Linde am Roland hält Sturm nicht Stand

Baum hing noch in Krone eines Nachbarbaumes fest.

in Leben in Wedel, Rathaus & Politik,

Eine Linde am Roland hat am frühen Mittwochmorgen den starken Sturmböen nicht standgehalten. Mitarbeiter des städtischen Bauhofs hatten den Baum daraufhin gesichert, zerteilt und abtransportiert. Foto: Stadt Wedel
1/2
Eine Linde am Roland hat am frühen Mittwochmorgen den starken Sturmböen nicht standgehalten. Mitarbeiter des städtischen Bauhofs hatten den Baum daraufhin gesichert, zerteilt und abtransportiert. Foto: Stadt Wedel
Die Linde hatte sich in den Zweigen des Nachbarbaumes verfangen. Personen oder der Roland kamen bnicht zu Schaden. Foto: Stadt Wedel/Bauhof
2/2
Die Linde hatte sich in den Zweigen des Nachbarbaumes verfangen. Personen oder der Roland kamen bnicht zu Schaden. Foto: Stadt Wedel/Bauhof

Dem Sturmtief „Jitka“, das am Mittwoch auch über Wedel gezogen ist, ist ein prominenter Wedeler Stadtbaum zum Opfer gefallen. In den frühen Morgenstunden konnte eine Linde des Ensembles am Roland den schweren Sturmböen nicht mehr standhalten, brach am unteren Stammende und stürzte in die Krone des Nachbarbaumes wo sie zunächst hängen blieb. Die schnell alarmierten Kräfte des Wedeler Bauhofes eilten mit schwerem Gerät zum Einsatzort, sicherten und zerkleinerten den Baum und transportierten Stamm und Äste ab. Personen kamen bei dem Vorfall nicht zu Schaden. Auch der Roland, das Wahrzeichen der Stadt Wedel, wurde nicht beschädigt.

Das Brechen eines Baumes gerade bei starken Stürmen lässt sich trotz regelmäßiger Kontrollen nicht immer vermeiden. Die regelmäßigen Baumkontrollen der Stadt Wedel sorgen aber dafür, dass die allermeisten Schädigungen rechtzeitig erkannt werden und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. So dienten auch die umfangreichen Baumpflegearbeiten im Bereich Autal der Erhaltung der Verkehrssicherheit.

Durch die regelmäßige Kontrolle der städtischen Bäume bleiben gravierende Schäden regelmäßig aus. Zwar kommt es immer mal wieder zu Schäden, die durch Sturm verursacht werden (2023 sind drei Schadensfälle auf öffentlichen Flächen bekannt), diese halten sich jedoch dank der regelmäßigen Kontrollen stark in Grenzen. Insgesamt kontrolliert die Stadt Wedel etwa 15.000 Bäume im Stadtgebiet. Selten kommt es auch zu Schäden durch Bäume, die ohne Sturmereignisse geschehen sind. Dies ist erfreulicherweise selten der Fall. Dennoch geht von Bäumen eine abstrakte Gefahr aus und die vollständige Sicherheit kann nicht garantiert werden.

Auch der jetzt umgestürzte Baum wurde zuletzt im Dezember 2023 kontrolliert. Es wurde durch einen externen Dienstleister als Maßnahme eine Totholzentfernung innerhalb eines halben Jahres festgelegt. Als Hinweis wurde ein Hohlklang festgehalten. Dieser wurde aber offenbar nicht so gravierend eingeschätzt, dass ein Umstürzen hätte erwartet werden können. Allein ein Hohlklang ergibt pauschal keine Notwendigkeit für die Fällung eines Baumes oder anderen Maßnahmen.

Bei Baumkontrollen wird grundsätzlich nur geprüft, ob ein Baum bei normalen Wetterbedingungen stand- und bruchsicher ist. Bei Sturm können jederzeit auch gesunde Bäume ohne Anzeichen von Vorschäden umstürzen. Dies gehört rechtlich gesehen zum sogenannten allgemeinen Lebensrisiko. Bei Sturm können genauso Gerüste, Plakatwände oder Dächer zur Gefahr für Personen werden.

 

Hintergrund: Kontrollen städtischer Bäume im Stadtgebiet

Die städtischen Bäume werden regelmäßig durch zertifizierte Baumkontrolleure begutachtet und es werden Maßnahmen festgelegt, die notwendig sind, um die Verkehrssicherheit und die Baumgesundheit langfristig zu erhalten. Ziel ist es, alten Baumbestand zu fördern und zu erhalten. Im Baumkataster werden für jeden städtischen Baum die Kontrollergebnisse und mögliche Pflegemaßnahmen festgehalten. Alte innerstädtische Bäume erbringen einen vielfältigen Nutzen für die Bevölkerung.

 

Wichtige Fragen zum Thema Baumkontrollen:

 

1. Auf welcher fachlichen Basis werden Baumkontrollen in Wedel durchgeführt?


Die Grundlage für die städtischen Kontrollen bildet dabei die FLL (Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V.) -Baumkontrollrichtlinie. Alle eigenen und extern beauftragten Baumkontrolleurinnen und Kontrolleure sind fachlich umfangreich ausgebildet und durch die FLL zertifiziert.

 

2. Wie oft muss ein Baum kontrolliert werden?

Eine Baumkontrolle findet nicht pauschal einmal jährlich statt, sondern es kommt auf den Einzelbaum an. Grundsätzlich muss ein vorgeschädigter und alter Baum öfter kontrolliert werden als ein junger, gesunder Baum. Die Spanne schwankt bei den Wedeler Bäumen zwischen halbjährlichen Kontrollintervallen und fünfjährigen Kontrollintervallen. Weiterhin wird der Standort in die Festlegung einbezogen; Bäume auf wenig benutzten Flächen (Parks) werden nicht so intensiv kontrolliert wie Bäume an Hauptstraßen.
 

3. Was wird bei einer Kontrolle in Augenschein genommen?

Geprüft wird der Gesundheitszustand, ob Schadensmerkmale oder Hinweise auf Schäden erkennbar sind und wie das Baumumfeld beschaffen ist oder Auffälligkeiten zeigt. Daraus werden, falls erforderlich, Maßnahmen abgeleitet, um den Baum aktuell und zukünftig verkehrssicher erhalten zu können. Erst wenn andere Maßnahmen die Verkehrssicherheit nicht mehr herstellen können oder auch die zukünftige Entwicklung des Baumes nicht erwartet werden kann, wird ein Baum gefällt.
 

4. Gibt es im Zweifel noch weitere Maßnahmen?

Wenn Schäden oder Hinweise ersichtlich werden, die die Kontrollperson nicht umfassend einschätzen kann, werden regelmäßig Sachverständige für Baumpflege und Baumsanierung eingesetzt, um eingehende Untersuchungen durchzuführen. Dazu gehören beispielsweise die Durchführung einer Bohrwiderstandsmessung oder einer Schalltomographie, bei der Fäulen oder die genaue Ausdehnung von Hohlstellen ermittelt werden können. Auch sogenannte Zugversuche werden durchgeführt, bei denen mittels Seilzug eine Windlast im Stamm simuliert wird und mittels computergestützter Berechnungen die Standsicherheit ermittelt wird. Auf diese Weise können auch Boden- oder Wurzelschäden genau begutachtet werden, um die Verkehrssicherheit gewährleisten zu können.
 

5. Fließen auch andere Aspekte als die Verkehrssicherheit ein?

Neben der Verkehrssicherheit sind auch die Aspekte des Umweltschutzes in die Kontrollen mit einzubeziehen. Bäume bieten eine Vielzahl von Umweltschutzleistungen, und ihr Wert für die heimische Fauna steigt in der Regel mit dem Lebensalter. Gerade Schadstellen, wie Höhlungen, Totholz oder zwieselige Bäume, stellen in der Regel besondere Habitatstrukturen dar, die es zu schützen und zu erhalten gilt. Deshalb werden solche Strukturen auch bei den Baumkontrollen erfasst. Ziel ist es, solche Habitatstrukturen gezielt zu schützen und zu erhalten. Gleichzeitig hat der Schutz von Sach- und Personenschäden immer eine deutliche Priorität vor den Aspekten des Umweltschutzes. Meistens lässt sich jedoch beides gut miteinander vereinen.

 

Fragen zum Themenkomplex beantwortet Dominik Klaus, Fachdienst öffentliche Flächen, unter 04103 707 335 oder per Mail d.klaus@stadt.wedel.de

Letzte Änderung: 24.01.2024