Gemeindevorsteher in Schulau

Hieronymus Körner I
Hieronymus Körner I
Julius Hinrich Ladiges mit seiner Frau
Julius Hinrich Ladiges mit seiner Frau
Hieronymus Körner III
Hieronymus Körner III

Erst zum 22.09.1867 wurde in der Herrschaft Holstein eine einheitliche Regelung zur Verfassung der Landgemeinden geschaffen. Danach stand dem Ort ein Gremium von sechs Gemeindevertretern und einem Gemeindevorsteher vor.

Vom ersten Gemeindevorsteher ist nicht mehr bekannt als der Name: Peter Heinsohn. Dennoch lässt einiges darauf schließen, dass niemand anderes als der Landwirt und Eigentümer der Schankwirtschaft Schöne Elbaussicht, dem späteren Schulauer Fährhaus, Peter Heinsohn (* 21.04.1811 in Wedel + 11.03.1882) in Schulau das Amt zunächst innehatte. Heinsohn hatte bereits Erfahrungen, da er seit mindestens 1855 Vogt von Schulau war. Ein Gastwirt als Gemeindevorsteher – es scheint, als ob der Landrat Bedenken hatte und daher zum 28.12.1875 den Landwirt Julius Hinrich Ladiges (* 27.04.1833 + 14.02.1891) aus der Elbstraße 14 zu dessen Nachfolger ernannte.

Beinahe 15 Jahre führte dieser die Geschicke der Gemeinde, dann erkrankt der 57-jährige schwer und bat im August 1890 um Ablösung. Zunächst übernahm der versierte Spitzerdorfer Vogt Hieronymus Körner I (* 11.08.1850 Spitzerdorf + 19.7.1928 Wedel) das Amt kommissarisch, dann ab 1892 regulär den Posten. Damit brachte er die Zusammenlegung der bis dahin selbstständigen Orte Schulau und Spitzerdorf auf den Weg. Bis zum März 1901 leitete er die Gemeindevertretung. Dann ernannte die Gemeindevertretung in der Sitzung vom 04.03.1901 den Landwirt Kuno Theophile zum Gemeindevorsteher. Theophile war Neubürger und erst zwei Jahre zuvor, 1899 nach Schulau gezogen. Der Gutsinspektor verblieb 1 ½ Jahre im Amt, dann zog er zum 16.12.1902 zurück auf das Gut Futterkamp bei Lütjenburg. Auch der stellvertretende Gemeindevorsteher, Johann Lüchau, strich die Segel und betonte, dass er die Geschäfte der Gemeinde nicht übernehmen könne.

Zunächst sprang der ganz frisch im Amt stehende Bürgermeister aus Wedel ein. Ab 10.12.1902 führte Friedrich Egger kommissarisch die Geschäfte Schulaus. Dabei drängte sich immer mehr die „große Lösung“ auf: Die Eingemeindung von Wedel und Schulau. Aber zunächst versuchte Schulau einen anderen Weg. Die Gemeindevertretung schrieb die Stellung eines hauptamtlichen Gemeindevorstehers aus und wurde überschüttet mit Bewerbungen. Das Rennen machte ein „Bürgermeister a.D.“. Johannes Oesau, Sohn eines Kaufmanns aus Wilster. Doch er wurde nicht zum hauptamtlichen, sondern zum 29.10.1903 nur zum ehrenamtlichen Gemeindevorsteher ernannt. Eine schlechte Wahl! Denn bereits ein knappes ¾ Jahr später häuften sich die Beschwerden um dessen Amtsführung. Nur gegen Zahlung einer Entschädigung erklärte er sich bereit, sein Amt im November des Jahres 1904 niederzulegen. Der stellvertretende Gemeindevorsteher Hofbesitzer Hieronymus Körner III (* 27.07.1870 Spitzerdorf + 22.03.1929 Wedel) übernahm dann die Geschäfte der Gemeinde Schulau zunächst kommissarisch, dann auch regulär. Körner trieb eifrig die Eingemeindung Schulaus in Wedel voran. Bei der Vereinigung beider Gemeinden im Jahr 1909 wurde er zum zweiten Ratmann der Stadt Wedel ernannt. Zu seinen Ehren beschloss die Stadtvertretung am 11.04.1958 eine Straße nach ihm zu benennen.

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