Zum 76. Mal veranstaltete der Reit- und Fahrverein Wedel v. 1923 sein Pfingstturnier auf der Anlage des Catharinenhofs. Tausend Pferde mit 850 Reitern waren in 46 Prüfungen am Start. Vom Spitzensport auf Grand Prix Niveau bis zum Führzügelwettbewerb wurde alles geboten.
Von überall im Norden – von Dänemark bis aus Mecklenburg-Vorpommern - kamen die Reiter mit ihren Pferden hergereist. Der RFV Wedel selbst war mit 29 Reitern vertreten, und das hoch erfolgreich. 30 Schleifen heimsten sie ein, davon sechs Goldene. Landesmeister Felix Kneese präsentierte alle seine Pferde – bis auf San Simeon. Mit ihm hatte er eine Woche zuvor auf dem Hamburger Dressurderby Silber gewonnen und der Oldenburger durfte zu Hause, auf dem benachbarten Hof Etzer Heide, eine wohlverdiente Pause genießen.
In Wedel holte sich Kneese mit Wannabe Gold in der höchsten Klasse, einem Grand Prix. Gold errang auch an seine Vereinskollegin Franziska Haase mit ihrem Nachwuchspferd Alissimo in einer speziell für junge sieben- bis neunjährige Pferde ausgeschriebenen S-Dressur. Die erst 21-Jährige hatte ebenfalls am Hamburger Derby teilgenommen – und das zum ersten Mal. Für ihr Debüt gab es gleich Bronze.
Die dritte goldene Dressur-Schleife ging an Victoria Tronnier, die mit Florida Girl den St. Georg Special für sich entscheiden konnte. Zwei weitere Schleifen in Gold wurden auf dem Springplatz von Vanessa Kühnen im M-Springen und Leene Nitsche im Stilspringen der Klasse E gewonnen. Als Jüngste im Bunde wurde Anni Sievers im Reiter-Wettbewerb für ihr Talent mit Gold belohnt. Allen Siegern des Turniers wurde neben den Preisgeldern und attraktiven Sachpreisen ein Strauß Rosen aus Uetersen überreicht.
Nervenkitzel im Springparcours
Wie immer spannend verlief der Große Preis auf dem Springplatz. Fünf Reiter absolvierten den anspruchsvoll aufgebauten Parcours fehlerlos und kamen ins Stechen dieses S* Springens. Der als Favorit gehandelte Nisse Lüneburg, der sich als dreifacher Sieger des Hamburger Springderbys einen Namen gemacht hat, kassierte mit Chiador leider einen Abwurf. Am Ende machten mit Simon Heineke und Fynn Müller-Rulfs zwei Reiter vom Stall Moorhof das Rennen unter sich aus.
„Nach Fynns schneller Runde war mir klar, dass ich Gas geben musste“, so Heineke. Der Plan ging auf und er kam mit der Holsteinerin Call me Pretty knapp zwei Sekunden schneller ins Ziel. Zwei prominente Springreiter nahmen auch am Führzügelwettbewerb teil, natürlich nicht im Sattel, sondern als Coach ihrer Kinder. Rasmus Lüneburg aus Hetlingen begleitete seine Tochter Frida auf dem Schimmelpony Robin. Er selbst hatte als Kind in Wedel sein allererstes Turnier bestritten. Der finnische Nationenpreisreiter Mikko Piirala drehte gleich zwei Runden, einmal mit Tochter Iida und nochmal mit Nichte Romy Maretzke auf Soraya.
Schauprogramm im Damensattel und Reiter-Flohmarkt
Ein besonderes Programm erwartete die Zuschauer am Sonntagnachmittag. Auf Initiative von Vereinsmitglied Dr. Bettina Christian kamen einige Reiterinnen der Damensattelgruppe „Side by Side“ nach Wedel, um live und in schmucken Kostümen diese besondere Reitweise zu demonstrieren, die viel Übung, vor allem Balance verlangt. „Gerade im seitlichen Sitz verliert man leichter das Gleichgewicht, vor allem wenn das Pferd mal einen Hüpfer macht“, erklärt Bettina Christian, die selbst im Damensattel mitritt.
Die Jugendlichen des Vereins veranstalteten am Samstag einen Flohmarkt, auf dem es allerhand Equipment für Pferd und Reiter zu ergattern gab, gespendet von den Vereinsmitgliedern. Sie machten richtig Kasse. Rund 500 Euro kamen für die Jugendarbeit zusammen. „Das Geld können wir gut verwenden“, so die Jugendwartin Vivien Hardorp, „für notwendige Anschaffungen, aber auch für einen gemeinsamen Ausflug.“ (Assia Tschernookoff/Reit- und Fahrverein, 18.6.2025)