Die Minis, teils erst fünf oder sechs Jahre alt, zauberten mit sichtbar klopfenden Herzen ihre ersten Pirouetten und Figuren auf den Hallenboden. Sie wagten kleine Sprünge mit so viel Mut und Selbstbewusstsein, dass selbst erfahrene Zuschauer berührt ins Staunen gerieten. Doch auch die Älteren in den höheren Leistungsklassen zeigten, wie aus choreografischer Präzision und künstlerischem Ausdruck faszinierende Darbietungen werden. Jede Kür wurde mit musikalischer Untermalung zu einer kleinen, erzählten Geschichte. Die Programme dauerten von rund einer Minute bei den Kleinsten bis zu etwa vier Minuten bei den Damen der Meisterklasse – mit wachsender Schwierigkeit, steigenden Anforderungen und immer anspruchsvolleren Pflichtaufgaben in der Kür.
Fachkundige Blicke vom Rande
Drei von fünf engagierten Wertungsrichtern gaben dann ihre Punkte - von 0,1 bis zu den fast mythischen 10, die nur der Weltklasse vorbehalten sind - für die Läufe, getrennt nach technischer Ausführung und künstlerischer Gestaltung.
Zu den erfahrenen Wertungsrichtern gehörte auch Mirja Wehner aus Kiel, selbst ehemalige erfolgreiche Rollkunstläuferin und Mutter einer aktiven Sportlerin. Sie kennt beide Seiten: „Wenn meine Tochter Linnea startet, weiß ich, wie viel Vorbereitung eine erfolgreiche Kür bedeutet, und kenne das Lampenfieber vor dem Auftritt. Rollkunstlauf ist Fleiß, Präzision und tänzerische Eleganz auf Rädern.“
„Spaß zuerst“ – Wedeler Erfolgsrezept
Wedels Trainer Detlef Stubbemann übt mit den 16 aktiven Mitgliedern von insgesamt 45 in der Sparte. Er ist seit 26 Jahren dabei und wird von allen liebevoll „Stubs“ genannt. „Bei uns steht der Spaß im Vordergrund. Dadurch sind die Kinder motiviert, werden selbstbewusster und sicherer und sind bereit, auch viel Zeit für ihren Sport zu investieren. Mit Talent und Training kommen die Erfolge dann von selbst.“
Familien als stilles Rückgrat
Hinter den strahlenden Küren steht ein großes, oft unsichtbares Netzwerk. Zehn Familien zum Beispiel tragen im Wedeler TSV die Sparte praktisch im Alltag: Sie fahren zu Wettkämpfen, organisieren Übernachtungen, packen Verpflegungstaschen, flechten Frisuren und nähen glitzernde Kleider oder glänzende Anzüge bis spät in die Nacht. Ein Paar Rollschuhe kostet schnell zwischen 200 und 600 Euro, dazu kommen Kostüme, Trainingslager und Startgebühren – nicht selten summieren sich die Ausgaben für zwei Kinder auf rund 1000 Euro im Jahr zusätzlich zu den Vereinsbeiträgen.
Engagement mit Appell
Abteilungsleiter Eugen Skliarenko weiß, wie viel Idealismus nötig ist, um diesen Sport auf dem jetzigen Niveau zu halten. Zwar hilft ein Bestand an Leihschuhen, doch die Kinder wachsen, die Anforderungen steigen – und mit ihnen der Bedarf an guter Ausrüstung und ausreichend Hallenzeiten. Deshalb richtet sich sein Appell an die Menschen und Unternehmen vor Ort: Nur mit Sponsoren könne der Verein weiterhin erfolgreiche Nachwuchsarbeit leisten, ohne die Beiträge – seit zehn Jahren stabil bei 19 Euro im Monat – anheben zu müssen. (Spendenaufruf mit Konto folgt unten)
Sport ist Gemeinschaftssache
Der Verein verzeichnete in diesem Jahr gute Platzierungen, zum Beispiel Platz 5 von 12 Vereinen beim 23. Elbe-Pokal. Möglich war das nur, weil das Team aus Sportlerinnen, Trainern und Eltern einmal mehr eng zusammenarbeitete. Mit solider ehrenamtlicher Arbeit und treuen Sponsoren können Veranstaltungen, so Skliarenko, wie der 23.Elbe-Pokal realisiert werden. Damit sich alle Aktiven und die Zuschauer wohl fühlten, war auch wieder für das leibliche Wohl gesorgt: So wurden dieses Jahr 250 Brötchen belegt, Salate gemacht, 15 kg Waffeln gebacken und 7 kg Wiener Würstchen gekocht und unzählige Liter Kaffee gebrüht, um alle Anwesenden zu verpflegen.
Ein Wochenende, das nachhallt
Am Ende des zweiten Tages, als die letzte Kür gelaufen und der Applaus langsam verklungen war, blieben müde, aber leuchtende Augen. Für viele Kinder und Jugendliche gehört der Elbe-Pokal zu den Höhepunkten des Jahres – ein Moment, in dem Lampenfieber, Training und Träume zu einem großen Ganzen verschmelzen. Bleibt zu hoffen, dass es dem engagierten Team auch im kommenden Jahr gelingt, diese besondere Mischung aus Sport, Glanz und Gemeinschaft wieder in die Wedeler Sporthalle an der Bergstraße zu holen.
Spendenaufruf
Spenden für die Rollkunstlaufabteilung des Wedeler TSV :
Spendenkonto:
Stadtsparkasse Wedel
IBAN: DE65 2215 1730 0000 0079 00
BIC: NOLADE21WED
Verwendungszweck: Rollsport, Spende
Ergebnisse des Wedeler Teams:
Valeriia Skliarenko, Schüler B: 2.Platz
Lahja Schnell, Kunstläufer 2: 5.Platz
Melia Rudolph, Figurenläufer 3: 5.Platz
Nefeli Papazoglou, Figurenläufer 3: 1.Platz
Mikkeline Lindemann, Figurenläufer 3: 4.Platz
Valeriia Skliarenko, Schüler B: 2.Platz
Ada Wang, Freiläufer 1: 1.Platz
Emilie Skliarenko, Freiläufer 2: 1.Platz
Emily Haag, Freiläufer 3-2: 8.Platz
Sophia Aziz, Freiläufer 3-2: 10.Platz
Emi Hartmann, Anfänger 1: 5.Platz
Elif Helvacioglu, Anfänger 2-1:1.Platz
Elisa Aziz, Anfänger 2-2: 1.Platz
Sophia Ebeling, Anfänger 3-1: 1.Platz
Neo Wang, Mini1: 2.Platz
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