Die Wedelerin Irmgard Jasker hat sich das Engagement für Frieden und gegen Rechtsradikalismus zur Lebensaufgabe gemacht und wurde für ihr über Jahrzehnte andauerndes und unermüdliches, soziales Engagement mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, wie das Bundesverdienstkreuz offiziell benannt wird, ausgezeichnet.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist somit dem Vorschlag von Ministerpräsident Daniel Günther gefolgt und hat Irmgard Jasker das Bundesverdienstkreuz verliehen. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident hat den Orden im Rahmen einer Feierstunde, an der auch Wedels Bürgermeisterin Julia Fisauli-Aalto teilnahm, am 21. Oktober im Gästehaus der Landesregierung in Kiel an Frau Jasker ausgehändigt.
Geboren in Danzig floh Jasker Ende des Zweiten Weltkriegs mit ihrer Familie nach Dänemark, wo sie in einem Internierungslager lebte, ehe die Familie in Lübeck ansiedeln konnte. Nach dem Abitur in Lübeck, dem Lehramtsstudium in Kiel und einer ersten Lehramtsstelle in Dithmarschen, war Jasker seit 1968 bis zu ihrer Pensionierung 2007 als Lehrerin in Wedel zuerst an der Schule ABC-Straße und später an der Theodor-Storm-Schule tätig.
Auch als Lehrerin engagierte sich Jasker für Integrations-Themen, die damals noch nicht selbstverständlich waren. Irmgard Jasker setzte sich mit anderen Lehrern und Eltern für die Beschulung von Kindern mit Migrationsgeschichte ein und begründete an der Theodor-Storm-Schule den offenen Ganztagsunterricht.
Neben unzähligen anderen Ehrenämtern war Jasker Vorsitzende des DGB-Ortskartells in Wedel sowie im Kirchenvorstand der Christuskirche Schulau und leitete das Wedeler Chile-Komitee 25 Jahre lang für Menschen, die vor der Militärdiktatur geflüchtet waren bzw. für ihre Angehörigen.
Seit 1978 ist sie federführend in der Wedeler Friedenswerkstatt tätig. Mit dem „Arbeitskreis der Stadt Wedel gegen Rechtsradikalismus und Ausländerfeindlichkeit“, den der Rat der Stadt auf Bestreben der Friedenswerkstatt gegründet hatte, wird bis heute das Gedenken zum 27. Januar (Holocaust-Gedenktag) gestaltet und der Kontakt zum niederländischen Putten gepflegt, zum Andenken an die in Wedel umgekommenen Opfer des NS Regimes. Aufklärung über rechtsradikale Gefahren bei uns und der Umgang mit Rechtsradikalen ist die aktuelle Aufgabe.
Bürgermeisterin Julia Fisauli-Aalto: „Für ihren außerordentlichen, unermüdlichen Einsatz für das Gemeinwohl in unserer Stadt danke ich Frau Jasker, im Namen aller Wedelerinnen und Wedeler, aus tiefsten Herzen. Als Bürgermeisterin der Stadt Wedel bin ich tief bewegt über diese Auszeichnung, die hundertprozentig der Richtigen verliehen wird!“
Hintergrund:
Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, umgangssprachlich auch als Bundesverdienstkreuz bezeichnet, ist die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Er wird für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen.
Mit seinen Ordensverleihungen möchte der Bundespräsident die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf hervorragende Leistungen lenken, denen er für unser Gemeinwesen besondere Bedeutung beimisst. Dabei sollen künftig noch häufiger Frauen ausgezeichnet und auch junge Menschen verstärkt berücksichtigt werden. Jeder kann die Verleihung des Verdienstordens an einen anderen anregen (Ordensanregungen). (Quelle: Bundespräsidialamt)
(Stadt Wedel/Doris Brandt)