Besondere Lehrer an den Schulen in Wedel und Schulau/Spitzerdorf bis 1900

Erst seit dem 1. April 1904 hatte die politische Gemeinde Wedels für das Schulwesen zu sorgen. Davor gab es ab 1864 die sogenannte Schulgemeinde, die vom Schulcollegium geleitet wurde. Dies setzte sich zusammen aus dem Schulinspector, hier der Pastor, und jeweils gewählten Mitgliedern der Orte Wedel, Schulau, Spitzerdorf und Holm. Davor wiederum lag das Schulwesen ausschließlich in der Hand der Kirche und die Lehrer waren in der Regel auch Organist, Kantor und Küster.
Für die Schule in Spitzerdorf war es ein wenig anders, da der Ort bis 1803 dem Domkapitel Hamburg angehörte und somit die Lehrer von dort ernannt wurden. Von zahlreichen Lehrern sind die Namen bekannt. Einige werden hier vorgestellt.

Schule in Wedel

Joachimus Möller * 1620 Stade + 1672

Johann Franz Kadmer + 1678 mit 27 Jahren

1678 - Johannes Liesmann * 13.01.1645 Stade + 08.10.1715 Wedel. Er war Organist an einem Kloster im Stifte Bremen, bevor er nach Wedel kam. Er war in zweiter Ehe mit der Witwe seines Vorgängers Kadmer verheiratet.

Johannes Hector Liesmann * 12.10.1694, Sohn von Johannes Liesmann mit dessen dritter Ehefrau.

1730 – 1749 Johann Joachim Marrenburg

1749 – 1789 Philipp Gottlieb Kölln von 1749 bis zu seinem Tode. * 11.10.1723 in Hansühn, Schleswig-Holstein + 22.12.1789 in Wedel. heiratet 20.01.1752 die Tochter seines Vorgängers, Johanna Dorothea Ilsabe Marrenburg (wird bereits 1750 von ihr angezeigt, dass er sie geschwängert hätte), mit der er 7 Kinder haben sollte.

1790 – 1795 Johann Christoff Dornberger

1778 - Schulmeister Martin Wilhelm Hammer von Nyekiöping auf Falster.

1795 – 1834 Johann Lucas Friedrich Stein * 30.09.1772 in Rellingen + 23.11.1834 in Wedel. Organist und Lehrer.

1835 – 1854 Joachim Nicolaus Rohlfs * 15.03.1804 Segeberg + 20.07.1854 Wedel. Er war seit dem 9. Juli 1835 Organist und Lehrer in Wedel, erhielt am 16. Mai 1843 eine Belobigung von der Schleswig-Holsteinischen Regierung. Er war der Sohn des Schneiders Daniel Detlef R. und besuchte die Stadtschule Segeberg. Pastor Oertling in Bornhöved förderte ihn, daher kam er 1824 auf das Lehrer-Seminar nach Tondern. Anschließend war er Hauslehrer bei Preetz bis er 1826 zum Organisten und Lehrer in Wedel ernannt wurde.

1854 – 1865 Johann Heinrich Löhmann * 19.2.1830 Burg, Dithmarschen + 8.2.1908 Flensburg. Er wurde am 29.10.1854 in das Amt des Hauptlehrers, Kantor und Organisten eingeführt. Er wird sich um 1863/64 für die deutsch-nationale Bewegung einsetzen und sich damit gegen den 1857 ins Amt kommende Pastor Christian Friedrich Volquarts positionieren. Nach seinem Weggang 1865 ging er nach Flensburg und übernahm 1875 die Leitung der Flensburger St. Johannis-Schule. Er verfasste mehrere Schulbücher und schrieb pädagogische und methodische Aufsätze.

1831 – 1861 Asmus Friedrich Schmidt * 14.10.1794 in Gelting + 10.07.1861 in Wedel. Er wurde am 10.05.1831 zum Küster und Lehrer in Wedel berufen. Er gab 1847 das 32-Seiten Büchlein „Reim-Verse als Stoff zu Denk- und Gedächtnißübungen für die Kleinen“ heraus.

1855 – 1888 Lehrer Claus Hinrich Lüthje * 28.01.1830 Neuengörs + 06.05.1888 in Wedel. Er wurde bis 1853 am Seminar zu Segeberg ausgebildet und ging im Anschluß daran zunächst an eine Privatschule und kurz danach an die Distriktsschule in Blankenese. Am 1. April 1855 wurde er zum Gehülfslehrer an die Elementarklasse in Wedel berufen. Nach dem Tode des bisherigen Küsters und Elementarlehrers Schmidt übernahm er dessen Stellung bis zu seinem Tode.

1866 – 1903 Hans Hinrich Reiss * 30.12.1837 Papendorf + 28.12.1907 Organist und Hauptlehrer in Wedel vom 01.01.1866. Er wurde gebildet auf dem Seminar zu Segeberg und war zuerst Lehrer an der Realschule in Schleswig, dann vom 13.11.1862-31.12.1864 Lehrer an der Mittelkasse in Wedel, vom 1.01.1865 - 31.12.1865 Organist und Oberklassenlehrer in Heligenstedten und ab 01.01.1866 Organist und Oberklassenlehrer in Wedel.

1877-1910 Claus Friedrich Heinrich Scheel * 12.09.1850 Luschendorf + 29.01.1910 Wedel. Scheel wurde am Seminar in Oldenburg an der Hunte ausgebildet und war zunächst Elementarlehrer an der Volksschule in Stockelsdorf. Im Oktober 1877 kam er nach Wedel.

1889 – 1890 Peter Hinrich Marcus Haas * 06.06.1863 Erfde. War in Segeberg ausgebildet worden und ging Juni 1890 als Organist und Oberknabenlehrer zurück nach Erfde.

1890 – Heinrich Martin Schuback * 13.08.1864 Grünendeich. Ausgebildet wurde er in Stade, um danach eine Stellung als Lehrer in Scheesel zu übernehmen. Über Schulen in Meyerdamm, Prov. Hannover und Landrecht bei Wilster kam er im Oktober 1890 nach Wedel.

Schule in Spitzerdorf und Schulau

1682 – 1742 Jacob Rasch * 05.06.1665 Hamburg + 29.03.1748 Spitzerdorf ist der erste namentlich bekannte Lehrer. Er war Sohn des Hamburger Bürgers, Schreib- und Rechenmeisters Johann Rasch und dessen Frau Margaretha.

1742 – 1743 Johann Christian Beyer * 24.06.1697 Grimma in Sachsen + 3.03.1743 in Spitzerdorf. Dieser war nach dem Schulbesuch in Grimma für drei Jahre in Leipzig auf der Universität und dann in Dresden Actuarius. Von dort ging er nach Hamburg, um dort als Secretarius und später als Notarius zu arbeiten. Kurz nach seiner Ernennung zum Schulmeister von Spitzerdorf verstarb er an der Schwindsucht.

1757 – 1798 Johann Samuel Welsch * 10.06.1723 Magdeburg + 29.03.1803 in Spitzerdorf. Schullehrer in Spitzerdorf. Der Vater war beim preußischen Militär. Die Eltern wohnten in Stettin und Magdeburg. Er verließ das Elternhaus aus Furcht vor dem Soldatenleben und stand 10 Jahre in Hamburg in Diensten. Der Domdechanter beförderte ihn 1757 zum Schullehrer in Spitzerdorf, dies Amt behielt er bis zum Jahre 1798.

1799 - 1817 Christian Paulsen Schulhalter in Spitzerdorf. Er wird wegen pflichtwidrigen Betragens am 27.10.1817 aus dem Amt genommen und durch den Schullehrer Callsen ersetzt. Bereits 1800 gab es an ihn Ermahnungen, er „solle das für die Gesundheit der Kinder gefährliche Schlagens sich enthalten“.

1817 – 1829 Marcus Henning Callsen, * um 1758 in Akebye, Ksp. Taarstedt/Angeln. + 03.08.1829 in Spitzerdorf. Schullehrer in Spitzerdorf von 27.10.1817 - 03.08.1829. Davor leitete er 20 Jahre lang das Amt im Dorfe Blankenese. Er wurde auf dem Schullehrer-Seminarium zu Kiel ausgebildet und hat, so schreiben zeitgenössische Quellen, „den Unterricht von Herrn Professor Möller genossen“.

1829 – 1859 Heinrich Diederich Kuhlmann * 02.10.1797 in Marne + 09.04.1860 Spitzerdorf. Er wurde Lehrer in Sülldorf am 26.10.1819, in Groß Flottbek am 01.10.1822 und am 23.11. 1829 in Spitzerdorf. Hier blieb er bis zu seiner Emeritierung am 18.11.1858

1854 – 1859 Adolf Cohrs  Seminarist aus Segeberg

1859 - Heinrich Volquardsen * 1831 Meldorf und in Segeberg geprüft.

1868 - 1889 Nic. Ludwigsen * Eckernförde

1891 – 1921 Emil Heinrich Asmussen * 02. September 1863 Todesfelde + 05. Februar 1944 Wedel. Asmussen kam von Gr. Wisch, wurde in Schulau am 04.09.1891 gewählt, nahm seinem Dienst hier am 01. November 1891 auf und wurde mit dem 31. März 1921 in den Altersruhestand versetzt.

1897 – 1902 Otto Bruno Adalbert Kleemann * 02.11.1871 Ramhusen. Er kam 1896/1897 von der Schule St. Michaelisdonn und heiratete in die Schulauer Familie Heinsohn ein. 1901/1902 wurde Kleemann in Haft genommen. Ihm wurde vorgeworfen, er habe sich an den Knaben der Oberklasse vergangen. Nach einem Jahr Untersuchungshaft wurde er ohne Gerichtsprozeß wegen Geistesgestörtheit entlassen. Seine Frau war ab 1904 Patientin der Irrenanstalt in Schleswig und Kleemann war einige Jahre Lehrer an der Kropper Anstalt. Im Jahr 1912 wanderte er nach Amerika aus, die Ehe wurde 1929 geschieden.

Die ersten Lehrerinnen in Wedel und Schulau

In der Schule Schulau wurde erstmals Ostern 1899 eine Lehrerin eingestellt. Fräulein Rohweder aus Schleswig wurde vom Visitatorium der Schulgemeinde überwiesen. Zu ihr gesellten sich erst 1903 weitere Lehrerinnen.

In Wedel gab es die erste Bestallungsurkunde am 3. Juli 1888 für Marie Helene Rosina Thomas * 14.08.1865 in Unruhstadt. Diese hatte das ihre Ausbildung im Seminar zu Augustenburg gemacht und kurz zuvor abgeschlossen. Sie blieb bis 1892, um dann eine Stelle in Spandau anzunehmen.

Ihr folgte dann Fräulein Amanda Auguste Frieda Armbrust * 12.11.1873 in Schleswig. Diese hatte einen privaten Vorbereitungskurs besucht und in Schleswig geprüft. Sie blieb knappe 6 Jahre, um sich 1898 zu verheiraten. Und eine Heirat schloss eine Anstellung aus.
Nach ihr kam Frieda Wilhelmine Elisabeth Bertha von Stephani * 19.06.1878 Burgdorf, Hannover. Sie war im Lehrerinnenseminar in Altona ausgebildet worden und bereits zuvor in Blankenese, und Dockenhuden an der Schule tätig gewesen. Auch diese blieb nur vier Jahre und ging dann in den Staatsdienst nach Hamburg.

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