„Ehrlichkeit, Ruhe und Geduld – das ist das Wichtigste“, sagt Irmgard Getzieh auf die Frage, was ihr Geheimnis für ein gutes Leben ist. 102 Jahre ist Getzieh am 22. April geworden und nahm an ihrem Ehrentag die Glückwünsche und Blumengrüße der 2. Stellvertretenden Bürgermeisterin der Stadt Wedel, Julia Fisauli, entgegen.
Vor zwei Jahren ist die Wedelerin ins AWO-Wohn- und Servicezentrum in Wedel eingezogen und erzählt gern und mit viel Witz und Verve von ihren bisherigen Lebensstationen. Irmgard Appun, so ihr Mädchenname, wächst im kleinen Dorf Breitenbach in Thüringen in einfachen Verhältnissen auf. Das Kriegsende spült ihren späteren Mann Hans Getzieh, der von der ostpreußischen Kurischen Nehrung stammt, auf der Flucht nach Breitenbach. Hans und Irmgard werden ein Paar und bekommen zwei Töchter.
Hans‘ Sehnsucht nach dem Meer bringt die Familie vor etwa einem halben Jahrhundert nach Wedel. „Ich weiß noch, dass ich die erste Bettwäsche damals bei Lüchau an der Hafenstraße gekauft habe“, sagt Getzieh und lacht. Auch erinnert sie sich an die gute Nachbarschaft und die große Weltoffenheit der Wedelerinnen und Wedeler in der Bergstraße. „Wir kamen ja nicht von hier und das merkte man ja auch“, erinnert sich Getzieh an ihren Start in der Rolandstadt. 2005 stirbt Hans Getzieh. Und auch wenn Irmgard Getzieh ihre thüringische Heimat immer noch im Herzen trägt, bleibt die mehrfache Urgroßmutter Wedel treu. Noch heute trägt die Wedelerin ihr Herz auf der Zunge: „Meine Mutter hat immer gesagt, man muss immer ehrlich und geradeaus sein. Aber, und das ist ganz wichtig: Der Ton macht die Musik“, sagt Getzieh.
Auch auf diesem Weg wünscht die Stadt Wedel Irmgard Getzieh alles Gute und viel Gesundheit für das neue Lebensjahr.
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