Ein großes Fest rund ums (Ab-)Wasser

Tag der offenen Tür im größten Klärwerk Schleswig-Holsteins in Hetlingen, das über den AZV Südholstein auch von der Stadt Wedel mitgetragen wird.

in Wirtschaft & Branchen,

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Das Festgelände von oben: Zelte und Hüpfburg sind hier normalerweise nicht zu sehen. (Bildquelle: NDR)
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Mithilfe von Nebel wurde veranschaulicht, wie eine Dichtheitsprüfung funktioniert. Foto: AZV Südholstein
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Demonstration einer Kanalspülung mit dem Spül- und Saugwagen und dem „gläsernen Kanal“.
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Das Team für Betriebsführungen – per elektrischer Bimmelbahn oder zu Fuß.
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Von Arbeitgeber bis Umwelt: In den Pagodenzelten gab es Infos und Aktionen vom AZV und seinen Partnern. Fotos: AZV Südholstein

Mehrere tausend Gäste haben die Gelegenheit genutzt und sind zum Tag der offenen Tür in die Kläranlage Hetlingen gekommen. Hier konnten sie erleben, was sonst nicht öffentlich zu sehen ist: Was passiert mit unserem Abwasser? Von Abwasserbehandlung bis Umweltbildung präsentierten der Abwasser-Zweckverband Südholstein und seine Partner eine große Bandbreite spannender Einblicke. Für einen schönen Tag sorgten zudem Spiel, Spaß und Foodtrucks. Der Anlass war das 60. Bestehen des Abwwasser-Zweckverbandes.

Riesiger Andrang herrschte bei den Kläranlagenbesichtigungen, die mit einer elektrischen Bimmelbahn oder in Gruppen zu Fuß im Angebot waren: Der ursprüngliche Zeitplan wurde bald enger getaktet, um möglichst vielen Interessierten einen Rundgang zu ermöglichen.

Die Arbeitsbereiche des AZV hatten ordentlich aufgefahren, um ihre Aufgaben anschaulich vorzustellen: Mithilfe eines gläsernen Kanals und des imposanten blauen Spül- und Saugwagen demonstrierten Mitarbeitende aus dem Bereich Kanalnetze, wie Rohre gesäubert werden. Ein eigens gebautes Modellhaus veranschaulichte, wie eine Dichtheitsprüfung für Grundstücksentwässerungsanlagen funktioniert.

Wie Mikroorganismen das Abwasser biologisch reinigen und was sonst noch passiert, um „von Klo zu klar“ zu kommen, zeigten Fachkräfte der Abwassertechnik und aus dem Labor unter anderem am Mikroskop. Die Umwelt- und Nachhaltigkeitsbildung bot ein Ratespiel zum Weg des Abwassers und verdeutlichte per Rühr-Vergleich im Eimer, warum es keine gute Idee ist, Feuchttücher in der Toilette zu entsorgen – sie lösen sich nicht auf.

Mitarbeitende des Bereichs Planung und Bau erklärten, was alles passieren muss, um Abwasseranlagen zu errichten oder flott zu machen. An weiteren Infoständen konnten sich Besucherinnen und Besucher über das Arbeiten und die Ausbildung beim AZV informieren und sich sogar sofort bewerben. Die Verwaltung klärte über die Verbandsstruktur und Hintergründe zu den Abwassergebühren auf.

Verschiedene Partner waren ebenfalls dabei: Die Leitstelle Klimaschutz des Kreises Pinneberg sowie die Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Abfallbehandlung (GAB) boten Mitmachaktionen wie Glücksrad, Kresse säen und ein Ratespiel zur Abfallzersetzung an. Die Feuerwehr Hetlingen brachte ein großes Fahrzeug zum Anschauen mit und das Start-up Planeteers – zurzeit mit einer Versuchsanlage vor Ort in der Kläranlage – erläuterte sein innovatives Verfahren, um klimaschädliches Kohlendioxid mithilfe von Kalkstein zu binden.

Spaß und Spiel kamen natürlich vor allem bei den kleinen Gästen gut an: An Hüpfburg, Surfsimulator, Wasserbaustelle, Kinderschminken und Bungee-Trampolin war die ganze Zeit über viel Bewegung angesagt. Für die Versorgung mit Essen und Trinken sorgten Foodtrucks, die Burger, Crepes und mehr boten.

Dass der AZV seine Arbeit immer dann besonders gut macht, wenn man ihn überhaupt nicht bemerkt, hoben mehrere Redner beim Festempfang hervor, der im großen Zelt mit geladenen Gästen aus Politik, verbundenen Verbänden und Institutionen sowie Verbandsmitgliedern stattfand. Der Samstag war jedenfalls eine große Ausnahme von der Unsichtbarkeit: „Ziel erreicht: Eine richtig große, schöne Feier zum 60. Verbandsjubiläum! Wir konnten den uns verbundenen Menschen und vielen weiteren interessierten Gästen vorstellen, was für eine Bedeutung unsere vielfältige und sinnstiftende Arbeit für Mensch und Umwelt hat“, so AZV-Verbandsvorsteherin Christine Mesek.

Wer nicht kommen konnte, jetzt aber neugierig ist: Der AZV Südholstein bietet regulär Betriebsbesichtigungen für Gruppen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an. Schnell sein lohnt sich allerdings: Das Interesse an den verfügbaren Terminen dürfte nach dem Tag der offenen Tür noch deutlich gestiegen sein. (Kathrin Eckert, AZV Südholstein, im September 2025)

Infos und Anmeldung: https://www.azv.sh/service/betriebsbesichtigungen

Mehr zum Jubiläum: www.azv.sh/60

Letzte Änderung: 18.09.2025