Bereits im Juli hatten sowohl der AWO-Ortsverein Wedel e.V. als auch die Stadt Wedel die Öffentlichkeit über den gestellten Insolvenzantrag informiert. Seitdem setzt sich die Stadtverwaltung mit vereinten Kräften dafür ein, sowohl die Betreuungsplätze als auch die Arbeitsplätze der betroffenen vier Wedeler AWO-Kindertageseinrichtungen zu erhalten.
Aufgrund höchster Priorisierung war es dem zuständigen Fachbereich der Stadt Wedel, Stadträtin Claudia Friederich sowie Bürgermeisterin Julia-Fisauli-Aalto in kürzester Zeit möglich, ein Interessenbekundungsverfahren in enger Abstimmung mit der Insolvenzverwaltung durchzuführen, so dass mittlerweile mit einem geeigneten Träger weitere Verhandlungsgespräche stattfinden und sich ein zeitnaher Trägerwechsel abzeichnet.
Umso irritierender ist es, dass die Wedeler Stadtverwaltung am 10.10.2025 von einer 22-seitigen Email des AWO-Ortsvereins Wedel e.V. erfahren hat, die an einen weitreichenden Verteilerkreis versandt wurde. Diese Email beinhaltet falsche sowie zum Teil ehrenrührige Äußerungen gegen die Stadtverwaltung. Die Stadt Wedel weist diese schriftlichen Anschuldigungen als untragbar zurück und behält sich rechtliche Schritte vor.
Hintergrund:
Bereits im Juli wies die Stadt den von den Repräsentanten des AWO Ortsverein Wedel e.V. erhobenen Vorwurf, eine Ursache für die Insolvenz gesetzt zu haben, mit Entschiedenheit zurück.
Mit jedem Gespräch und weiterer eingereichter Informationen seitens des AWO Ortsvereins Wedel e.V. wurde deutlicher, dass die Kosten der AWO Kitas, seit mehreren Jahren, deutlich über den Beiträgen lagen, die nach dem schleswig-holsteinischen Kindertagesförderungsgesetz (KitaG) zugrundeliegenden Standard-Qualität-Kostenmodell (SQKM) bei einer durchschnittlichen Kita anfallen. Zuletzt lagen die Kosten über 44 %. Für die Stadt war damit ein wirtschaftlicher Betrieb der Kitas, wie es das KitaG vorsieht, nicht gegeben und somit war finanzieller Schaden von der Stadt abzuwenden.
Seit Januar 2025 bis zum 14.07.2025 gab es mit dem Vorstand des AWO Ortsvereins Wedel e.V. sowie mit von der AWO Beauftragten fortlaufend Gespräche und Schriftwechsel, um die Fragen und augenscheinlichen Unstimmigkeiten, z.B. bei den Eingruppierungen der Mitarbeitenden, die oftmals höher bezahlt wurden als bei anderen Kitas, für alle Beteiligten aufzulösen.
Aus diesem Grund hatte die Stadt Wedel in einem gemeinsamen Gespräch mit den Beauftragten des AWO-Vorstandes am 14.07.2025 unter Beteiligung eines von der Stadt beauftragten, auf das Kita-Recht spezialisierten Rechtsanwaltes dem AWO-Ortsverein Wedel e.V. im Interesse der betroffenen Kinder, Eltern und Beschäftigten der Kitas eine geordnete Übertragung der Trägerschaft der vier Kitas nach einem abgestimmten Zeitplan angeboten. Zum Bedauern der Stadt wurde dies allerdings von den Repräsentanten des AWO Ortsvereins Wedel e.V. nach Rücksprache abgelehnt.
(Stadt Wedel / Doris Brandt)