Fragen und Antworten zum Kraftwerk Wedel

In der Vergangenheit hat die Laufzeitverlängerung des Wedeler Kraftwerkes bei Wedels Bürgerinnen und Bürgern für Diskussionen gesorgt. Mit dem Format Fragen & Antworten bietet die Stadtverwaltung Antworten zu Zuständigkeit, Kommunikation und Standort.

in Rathaus & Politik,

Welche Behörde ist für die Überprüfung der Einhaltung von Immissionsrichtwerten zuständig?

Das Landesamt für Umwelt Schleswig-Holstein (LfU) ist als Immissionsschutzbehörde für Genehmigungen und Überprüfung der Einhaltung zuständig. Dies gilt auch für die Einhaltung der Richtwerte des Wedeler Kraftwerks. In dieser Funktion überwacht das Landesamt für Umwelt Schleswig-Holstein (LfU) auch das Wedeler Kraftwerk einmal im Jahr vor Ort.

Auch der Austausch zum Kraftwerkbetriebs bzw. etwaiger Anliegen von Bürgerinnen und Bürgern erfolgt zwischen dem LfU und dem Betreiber des Kraftwerks, den Hamburger Energiewerken. 

Als zuständige Immissionsschutzbehörde hat das LfU auch der Stadt Wedel attestiert, dass alle gesetzlichen Anforderungen an das Heizkraftwerk von selbigem eingehalten werden. 

 

Hat die Stadt Wedel selbst Handlungsmöglichkeiten bei Unstimmigkeiten oder Beschwerden zum Kraftwerk?

Die Stadt verweist auch hier auf das Landesamt für Umwelt Schleswig-Holstein, das als Immissionsschutzbehörde zuständig ist.

Wedels ehemaliger Bürgermeisters Nils Schmidt hatte sich bereits vor einigen Jahren wie folgt zur Thematik geäußert:

 „Eine behördliche Zuständigkeit der Stadt Wedel gibt es eindeutig nicht und gerade weil es sich hier um ein komplexes technisches und umweltrechtliches Thema handelt, besteht die Notwendigkeit, dass sich das behördliche Handeln auf die zuständige Behörde beschränkt. Das Handeln einer unzuständigen Behörde ist in der Regel auch formell rechtswidrig.“

Dennoch steht Bürgermeisterin Fisauli-Aalto seit letztem Jahr in Kontakt mit Markus Wonka (Leiter Geschäftsbereich Erzeugung Hamburger Energiewerke), Jakobus Gäth (Betriebsleiter HKW Wedel) sowie seit Anfang des Jahres mit Stefan Kleimeier (Leiter Kommunikation Hamburger Energiewerke) und der Sprecherin der Geschäftsführung Hamburger Energiewerke Kirsten Fust zum Thema Abschaltung des Kraftwerkes und Partikelausstoß.

 

Informiert die Stadtverwaltung selbst über Themen wie Laufzeitverlängerung, Immissionswerte oder Anliegen von Bürgerinnen und Bürger?

Wedel.de ist eine kommunale Informationsplattform, auf der nur über städtische Ereignisse berichtet werden darf. Eine Veröffentlichung über nicht-städtische Auseinandersetzungen wie etwaige Anliegen zwischen Bürgern und den Hamburger Energiewerken ist nicht gestattet, da wedel.de somit die Grenzen der zulässigen Öffentlichkeitsarbeit einer Stadtverwaltung überschreiten würde.

Die Stadtverwaltung hat jedoch den Vertretenden der Hamburger Energiewerke im städtischen Gremium Umwelt-, Bau- und Feuerwehrausschuss auf Bitte der Vorsitzenden am 13. März 2025 die Möglichkeit geboten, über den Kohleausstieg bis 2030 sowie über den Zeitplan zu Stillstandsplanung des HKW Wedel zu referieren.

Aufgrund der durch Hamburg Energie im September 2025 kommunizierten Laufzeitverlängerung werden Vertretende der Hamburger Energiewerke auch aktuell im nächsten Umwelt-, Bau- und Feuerwehrausschuss abermals Informationen zum Sachstand Kraftwerk Wedel präsentieren.

 

Alle Ausschusssitzungen sowie die Ratsversammlung der Stadt Wedel sind für die Bürgerinnen und Bürger öffentlich. Die Stadtverwaltung Wedel lädt interessierte Bürgerinnen und Bürger daher ausdrücklich auch zu dieser Veranstaltung am 16. April 2026 um 19 Uhr im Ratssaal des Rathauses Wedel ein.

 

Bürgerinnen und Bürger mit Fragen etwa zur Laufzeitverlängerung können sich direkt an die Hamburger Energiewerke bzw. an das Landesamt für Umwelt Schleswig-Holstein wenden.

Eine detaillierte Beantwortung der Stadtverwaltung auf eine Anfrage der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen zur Thematik wurde zum letzten Umwelt-, Bau- und Feuerwehrausschuss von der Stadtverwaltung erarbeitet und ist  im Bürgerinformationssystem der Stadtverwaltung einsehbar.

 

Wie lange existiert am heutigen Standort ein Kohlekraftwerk?

Der Standort an der Stadtgrenze zwischen Wedel und Hamburg blickt auf eine lange Geschichte zurück.

Im Oktober 1928 wurde am Schulauer Ufer das Elektrizitätswerk Unterelbe (EWU) in Betrieb genommen. Der Bau des Kraftwerkes Wedel begann im April 1927 und zog sich bis zum ersten Anfahren der Turbine im September 1928 hin.

Schon etliche Jahre zuvor kaufte die Elektrizitätswerk Unterelbe AG mit Sitz in Altona das 66.000 m² große Gelände an der Elbe, das große Standortvorteile hatte, da hier die Belieferung mit Kohle auf dem Wasserwege und auch die Versorgung mit Kühlwasser günstig war. Damals rechnete der Betreiber mit einer Stromabgabe von rund 73 Mio. Kilowattstunden im Jahr.

Das heutige Werk wurde in den 60er Jahren neu und Ende der 80er Jahre zu einem Heizkraftwerk umgebaut.

Das HKW Wedel hat eine unbefristete immissionsschutzrechtliche Genehmigung und erfüllt die Anforderungen des Bundes-Immissionsschutzgesetzes. Die Anlage in Wedel wird durch das Landesamt für Umwelt (LfU) jährlich überwacht. Diese Überwachungen zeigen keine Unstimmigkeiten auf.

 

(Pressestelle /Stadt Wedel)

Letzte Änderung: 24.03.2026