörten im März 1943 die auf der Westseite befindlichen Häuser vollständig. Darunter die Häuser Bahnhofstraße 54 bis 58. Die Familie wohnte noch bis in die 1960er Jahre in einem Behelfsheim. Dies wurde im Sommer 1967 abgebrochen und durch ein mehrstöckiges Wohn- und Geschäftsgebäude ersetzt. Hier hatte u.a. das Zoogeschäft Rath seine Handlung. Das Gebäude wurde 1990 abgebrochen und durch die Wedeler Passage überbaut.

 

Bahnhofstraße 55

Noch heute ist der versteckt hinter einer Tordurchfahrt gelegene Hof in der Bahnhofstraße 55 im Besitz der Nachkommen von Johann und Gesche Körner. Wer über die jahrhundertealte Geschichte dieses Hofes nachlesen möchte, dem sind die Schulauer und Spitzerdorfer Hofgeschichten von Gisa Tessmer, die sie hier finden, sehr ans Herz gelegt.

 

Bahnhofstraße 56

Der Zigarrenmachers Heinrich Jens erbaute 1898 ein Wohnhaus mit Laden in der Bahnhofstraße 56. Das Gebäude wurde bei den Bombenabwürfen während des Zweiten Weltkrieges 1943 total zerstört. Das Ehepaar Martha Gätgens geb. Plambek und ihr Mann, der Messgehilfe Heinrich Gätgens sowie das Ehepaar Fritz und Marie Stumpenhagen geb. Jens verloren dabei das Leben. 1955 entstand hier ein Neubau. In dem Gebäude wurde im Erdgeschoss für die Haustochter Gretel Jens, später verheiratete Roth, ihr "Café Jens" eingerichtet. Sie betrieb es einige Jahre und gab dann das Café mit Mittagstisch 1965 an Jutta und Bodo Jähnel weiter. Erst 1986 wurde auch dies Gebäude abgebrochen, um der Wedeler Passage Platz zu machen. Das Gastwirtsehepaar Jähnel blieb bis zum letzten Tag und übernahm anschließend die Gaststätte Zur Doppeleiche.

 

Bahnhofstraße 57 und 59

Das Grundstück Bahnhofstraße 57 gehörte zum Hof in der Bahnhofstraße 55 und war unbebaut. Auch das Grundstück der Bahnhofstraße 59 gehörte zum Hof des Landwirtes Hieronymus Körner. Dieser verkaufte 1889 das Grundstück an den Krämer und Böttger Heinrich Hoops, der dort ein Gebäude mit einem Ladenanbau errichtete. Kurz danach lässt er ein weiteres Nebengebäude mit Räucherkammer errichten. 1912 lässt er sein Wohn- und Geschäftshaus umfangreich umbauen und erweitern. Nun sind auch zwei Läden im Erdgeschoss zu finden. Der imposante Bau wird in der Bombennacht im März 1943 total zerstört und auf dem Grundstück eine Behelfsbaracke aufgestellt. Anfang der 1960er Jahre wird zunächst das freie Grundstück Bahnhofstraße 57 mit einem mehrgeschossigen Wohn- und Geschäftsgebäude überbaut, bis kurz danach die Baracke Bahnhofstraße 59 abgebrochen und das Grundstück in gleicher Art bebaut wird.

 

Bahnhofstraße 58

1908 ließ der Steinhändler Hermann Christopher Woltmann durch den Unternehmer Johann Hinrich Hatje ein Wohnhaus mit Nebengebäude in der Bahnhofstraße 58 errichten. 1929 erweiterte er das Gebäude. Der Firmensitz war ab 1930 in Altona, Marktstraße 43 zu finden. Das Wohngebäude mit Stall und Garage wurde im März 1943 durch Bomben zerstört. Bereits 1946 wurde durch den Architekten B. Grosse ein Neubau errichtet, der 1951 durch eine Veranda erweitert wurde. Der Steinhändler verstarb 1958, seine Ehefrau 1966. 1973 finden sich Zeitungsartikel, die über Beschwerden von Anliegern berichten. Da das Haus schon seit langen Monaten verlassen sei, wäre es zum Schlupfwinkel für Obdachlose verkommen und sei als Ort für „wilde Partys“ von Jugendlichen bekannt. Der Eigentümer stellte zeitgleich den Antrag auf Abbruch und Neubau mit einem Wohn- und Geschäftshaus für die Firma Steinhandel Hermann C. Woltmann. Im rückwärtigen Bereich verkaufte die Firma noch lange Steine, während hinter der Schaufensterscheibe verschiedene Läden zu finden waren. Bevor die Familienbildung hier im Jahr 2023 einzog war hier zuletzt das „andere Café“ zu finden.

 

Bahnhofstraße 61

1933 wurde durch den Tischlermeister Heinrich Scheunemann in der Bahnhofstraße 61 eine Werkstatt neu erbaut. Drei Jahre später lässt der Tischler Scheunemann vor diesem auch ein Wohn- und Geschäftsgebäude erbauen. In den 1930er Jahren war hier ein Treffpunkt der Hitler-Jugend. Von der Fliegerei begeisterte Jungen bastelten hier Flugzeugmodelle und übten sich in der Segelfliegerei. Im März 1943 wurde das Gebäude auch beschädigt, konnte aber aufgebaut werden. Nach dem Kriege waren im Hinterhaus verschiedene Firmen ansässig. So gab es 1947 die Waschmittelfabrik von Rudolf Schneeberg, 1951 die Schokoladenfabrik Fritz Mosig und in den 1960er Jahren die Firma Büromaschinen Herbert Nietzel. In den 1970er Jahren residierte dort das Jeans-Center und später das Restaurant Feuer-Tempel. Im vorderen Ladengeschäft war in den 1950er Jahren der SOS-Seifenladen und das Pelzfachgeschäft Reupert, später die Geschäftsstelle des Wedel-Schulauer Tageblatt zu finden.

 

Bahnhofstraße 60 - 64

Der Bauer und Bandreißer Johann Friedrich Lüchau erweitere 1881 sein großes Gehöft im Ende der Straße. In der im Gebäude eingebauten Bandreißer-Werkstatt genau gegenüber vom Pferdestall ließ er 1904 eine Wohnung einrichten und 1910 ließ er einen begehbaren Schornstein anbauen. Mehrere Familien wohnten in dem mit Stroh gedeckten Wohnhaus, als es am 15.05.1925 zu einem Brand kam, der das gesamte Gebäude innerhalb von zwei Stunden vernichtete. Danach blieb das Grundstück, dass sich im Eigentum von Margarethe Hachmann, der Tochter von Johann Lüchau befand, zunächst einmal unbebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dort 1958 ein mehrstöckiges Wohn- und Geschäftshaus erbaut. In eines der Ladengeschäfte zog am 16.12.1958 der Apotheker Lothar Teichert und eröffnete mit der Doppeleichen-Apotheke die dritte Apotheke Wedels. Diese wurde noch am 1. April 1999 an den Sohn Dirk Teichert übergeben. Ebenso waren hier Anfangs der Juwelier und Uhrmachermeister Heinz Moche und später ein Zigaretten und Zeitschriftengeschäft.

 

Bahnhofstraße 63 - 67

Um 1892 erbaute der Schiffer Hermann Christopher Woltmann (1851-1929) in der Bahnhofstraße 63 ein Wohnhaus mit einer Verkaufsstätte von Butter. Das Grundstück hat er kurz zuvor durch Hieronymus Körner erworben. Das Gebäude wird verschiedentlich umgebaut, zuletzt durch seine Tochter Frieda Knief geb. Woltmann. 1943 wird es beim Bombardement so schwer geschädigt, dass es durch eine Baracke ersetzt werden muss.
Das Wohngebäude des Tischlers Johannes Möller stand bereits in der Bahnhofstraße 65, als er im Jahr 1901 ein Nebengebäude errichten ließ. 1919 ließ er sein Stallgebäude umbauen. In dem Gebäude war ein Ladengeschäft eingebaut. Dies wurde im Jahr 1930 für die Nutzung als Friseurgeschäft umgebaut, in dem der Friseur Wilhelm Martin seine Dienste anbot. Das Gebäude wurde im März 1943 total zerstört. Die Bewohner, Johanna Möller und der Polizeisergeant Robert Schönbaum, sowie seine Frau Meta geb. Möller und der Arbeiter Max August Erwin Timm kamen bei dem Bombardement um.
Das Wohngebäude Bahnhofstraße 67 war 1901 im Eigentum des Schiffers und Händlers H. Wehlen, der 1919 auch einen Stall erbauen ließ. Kurz danach muss das Grundstück im Eigentum der Familie Dreschniol gewesen sein. Auch dies Gebäude wurde im März 1943 total zerstört. Daher wurde über beide Grundstücke eine große Baracke gesetzt. 1956 war die Grundstückseigentümerin die Kauffrau Mary Wegener geb. Kock, die dort ein Geschäft für Früchte, Konserven und Spirituosen hatte. Auch der Friseur Wilhelm Martin war wieder dort zu finden.
Im Jahr 1972 wurden alle drei Grundstücke mit einem mehrgeschossigen Wohn- und Geschäftsgebäude bebaut. In eines der Geschäfte zog das Fruchthaus Scholz ein. Im Untergeschoss war lange Jahr das erste Chinesische Restaurant Wedels, das Canton zu finden. Auch die Geschäftsstelle des Wedel-Schulauer Tageblatt war für einige Jahre in einem der Ladengeschäfte zu finden.

Bahnhofstraße 66

Der Landmann Johann Lüchau errichtete 1905 ein Wohn- und Hofgebäude. Der Gemüsehändler Heinrich Wilhelm Körner übernahm das Gebäude und erweiterte es um Lagerräume. Das Gebäude wird im März 1943 zerstört, aber es wird nur ein kleinerer Gebäudeteil wiederaufgebaut. 1950 wird eine Erweiterung der Ladenfläche vorgenommen. Zu dieser Zeit ist H.W. Körner bereits Mineralölhändler. Im Jahr 1960 wird das Wohn- und Geschäftshaus abgebrochen, um für das städtebauliche Planungsvorhaben Bei der Doppeleiche überbaut zu werden.

 

Bahnhofstraße 69

1899 errichtet der Malermeister Johannes Molkenbuhr ein Wohn- und Geschäftshaus und baut 1901 zudem im Garten eine Maler und Lackierwerkstatt ein. Nach dessen Tode 1905 übernimmt der Schmiedemeister Heinrich Köhler das Gebäude und baut es aus. 1912 errichtet er eine Veranda und eine Wagenremise. 1926 lässt er sich sogar eine Benzintankstelle einbauen und betreibt eine Auto-Vermietung. Am 3. März 1943 wurde das Grundstück mit Wohnhaus und Nebengebäuden stark zerstört, konnte aber aufgebaut werden. Nach dem Kriege erhielt das Gebäude 1957 einen Ladenanbau, dann verlegte sich der Betrieb auf den Einzelhandel mit Ersatzteilen und Zubehör, ab etwa 1960 lag hier der Schwerpunkt auf Fahrrädern.

 

Bahnhofstraße 71

Das Grundstück am Ende der Bahnhofstraße gehörte bis 1889 zu dem Bauernhof von Dittmer Biesterfeldt und wurde dann aufgeteilt. So kam das Grundstück Bahnhofstraße 71 an den bei der Pulverfabrik arbeitenden Küpermeister Robert Schwarz. Dieser verkaufte das Grundstück 1906 an den Zigarrenmacher Ernst Jens. 1918 erwarb es der Seefischer und Kapitän Johann Peter Joachim Koppelmann, der es ein Jahr später um einen Stall erweiterte und 1920 einen Keller einbaute. 1933 wurde das Wohnhaus umgebaut. 1943 nimmt auch dieses Gebäude Schaden und kann in den nächsten Jahren auch nicht wiederaufgebaut werden. 1953 wird daher der Schuppen und 1958 das Gebäude dort abgebrochen. Das Grundstück wurde dann ab 1957 mit einem Hochhaus und einer bis an die Bahnhofstraße heranreichenden zweigeschossige Ladenzeile überbaut. Hier waren dann das Eiscafé Planthaber und auch Gastwirtschaften zu finden.

 

Bahnhofstraße 73

Auch das Grundstück Bahnhofstraße 73 gehörte ursprünglich zum Hof von Biesterfeldt. Das Grundstück gehörte vor 1920 J.H. Ladiges, der es dann an den Händler H. Woltmann verkaufte, der einen Laden in seinem Wohn –und Geschäftsgebäude einbaute. Etwa zur gleichen Zeit übernahm der Händlerehepaar Kurt und Luise Preuschhoff das Geschäft. Diese bauten es auch aus. Ab 1954 war hier die Lotto-Annahmestelle und der Zigarettenhandel des Kaufmannes Helmut Meier. Dann wollte die Stadtsparkasse Wedel ihre sechste Zweigstelle errichten, brach das Gebäude ab und überbaute das Gelände mit dem im Volksmund genannten „Moneten-Treibhaus“. Auch dieses ist mittlerweile Geschichte.

 

Bei der Doppeleiche 1

1889 erwarb der Bäcker Hermann von Helms von dem Vollhufner Dittmer Biesterfeldt (vormals Peter Biesterfeldt) in Spitzerdorf von dessen Grundstück Sievershof einen Platz und erbaute dort eine Bäckerei. 1919 übernahm Jürgen von Helms Haus und Gewerbe, das er bis 1955 fortführte. Er verkaufte das Gebäude an die Stadt Wedel, die das Gebäude im Januar 1962 aus Verkehrsgründen abbrach.

 

Bei der Doppeleiche 5

Der Bandreißer und Schulauer Gemeindevorsteher Johann Friedrich Lüchau erwirbt um 1873 eine abgeteilte Fläche des Biesterfeldt´schen Geländes am Ende der Bahnhofstraße und erbaut dort ein Gebäude. Sein ältester Sohn Johann Hinrich Lüchau richtet dann ab 1899 in dem Haus ein Geschäft für Manufakturwaren. 1906 wird das schlichte Gebäude durch einen prachtvollen Neubau ersetzt. Dieses Gebäude wurde in der Bombennacht 1943 total zerstört und zunächst durch einen Behelfsbau ersetzt. 1955 konnte dann der Neubau bezogen werden.