Baumschulen in Wedel
Die ersten Baumschulkulturen – Weißdorn- und Knickpflanzen kultivierte der Gärtner Franz Hinrich Biesterfeldt um 1872 in Wedel am Karstenfeld. Er legte auf dem Gelände an der Holmer Straße sozusagen das Saatkorn für die kleine, aber feine Kultur der Baumschulbetriebe in Wedel. Die Baumschulbetriebe Wedels hatten noch bis in das Ende des letzten Jahrhunderts eine überregionale wirtschaftliche Bedeutung für die Stadt Wedel. Die stattlichen Wohnhäuser der Baumschuler zeugten von Wohlstand.
Für den Vertrieb der Baumschul-Waren war eine gute Verkehrsanbindung wichtig. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Waren per Waggon über den Güterbahnhof Wedel versandt, 1909 waren es 37.531 Wagenladungen, aber auch über den Schulauer Hafen wurden die Obstbäume transportiert.
Die Recherche zu den Baumschulen gleicht einem Puzzlespiel. Betriebsinhaber wechselten häufig, es gibt kaum statistische Angaben zu Betriebsgrößen. Auch über die angebauten Kulturen liegen wenig Informationen vor. Im Verwaltungsbericht von 1905-1910 wird erwähnt, dass es in Wedel etwa 30 selbständige Gärtner mit rund 200 ha. Land gab. Ich habe hier dennoch den Versuch unternommen, die spärlichen Informationen zu einzelnen Baumschulbetrieben zusammenzutragen. Dafür habe ich die Akten des Stadtarchivs ausgewertet, habe Karten und Pläne gesichtet, die Zeitungen durchsucht. Diesen Versuch verbinde ich mit der Bitte um zahlreiche Ergänzungen. Insbesondere die Familien der früheren und heutigen Baumschuler mögen sich angesprochen fühlen, ihr Wissen und ihre Unterlagen einzubringen, damit die Nachwelt noch viel mehr erfahren kann über die spannende Geschichte der Gartenbaubetriebe und Baumschulen in Wedel.